Thomas Bossert las das Gedicht „Der Teufel hat das fix gemacht“ vor. Foto: Reinhard

Die Hornberger Bürgerstiftung hat zu einem humorvollen Leseabend eingeladen. Das Publikum erlebte einen abwechslungsreichen Mix aus Witz, Wortkunst und Zauberei.

Zum zweiten Mal hatte die Hornberger Bürgerstiftung zu einem humorvollen Leseabend in den Sitzungssaal des Rathauses eingeladen. „Das erste Mal im vergangen Jahr war ein Experiment gewesen. Wir machen viel nach Versuch und Irrtum und schauen, was den Leuten gefällt“, schickte Vorsitzender Franz Kook der Veranstaltung vorweg. Offensichtlich war die Premiere im vergangenen Jahr gut angekommen, denn auch dieses Mal waren die Sitzreihen mit gespannten Zuhörern gut gefüllt.

 

Kook gab vor Beginn der Beiträge noch ein paar Infos zur Bürgerstiftung (siehe Info). So wurde diese 2013 gegründet und hat seitdem 1,2 Millionen Euro Gesamtvermögen erwirtschaftet. Die schwächelnde Wirtschaft habe sich in jüngster Zeit aber auch bei der Stiftung bemerkt gemacht. So seien im vergangenen Jahr 5500 Euro zusammenbekommen. „Das ist vergleichsweise wenig“, so Kook.

Den Leseabend habe die Bürgerstiftung organisiert, „um den Kontakt zu den Menschen zu halten und ihnen auch Danke zu sagen“, erklärt der Bürgerstiftungsvorsitzende, bevor der erste Beitrag begann. Eva Laumann, Thomas Bossert und Friedrich Wöhrle brachten den Sketch „Schnittbohnen“ von Loriot auf die Bühne. Bei diesem stellten sie ein Interview nach, in dem sich zwei Politiker so phrasendreschend und inhaltsleer über die „Schnittbohnen-Affähre“ ausließen, dass man sich nicht entscheiden konnte, ob man lachen oder weinen sollte. Anschließend gab Alfred Metzler sein erstes „zauberhaftes Intermezzo“. Der Magier gab neben interessanten Tricks, bei dem er einen Ball erscheinen verschwinden und wieder auftauchen ließ einen kurzen humoristischen Einblick in seinen Beruf als Sportlehrer.

Zum ersten Mal dabei bei der Lesung war Rosemarie Götz, die die Geschichte „Chili“ von Ingrid Koch vorlas.

Nächtliches Schwimmen mit Verwechslung

In dieser verwechselt eine Frau nach dem nächtlichen Nacktbaden einen Fremden mit ihren Ehemann, was zu einer höchst peinlichen Situation führt. Nach diesem scharfen Text verblüffte Metzler mit Karten- und Seifenblasentricks. Diese verwandelte er in Glaskugeln und diese wiederum zu einem Lutscher.

In dem Gedicht „Der Teufel hat das fix gemacht“ von Fritz Eckengart las Thomas Bossert vor, wie Satan höchstpersönlich Maggi Fix und damit jüngste Soßengericht erfunden hat.

Zauberer Metzler verband danach eine Anekdote, bei der Diebe ihm eine Uhr, Geld und einen Ring stahlen, mit einer Zaubereinlage, die zeigte, wie er wieder an seinen Besitz gekommen war. Er zauberte das Diebesgut aus der Tüte einfach wieder in seine Taschen. Da seine Gagen verhältnismäßig gering ausfielen, präsentierte er außerdem, wie er aus Klopapier Geldscheine machte.

Wie eine Lüge zu mannigfaltigen Schwierigkeiten führte, erklärte Elke Weis, die die Geschichte „Mitbringsel für Vierbeiner“ von Ephraim Kishon vorlas. Darin beschrieb der Protagonist, wie er in einem Restaurant darum bat, das übrig geblieben Steak für den Familienhund einzupacken – zu peinlich war es ihm, zu gestehen, dass er die Reste zum eigenen Verzehr mitnehmen wollte. Dummerweise meinte der Koch es besonders gut mit dem Tier und packte ihm zu den Steaks auch ein paar Knochen. Die anfängliche Lüge musste bei den folgenden Besuchen immer weiter angepasst werden, um den Koch dazu zu bringen, nur die Steaks in die richtigen Verpackung mitzugeben. Ein ebenfalls im Restaurant speisendes Tierarzt verschlimmerte die Situation immer weiter bis dem Erzähler nichts anderes übrig blieb, Koch, Restaurantbetreiber und Veterinär die Schwindelei aufzutischen, dass der Hund gestorben sei.

Nachdem Metzler einige erstaunliche Tricks mit USB-Kabeln gezeigt hatte, die er auf wundersame Weise verlängerte, kam der letzte Lesebeitrag mit dem Gedicht „Advent“ von Loriot, das Eva Laumann vortrug. In diesem wird haarklein berichtet, wie eine Försterin ihren Mann aus dem Weg räumt – „In dieser wunderschönen Nacht, hat sie den Förster umgebracht“ – und seine Überreste hernach als Geschenke Knecht Ruprecht mitgibt.

Am Ende zeigte Metzler noch, dass er die Geburtstage von Zuschauern anhand eines Astrologie-Buchs und allein durch Fragen, ob die darin aufgeführten Eigenschaften zutreffen, richtig erraten kann.

Die Bürgerstiftung

Die Bürgerstiftung ist eine gemeinnützige und mildtätige Stiftung von Bürgern für Bürger von Hornberg. Sie engagiert sich für das Gemeinwohl, die Bewahrung des kulturellen und natürlichen Erbes sowie der Verbesserung der Lebensqualität. Die Stiftung fördert die Solidargemeinschaft der Einwohner und will Mitverantwortung für die Gestaltung und Entwicklung unserer Stadt übernehmen.