Bei der Zukunftswerkstatt in der Stadthalle diskutierten Bürger über die Stadtentwicklung. Grundlage waren eine Umfrage sowie eine Ortsrallye der Grundschüler.
Was zählt für Hornbergs Zukunft und wie lebt es sich jetzt im Ort? Bei der Zukunftswerkstatt in der Stadthalle am Montagabend war die Bürgerschaft gefragt. Die städtische Weiterentwicklung im Rahmen der Fortschreibung des Gemeindeentwicklungskonzeptes (GEK) fand viel Interesse bei den Einwohnern. „Niemand kennt unsere Gemeinde so gut wie die Menschen, die hier leben und deshalb ist Ihre Meinung so wichtig“, betonte Bürgermeister Marc Winzer.
Gerade vor dem Hintergrund der schwierigen Rahmenbedingungen sei es wichtig, die kommunale Entwicklung planvoll anzugehen und gemeinsam Prioritäten zu setzen – auch in Zeiten knapper Haushalte. Die Bürgerwerkstatt biete die Möglichkeit, diese Prioritäten gemeinsam mit der Einwohnerschaft zu diskutieren und abzuwägen.
Gestartet wurde mit einer Umfrage, die von Februar bis März lief und die eine Rücklaufquote von zehn Prozent der Zielgruppe ab 16 Jahren aufwies. Die Intention der Bürgerumfrage war, ein erstes aussagefähiges Stärke-Schwächen-Bild der Stadt aus Sicht der Einwohnerschaft, Zielgewichtung und Ideensammlung zu gewinnen. Des Weiteren beteiligten sich die Viertklässler der Grundschule, indem sie bei einer Ortsrallye die Stadt unter die Lupe nahmen. Eine Delegation der Schülerschaft stellte die Ergebnisse vor, die unter anderem einen Sonnenschutz für den Pausenhof der Schule auflisteten. Wünsche wie ein Zebrastreifen am Dorfbeck und in der Poststraße für ein sicheres Queren der Straße liegen laut Winzer allerdings nicht in der Hand der Stadt, doch werden sie an die zuständigen Stellen weitergegeben. Lobend bewertet wurde von den Kids der Zugang zur Gutach am Bärenplatz.
Die Entwicklung spiegelt sich in Umfragen wider
Die positive Entwicklung der Stadt in den letzten 40 Jahren spiegelte sich wider bei der Umfrage: Leben Sie gern in Hornberg? Das tun 93 Prozent der Befragten mit einer Quote von 44 Prozent mit einem „Ja“ und 49 Prozent mit „eher ja“.
„Eine tolle Note für die Stadt“, fand Jutta Breitschwerd vom Institut für kommunikatives Handeln, die die Ergebnisse der Bürgerumfrage präsentierte. Markant und charakteristisch für Hornberg sei unter anderem der Bärenplatz, das Schloss, schöne Wanderwege und die Schwarzwaldbahn. Gepunktet bei der Bürgerumfrage hat auch das Freibad und die Freilichtbühne.
Mehr als die Hälfte der Befragten bewertete die touristischen Angebote als angemessen. Die Ortsumfahrung und die attraktive Stadtmitte nahmen die ersten Plätze bei der Positivliste ein. Erneuerungsbedarf besteht für die Nahversorgung hinsichtlich des täglichen Bedarfs wie eine Metzgerei.
Störend empfunden wurde unter anderem der Leerstand der Geschäfte und zugeparkte Gehwege. Der Punkt Wirtschaftsförderung bekam eine durchschnittliche Note. Eine Übersicht der städtebaulichen Maßnahmen seit 1986 präsentierte Matthias Weber, Geschäftsführer der Sanierungsgesellschaft Kommunalkonzept (siehe Info). Weitere lang- und mittelfristig anstehende Maßnahmen sind seinen Ausführungen nach unter anderem die Umgestaltung von Leimatten- und Werderstraße. Es gelte, Chancen sowie Herausforderungen zu eruieren und die Ausrichtung der Stadt zu priorisieren. Mit einem „Zetteln Sie was an“ wurde dazu ermuntert, an den vier Ständen des „Marktplatz der Ideen“ zu diskutieren und Notizen auf der Pinnwand anzubringen. Die Erkenntnisse werden zusammengeführt, vertieft und als Leitlinien für die zukünftige Entwicklung der Stadt erarbeitet.
Wirtschaftsförderung
Hornberg hat in den vergangenen Jahrzehnten erfolgreich mit der Städtebauförderung gearbeitet. Drei Sanierungsgebiete wurden abgeschlossen, ein weiteres befindet sich derzeit in Umsetzung. Nun soll ein neuer Bereich in die Städtebauförderung aufgenommen werden. Die Fortschreibung des Gemeindeentwicklungskonzepts bildet hierfür die fachliche Grundlage. Sowohl Konzept als auch Bürgerbeteiligung sind Voraussetzung für Fördermittel.