Auftakt zur Jubiläumsparty: Bürgerwehr und Engelegoaschter präsentieren sich dem närrischen Volk. Foto: Richard Schuster

Es war ein besonderer Bürgerwehrball: Das 50-jährige Bestehen der Närrischen Bürgerwehr und das 35-jährige Bestehen der Engelegoaschter konnte gefeiert werden.

Mit einer rauschenden Jubiläumsparty feierte die närrische Bürgerwehr ihr 50-jähriges Bestehen. Dass ihre Engelegoaschter heuer ebenfalls Jubiläum haben – bei ihnen 35-jähriges – hat der Feierlaune in der Mehrzweckhalle sicher keinen Abbruch getan. Ganz im Gegenteil.

 

Die Veranstaltung war bereits im Vorfeld wieder restlos ausverkauft und die Stimmung bereits vor dem offiziellen Beginn – dem Einmarsch von Bürgerwehr und Engelegoaschter – bombastisch.

Der Vorsitzende Stefan Günter konnte etliche Abordnungen befreundeter Zünfte aus nah und fern willkommen heißen. Stark vertreten waren die Bergstadt-Zünfte.

Den Gästen wurde ein vielfältiges Unterhaltungsprogramm der Extraklasse geboten: Da gab es Spaß, Klamauk, Sketch, Büttenrede, Showtanz und zünftige Guggenmusik vom Feinsten.

Ein wahrer Hingucker: Die „Bella Danza“ sind gern gesehene Gäste auf dem Bürgerwehrball. Foto: Richard Schuster

Die Bürgerwehr-Kids unter Leitung von Janina Joos hatten die Ehre, den Abend zu eröffnen und sie kamen nicht ohne Zugabe von der Bühne. Aber auch die Kindertanzgruppe der Weiher-Hexen, geleitet von Julia Heinzmann, begeisterte.

Überhaupt war Showtanz ein deutlicher Schwerpunkt an diesem Abend. Der Turnverein schickte gleich drei seiner Top-Ensembles zum Jubiläumsball: Zunächst legten die „Bella Danza“ unter Leitung von Luca Fleig und Jessica Haas los, ehe später die „DanceSquad“ unter Leitung von Janina Joos ebenso überzeugend auftraten. Und schließlich durften die „Apassiodanza“, geführt von Christin Markgraf und Alicia Scherer, auf die Bühne.

Es herrscht tolle Stimmung: Die Narren feiern ausgiebig und genießen das abwechslungsreiche Bühnenprogramm. Foto: Richard Schuster

Die Teeny-Tanzgruppe der Bürgerwehr präsentierte sich hinreißend. Besonders bemerkenswert: Die Gruppe hat ihren Gig ganz ohne fremde Hilfe selbst einstudiert. Alle Gruppen boten tolle Choreographien und rissen die restlos begeisterten Narren von den Stühlen.

Gute Tradition und immer mit einer kräftigen Portion Hintersinn ausgestattet sind seit Jahren die Büttenreden von Jochen Kitiratschky. Unter seinem Wahlspruch, „ein Büttenredner nimmt kein Blatt vor den Mund – ich sag euch, des isch au nit immer gsund“, gab Kity einen launigen Rückblick auf 50 Jahre Bürgerwehr. Und was hatte er nicht alles zu berichten! Er legte den Bürgern ans Herz: „Tretet in in diesen geilen Verein ein!“ Dass die Fasnet insgesamt seiner Meinung nach immer mehr zum Partymachen neigt, findet er – schlecht. Und dass CDU-Mann Manuel Hagel, der Ministerpräsident werden will, von der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte die „Goldene Narrenschelle“ verliehen bekam, nennt er skandalös. Das sei eine eklatante Verletzung der politischen Neutralität der Narren.

Er hat es einfach drauf: Jochen Kitiratschky thematisiert knallhart durchaus auch heikle – nicht nur politische – Sachverhalte. Foto: Richard Schuster

In der Videopräsentation „Dumm g’frogt, närrisch g’antwortet“ befragten Jana Kitiratschky, Lukas Aberle und Janina Joos die eigenen Mitglieder zur Bürgerwehr. Heraus kamen lustige, oft skurrile und durchaus auch bezeichnende Antworten: Von „bester Verein der Welt“ bis hin zu „verrückte Truppe“ erstreckte sich die Bandbreite der Antworten.

Wo diese Jungs auftauchen, geht der Stimmungspegel steil nach oben: Die „Chrome-Nickel-Kupfer Band“ langt so richtig zu. Foto: Richard Schuster

Die jetzt schon ausgezeichnete Stimmung im Saal nahm eine weitere Hürde, als die Gengenbacher Gugger der „Chrome-Nickel-Kupfer Band“ unter Führung von Werner Gmeiner lautstark die Bühne enterten. Schließlich fanden sich die Engelegoaschter zum umjubelten Tanz ein und die gastgebenden „Bloos Arsch“ sorgten mit ihrem Auftritt für einen furiosen – offiziellen - Abschluss eines begeisternden Bürgerwehrballs 2026. Die Frage aber, wann wohl endgültig Schluss war mit dem Feiern, muss hier leider unbeantwortet bleiben.