Der Mauchener Chor Pinot Presto sorgte nebst anderen Kulturvereinen für musikalische Auflockerung des Abends. Foto: Jasmin Soltani-Lange

Ein gesellschaftliches Ereignis ist wieder der Schliengener Bürgertreff gewesen. Viele nutzen den Abend, sich über das Geschehen in der Gemeinde zu informieren.

Nebst Bürgern aus allen Ortsteilen hieß Bürgermeister Christian Renkert Landrätin Marion Dammann ebenso willkommen wie seinen Amtsvorgänger Werner Bunsdschuh als Ehrenbürger, Bürgermeisterkollegen aus der Nachbarschaft sowie weitere Repräsentanten aus Politik Wirtschaft, Handel und Handwerk.

 

Ein Gruß ging an die Vereine, darunter besonders an jene, die im vorigen Jahr Jubiläum hatten, wie der Chor Frohsinn, der Mauchener Chor Pinot Presto und der Musikverein Eggenertal, aber auch an den Schwarzwaldverein, der für Neubürger neuerdings Tourengutscheine anbiete, die im Rathaus erhältlich seien, wie Renkert berichtete.

Gemeinde entwickelt sich

Nach einem schwungvollen musikalischen Auftakt durch den Schliengener Musikverein zeigte Bürgermeister Renkert wichtige Entwicklungen in der Gemeinde auf. Darunter die Erweiterung der Grundschule in Mauchen, mit der in diesem Jahr begonnen werde, sowie Projekte für Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung. Mit dem Programm „ILE“-Region „Herz des Markgräflerlands“ wurden diverse Projekte zur nachhaltigen Entwicklung und für mehr Lebensqualität gefördert. Das Repaircafé in Schliengen hat seine Arbeit bereits aufgenommen, Renkert nannte noch einen Pavillon für den Schlosspark, einen Idee des Vereins „Schlossparkfreunde Entenstein Schliengen“ oder einen Instrumenten-Anhänger, und er lud Vereine ein, weitere Projekte zu benennen. Schließlich präsentierte er noch den aktuellsten Image-Film der Gemeinde, der auch Teil der neuen Bürgerbroschüre ist.

Unsicherheiten

Trotz der positiven Entwicklungen: Beim Blick auf die aktuelle Stimmung sei festzuhalten, dass die Aufbruchstimmung und der Elan, Dinge zum Guten zu wenden, nachgelassen habe, fand Renkert nachdenkliche Worte. Gründe seien einmal die bedrückende geopolitische Großwetterlage mit Kriegen und Gewalt sowie die zunehmende Unberechenbarkeit in der globalen politischen Entwicklung. Das allein führe zur Unsicherheit und Verlust an Lebensqualität.

Lösungen dauern zu lange

Hinzu käme der Frust darüber, dass die Lösung drängender Probleme in Deutschland nicht schnell genug vorankäme – von der schwächelnden Wirtschaftskraft über den Fachkräftemangel bis zu den Folgen der Klimaanpassung. Gleichzeitig würden die eigenen Arbeitslisten immer länger. Deshalb müsse es einerseits gelingen, die Abhängigkeiten von außereuropäischen Mächten zu verringern, appellierte er an die Volksvertreter in Bund und Land.

Standard staatlicher Leistungen sinkt

Bürger müssten zudem akzeptieren, dass der Standard an staatlichen Leistungen gesenkt werden müsse. Auch die „Detailverliebtheit“ müsse eingekürzt werden – Stichwort Bürokratieabbau. Ansätze dazu gebe es, darunter der „Bau-Turbo“, der den Wohnungsbau erleichtern werde oder die Änderungen im Gaststättengesetz, die es Vereinen bei Veranstaltungen einfacher machen sollen. Allerdings bedinge Bürokratieabbau auch mehr Verantwortung für den Einzelnen, und in den Kommunen, was zu Veränderungen führen werde für die Renkert bereits um Verständnis warb.

Geselliger Austausch

Abschließend lud er alle zum geselligen Austausch in lockererer Runde ein und dankte allen, die zum Gelingen des Abends beitrugen. Es sei eine gute Gelegenheit, „den sozialen Kitt zu erneuern“ und zu erkennen, „dass uns bei aller Verschiedenheit mehr verbindet als wir meinen“.

Mit viel Musik umrahmt

Eine Einladung, die gerne angenommen wurde, nachdem der offizielle Teil, zu dem auch Ehrungen verdienter Vereinsmitglieder gehörte, beendet war und der Musikverein Eggenertal auf der Bühne einen schwungvollen Schlussakkord gesetzt hatte. Für musikalische Auflockerung des Abends hatten zuvor auch der Chor Pinot Presto sowie der Männerchor Eggenertal gesorgt.