Nur rund 40 Besucher, aber eine deutliche Botschaft: Die Stadt muss sparen. Die Kulturnacht steht auf dem Prüfstand, Vereine und Kultur vor Einschnitten.
Die rund 40 Besucher der Bürgerversammlung am Freitagnachmittag in der Neckarhalle bekamen eine klare Botschaft: Die Stadt muss sparen.
Vor der geplanten Verabschiedung des Doppelhaushalts am 4. März kündigte die Verwaltung an, auch etablierte Veranstaltungen auf den Prüfstand zu stellen. Besonders betroffen ist die Kulturnacht, die nach dem Willen der Stadt künftig nur noch alle zwei Jahre stattfinden soll.
Oberbürgermeister Jürgen Roth stellte in Aussicht, das Format neu auszurichten und dabei Elemente der früheren Europafeste wieder aufzugreifen. Diese seien in der Bevölkerung gut angekommen, „vor allem wegen der niederschwelligen Begegnungsmöglichkeiten und der Vielfalt an kulinarischen Eindrücken“. Eine erneute Zusammenarbeit mit den Vereinen könne ein solches Begegnungsfest wiederbeleben und gleichzeitig die Kulturnacht finanziell entlasten. Zudem kündigte Roth an, dass das Finale der Heimattage 2027 im Rahmen der Kulturnacht in Schwenningen stattfinden werde.
Vereine trifft es
Auch der jährliche Stadtstrand soll erhalten bleiben. Die Stadt strebt jedoch eine Öffnung des Konzepts an: weniger festes Programm, dafür mehr Kooperationen mit Sponsoren, um die Finanzierung breiter aufzustellen.
Heinz Rathfelder erinnerte daran, dass das Ehrenamt in der Stadt traditionell einen hohen Stellenwert habe. Die geplante Kürzung der Vereinszuschüsse um zehn Prozent könne er akzeptieren. Gleichzeitig warnte er, dass die Kulturnacht für viele Vereine eine wichtige Einnahmequelle sei. Als Beispiel nannte er die Stadtmusik Schwenningen, deren Erlöse aus der Kulturnacht in die Jugendarbeit fließen. Roth entgegnete, die Stadt investiere bereits erheblich in die Stadtmusik, „da sie für das kulturelle Leben sehr wertvoll ist“.
Parksituation ist Thema
Gunter Welzer vom GVO bemängelte, dass die Parksituation in der Präsentation nicht thematisiert worden sei, und erkundigte sich nach möglichen Auswirkungen auf Handel, Kundschaft und Mitarbeitende.
Roth erklärte, dass das Muslen-Parkhaus an einen externen Betreiber verpachtet worden sei. An der Neckarhalle stünden ausreichend Kapazitäten zur Verfügung, weitere rund 150 Stellplätze gebe es am „Rössle“.
Der Parkplatz in der Au sei am Wochenende frei, unter der Woche jedoch städtischen Beschäftigten vorbehalten. Im City-Rondell stünden gebührenpflichtige Parkplätze bereit. Eine Erhöhung der Parkgebühren sei derzeit nicht vorgesehen. Gleichzeitig nehme der Parkdruck im gesamten Stadtgebiet zu, ein neues Parkhaus sei jedoch aufgrund hoher Kosten nicht finanzierbar.
Strukturen bündeln
Ein weiterer Schwerpunkt der Ausführungen betraf die strategischen Immobilien- und Konsolidierungsmaßnahmen der Stadt. Ziel sei es, Verwaltungsstrukturen zu bündeln, langfristige Kosten zu senken und den Gebäudebestand gezielt weiterzuentwickeln. Mit dem geplanten Umzug ins „Rössle“ solle ein zentraler Verwaltungsstandort entstehen und die Mietbelastung reduziert werden.
Der Gemeinderat habe zudem den Auftrag erteilt, zusätzliche freie Immobilien zu erwerben und über die Zukunft sanierungsbedürftiger Gebäude in der Innenstadt zu entscheiden, darunter das VHS-Gebäude in der Metzgergasse und die Stadtbibliothek.
Zu den wichtigsten Investitionsschwerpunkten in Schwenningen zählen der Ausbau der Hallerhöhe und die Sanierung des Schulverbunds Deutenberg mit jeweils 4,5 Millionen Euro, der Umbau der Janusz-Korczak-Schule und der Hirschbergschule mit insgesamt elf Millionen Euro, die Kita Oberlin mit zwei Millionen Euro sowie der Neubau der Kita Bürk mit über fünf Millionen Euro, der zugleich ein zentrales Projekt für die Weiterentwicklung der Schwenninger Innenstadt darstellt.
Roth: „Das kriegen wir hin“
Zum Abschluss zeigte sich Roth optimistisch, dass die Stadt das Haushaltsdefizit schrittweise abbauen könne. „In jedem Jahr werden wir weniger Defizit haben. Das ist unsere Hausaufgabe – und das kriegen wir hin.“