Beim zweiten Wahlgang erhielt Bürgermeisterin Grassi deutlich mehr Stimmen als im ersten Durchgang. Foto: Wagner

Waldachtals Bürgermeisterin Annick Grassi benötigte zwei Wahlgänge, um wieder für das Amt gewählt zu werden. Eine Analyse dazu, was beim zweiten Wahlgang den Unterschied machte.

Waldachtal - Knapp ein Prozent fehlten der amtierenden Bürgermeisterin Annick Grassi bei der Bürgermeisterwahl am 9. Oktober für ein eindeutiges Wahlergebnis. Am vergangenen Sonntag knüpfte Grassi jedoch an ihren Erfolg im Jahr 2014 an, als sie mit knapp 59 Prozent und 1577 Stimmen zur Bürgermeisterin gewählt wurde. Mit 58,37 Prozent ließ sie im zweiten Wahlgang ihre Konkurrenten Friedrich Hassel (37,31 Prozent) und Nikolaus Geiger (4,24 Prozent) hinter sich. Samuel Speitelsbach erhielt dieses Mal keine einzige Stimme von den Bürgern.

 

Geiger verliert zehn Prozent

Viele Einwohner stellten sich im Vorfeld die Frage, ob Nikolaus Geiger im zweiten Wahlgang erneut antreten wird. Und wer würde sich die Stimmen sichern, sofern Geiger zurückzieht? Diese Frage kann heute zumindest teilweise beantwortet werden. Schließlich verlor Geiger zehn Prozent seiner Wählerstimmen, wovon neun Prozent auf das Konto von Grassi gingen und knapp ein Prozent an Hassel wanderten.

Am deutlichsten konnte Grassi in Lützenhardt Stimmen gewinnen. Während sie im ersten Wahlgang nur 46,91 Prozent erreichte, holte sie am vergangenen Sonntag 71,66 Prozent der Stimmen. Geiger rutschte in seinem Heimatort von 41,24 Prozent auf 14,71 Prozent ab. Und dies bei der nahezu gleichen Wahlbeteiligung wie am 9. Oktober.

Niedrige Wahlbeteiligung in Lützenhardt

Mit 28,41 Prozent (369 Wähler) hatte Lützenhardt wieder die niedrigste Wahlbeteiligung in der Gemeinde. Mit 43,31 Prozent wies Salzstetten die höchste Beteiligung auf, wo Hassel fast 76 Prozent der Stimmen holte. In Hörschweiler lag die Wahlbeteiligung bei 41,26 Prozent, wo Grassi 83,05 Prozent der Stimmen für sich gewann.

An eine Überraschung wollte niemand so recht am Wahlabend glauben. Vor allem die Wähler der amtierenden Bürgermeisterin rechneten mit einem Sieg im zweiten Wahlgang, wofür die einfache Mehrheit ausreichend war. "Wenn es ausgeht wie im ersten Wahlgang, dann reicht ihr das", stellten viele der Wähler vermehrt fest. So fassten einige Bürger den deutlichen Stimmengewinn von Grassi letztlich zumindest als eine kleine Überraschung am Wahlabend auf. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung in der Gemeinde bei 57,43 Prozent, worüber sich die Beteiligten zufrieden zeigten. Von 4940 Wahlberechtigten gaben 2837 Personen ihre Stimme ab.