Das Nahwärmenetz war eines der Hauptthemen bei der Bürgerversammlung in Glatten. Einer der Hauptverkehrsachsen im Ort droht eine Vollsperrung.
Frühzeitige, transparente Informationen aus erster Hand hatte Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer vorab angekündigt, und in der Tat wurden die zahlreich erschienenen Besucher der Bürgerversammlung in der Glatttalhalle über eine Fülle von aktuellen und zentralen Themen der Gemeindeentwicklung informiert.
„Sie sind heute alle Gewinner“, wandte sich das froh gestimmte Gemeindeoberhaupt an die Besucher, sei es doch gelungen, „richtig große Fördermittel für Projekte, die unser Leben hier dauerhaft positiv beeinflussen, nach Glatten zu holen“.
Mit mehr als vier Millionen Euro wird das Nahwärmenetz gefördert. Mit weiteren vier Millionen wird Glatten gefördert, weil es eine von nur sechs Modellgemeinden für nachhaltige Strukturentwicklung („Mogena“) ist. Weitere 1,16 Millionen Euro bekommt die Gemeinde für das Landessanierungsprogramm in Böffingen. Alles Maßnahmen, die laut Pfeifer der Gemeinde eine echte Chance bieten, Ortsbild, Wohnraum und Lebensqualität zu verbessern.
Breitband Auch das Thema Breitband und damit verbunden der Zugang zu schnellem Internet sorgte für zufriedene Gesichter im Publikum. Pfeifer zeigte sich überzeugt, dass Themen wie Wärme, Sanierung, Wohnen sowie Internet Zukunftsachsen sind, die darüber entscheiden, ob eine Gemeinde zukünftig Lebensqualität, Versorgungssicherheit und Standortstärke sichern kann.
Nahwärme Zum Stand bei der Nahwärmeversorgung hatten Theo Gärtner vom Büro Gall & Gärtner sowie Daniel Hämmerle von dem das Projekt betreuenden Kundenmanagement der Stadtwerke Altensteig aktuelle Informationen mitgebracht. Inzwischen hat die Nahwärmezentrale ihre Arbeit aufgenommen. Dass die Anlage bestens funktioniert, zeigte sich in der angenehmen Raumtemperatur der mit Nahwärme beheizten Veranstaltungshalle.
Im Rückblick ging Gärtner nochmals auf Konzeption, Planung und Bau des Nahwärmeprojekts ein, das sich unter anderem aus Abwärme der Firma Woodward L’Orange speist. Was die neun Monate Bauzeit anbelangt, dankte er den Anliegern für deren Geduld bei den teilweise langen, schwierigen und belastenden Straßenarbeiten. Schaubilder verdeutlichten, welche Straßen bereits angeschlossen sind und wann der weitere Wärmeanschluss wo erfolgen wird.
Noch nicht ganz zufriedenstellend sei derzeit allerdings die Anschlussdichte. In einigen Straßen sollte diese noch einen Schub bekommen, waren sich die Fachleute einig. Nichtsdestotrotz ist die Zwischenbilanz positiv: Nach einer Rekordbauzeit von nur neun Monaten konnten 2025 bei einer Leitungsbaulänge von 1,8 Kilometern bereits 40 Hausanschlüsse verlegt werden, 2026 kommen weitere 43 Hausanschlüsse entlang einer Leitungsstrecke von 1,6 Kilometern hinzu.
Unter der Fragestellung „Wo wird wann gebaut und was bedeutet das vor Ort?“ verwies Gärtner vorsorglich darauf, dass es in zwei Straßen in den kommenden Monaten „turbulent“ werden könnte.
Verkehrsbehinderungen Der Enge wegen werden in der Frühlingsstraße alle Leitungen gemeinsam verlegt, weshalb Verkehrsbehinderungen unabdinglich sind. Diese sind auch im Knotenpunkt Lombacher Straße zu erwarten. Dort müssen nicht nur Strom, Breitband und Nahwärme verlegt, sondern auch die neue Straßenbeleuchtung und neue Wasserschächte gebaut werden. Als Hauptachse durch den Ort hat diese Straße verkehrsstrategisch eine hohe Bedeutung – trotzdem wird eine Vollsperrung über mehrere Monate notwendig sein.
Vergünstigungen
Ein Versprechen hatte Daniel Hämmerle, Kundenbetreuer und Ansprechpartner für alle Abläufe, mitgebracht: „Wer sich jetzt noch für einen Anschluss an die Nahwärme entscheidet, erhält diese noch zu den günstigen Ausgangskonditionen – solange der Bagger noch rollt“. Und: „Je mehr mitmachen, umso stabiler wird das ganze Konstrukt“, zeigte sich Hämmerle überzeugt.
Wie Pfeifer ergänzte investiert die Gemeinde in die Nahwärmeversorgung insgesamt elf Millionen Euro. Die 4,24 Millionen Euro Bundesförderung seien dabei eine tragende Säule dieses Projekts.