Im Fluorn-Winzelner Rathaus zieht bald ein neuer Bürgermeister ein. Foto: Moosmann

Bislang zeichnet sich noch kein allzu spannender Wahlkampf um das Bürgermeisteramt in Fluorn-Winzeln ab. Nur Rainer Betschner hat sich bis jetzt den Bürgern als Bewerber offenbart. Sicher ist, dass der aktuelle Rathauschef, Bernhard Tjaden, am 30. Januar seinen Hut nehmen wird.

Fluorn-Winzeln - Die Einwohner der Doppel-Gemeinde können sich bisher gewiss nicht über zu viel Auswahl beschweren. Einzig Betschner , aktuell noch Kämmerer und Wirtschaftsförderer bei der Stadt Geisingen, hat schon vor Beginn der Frist am 30. Oktober seine Bewerbung eingereicht. Dieser nutzte bereits die vergangenen Wochen, um sich bei Terminen, Haustürbesuchen oder Rundgängen im Dorf den Wählern vorzustellen. Man könnte also meinen, dass Betschner schon jetzt einen Vorsprung auf weitere mögliche Kandidaten hätte.

"Es ist natürlich zu hoffen, dass sich noch weitere Kandidaten bewerben, damit die Bürger mehr Auswahl haben", sagt der Noch-Bürgermeister Bernhard Tjaden. Dabei sei in der Gemeinde hinsichtlich weiterer Bewerber einiges zu hören gewesen. Ob sich das dann auch bewahrheite, wisse der Rathauschef aber natürlich nicht. Ihm selbst stehe es nicht zu, spätere Anwärter zu unterstützen. "Ich kann mir viel wünschen, aber das tut nichts zur Sache", erklärt er.

Keine öffentliche Vorstellung

Tjaden selber hatte im Juni dieses Jahres im Rahmen einer Gemeinderatssitzung seinen Rückzug vom Amt erklärt. Nach knapp 16 Jahren als Bürgermeister stecke er nicht mehr alles so leicht weg, wie noch zum Beginn seiner Amtszeit, hatte er damals gesagt. "Man weiß nie, was noch bis zum Ende der Frist am 11. Januar bei uns im Briefkasten an Bewerbungen landet. Ich werde mich aber weiterhin mit voller Kraft für die Gemeinde einsetzen", betont Berhard Tjaden.

Der noch stockende Wahlkampf muss wahrscheinlich auch auf eine öffentliche Vorstellung der Kandidaten verzichten – Grund sei natürlich die Pandemie, sagt der Bürgermeister. "Wir hatten eine öffentliche Vorstellung bisher auch nicht angekündigt. In der Gemeinderatssitzung am 14. Dezember werden wir dann vermutlich feststellen, dass es keine geben wird", führt Tjaden aus.

Aufruf an Leser

Den Kandidaten sei es somit selber überlassen, sich den Bürgern vorzustellen. Ob in den sozialen Medien oder über andere Wege, als Noch-Bürgermeister schaue er allem gespannt von außen zu, erzählt Tjaden. Auch unsere Redaktion begleitet den Wahlkampf in der Doppelgemeinde. Aus diesem Grund rufen wir die Leser auf, uns Fragen an die Kandidaten zu schicken. Diese werden wir bei späterer Gelegenheit den Anwärtern stellen und die Antworten im Schwarzwälder Boten veröffentlichen. Die Leser können sich somit direkt beteiligen.

Bernhard Tjaden hat bis dahin noch einige Aufgaben in seiner Gemeinde vor der Brust. Was er nach seiner Amtszeit macht, wisse er noch nicht genau. Mit seiner Frau müsse er aber nach 16 Jahren im Rathaus erst mal eine neue Wohnung finden, lacht der scheidende Bürgermeister. Überhaupt sei in letzter Zeit viel im privaten Umfeld zu kurz gekommen.