Schmuckes Dorf mit vielen Projekten: Ein Blick auf Steinachs Ortskern rings um Rathaus, Schule und Halle. Foto: Aberle

Steinach hat bis 2030 viel vor – doch die Ressourcen sind begrenzt. Bei einer Bürgerversammlung stellte Rathauschef Benedikt Eisele den Haushalt vor und warb für eine Bürgerstiftung.

Am Samstagabend wurde ein neues Format des Frühjahrsempfangs getestet. Zuerst fand im neu gestalteten Pfarrgarten bei schönstem Wetter ein Empfang für geladene Gäste aus Gesellschaft, Politik, Vereinen und Wirtschaft statt. Danach ging es in der Turn- und Festhalle mit einer sehr gut besuchten Bürgerversammlung weiter.

 

Das Ensemble „Handvoll Blech“ eröffnete den Abend, den Bürgermeister Benedikt Eisele unter das Motto „Realismus und Optimismus“ gestellt hatte. „Wir leben ohne Zweifel in einer Welt voller Herausforderungen.“ Trotzdem gebe der Frühling immer wieder Anlass für einen neuen Aufbruch. Aufgrund der Haushaltslage werde man Prioritäten setzen müssen, denn die Wünsche seien größer als die Möglichkeiten.

Eisele wünschte sich eine große Bürgerbeteiligung bei den anstehenden Themen. Ob Kita, Klimaschutz, Straßenbau, Schwimmbaderhalt oder die Unterstützung der Vereine, es werde nicht einfach. „Wir haben keinen Einfluss auf die Welt, aber hier vor Ort haben wir Möglichkeiten.“

Eisele fordert eine größere Bürgerbeteiligung

Welschensteinachs Ortsvorsteher Xaver Rockenstein lobte den neuen Bürgermeister: Eisele habe in viereinhalb Monaten Amtszeit gefühlt schon jedes Themenfeld beackert. Das Zusammenspiel von Bürgern, Verwaltung, Behörden und Fachplanern beinhalte unterschiedliche Perspektiven, die zusammengeführt werden müssten. Eine Entwicklung gelinge nur gemeinsam. „Wo Hoffnung in der Zukunft liegt, liegt Kraft in der Gegenwart.“

SPD-Bundestagsabgeordneter Johannes Fechner unterstrich: „Wir wissen in Berlin, wie dramatisch die finanzielle Situation der Gemeinden ist.“ Mit dem Sondervermögen, von dem Steinach anteilig 2,6 Millionen Euro erhält, sei es nicht getan, das sei klar. „Mit der Einmalspritze ist das Problem nicht vom Tisch, wir schnüren sonst den Gemeinden die Lebensader ab“, stellte er weitere Entlastungen in Aussicht.

Benedikt Eisele nutzte die Bürgerversammlung, um den Gemeindehaushalt in den Fokus zu rücken. Die gesamtwirtschaftliche Situation sei zwar nicht rosig, stehe aber auf soliden Füßen. Im Ergebnishaushalt für 2026 stehen Einnahmen von 12,18 Millionen Euro Aufwendungen von 12,53 Millionen Euro gegenüber.

Zahlreiche Projekte stehen auf der Wunschliste

Die Kreisumlage (2,12 Millionen Euro), Finanzausgleichsumlage (1,46 Millionen Euro), Personalkosten (2,56 Millionen Euro) und die Betriebskostenumlage für Kindertagesstätten (1,7 Millionen Euro) wiegen schwer, viele weitere Ausgaben belasteten den Haushalt. Der jährliche nicht gedeckte Aufwand bei verschiedenen Einrichtungen, der durch Steuermittel ausgeglichen werden müsse, stelle große Herausforderungen dar.

Die Pflichtaufgaben als Schulträger beliefen sich auf 475 000 Euro, für die Kindertagesstätten auf 921 000 Euro. Für das Freibad und das Kinzigtalbad sind 377 000 Euro fällig, für die Pflichtaufgabe der Verkehrsanlagen 614 000 Euro und für den Feuerschutz 231 000 Euro, so Eisele.Die Liste der beauftragten, beschlossenen und geplanten Projekte bis 2030 sei indes ziemlich lang.

Alles Projekte, die vor seiner Zeit angestoßen wurden, so Eisele. Darunter der Schul-Anbau, die Mehrzweckhalle, die alte Post, das Kindergartengebäude, der Spielplatz in Welschensteinach, die Bauhof-Modernisierung, das Regenüberlaufbecken im Lachen, das Korbladenareal, der Breitbandausbau, die Gestaltung der Schulstraße, ein Feuerwehrfahrzeug, Lärmschutz und der Radweglückenschluss in Welschensteinach.

Es gibt einen hohen Investitionsbedarf in der Gemeinde

„Wir werden Prioritäten setzen müssen, eine Leistung streichen oder Beiträge erhöhen“, schaute Eisele in die Zukunft. Es gebe einen hohen Investitionsbedarf, es würden damit aber auch Werte geschaffen, die der Gemeinde wieder zugute kommen. Dennoch sagte der Bürgermeister angesichts der Kosten: „Ich mache mir Sorgen, wie wir unseren Alltag finanzieren.“

Gründungsidee einer Stiftung steht für die Gemeinde Steinach im Raum