Dieter Bischoff (Zweiter von links) wurde für eine vierte Amtsperiode gewählt. Ihm und seiner Frau Petra gratulierten sein Stellvertreter und Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses Horst Dieterle (links) und Landrat Klaus Michael Rückert. Foto: Stadler

Mit großer Mehrheit hat Dieter Bischoff die Bürgermeisterwahl in Pfalzgrafenweiler gewonnen. Der alleinige Kandidat erzielte mit 88,7 Prozent der Stimmen ein immer noch komfortables, aber auch schlechteres Ergebnis als vor acht Jahren.

Das kannte man schon aus Grömbach und zuletzt auch aus Bad Rippoldsau-Schapbach: Die freie Zeile auf dem Stimmzettel hat Konjunktur. Immer dann, wenn man mit der Kandidatenauswahl – oder, wie in Pfalzgrafenweiler, mit dem einzigen Kandidaten – nicht zufrieden ist, aber dennoch von seinem Wahlrecht Gebrauch machen will, trägt man dort jemanden anderen ein.

In Pfalzgrafenweiler taten dies am Sonntag 154 Bürger der Gesamtgemeinde, darüber hinaus waren 58 Stimmen ungültig. Dieter Bischoff kam am Ende auf 88,68 Prozent – 1206 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis bei 25,15 Prozent und damit nur leicht höher als vor acht Jahren, als es 24,7 Prozent waren.

7,2 Prozentpunkte weniger als 2015

Bischoffs Stimmenzahl lag am Sonntag rund 7,2 Prozentpunkte unter der von 2015. Er freute sich dennoch. Nach der Ergebnisverkündung in der Festhalle machte er aber in einem ersten Statement auch klar, dass die nun bald beginnende vierte auch seine letzte Amtszeit sein wird: „Ich will nicht der Joe Biden von Pfalzgrafenweiler werden“, spielte er scherzend auf das Alter des US-Präsidenten an.

Viele Bürger, Rathaus-Mitarbeiter, Ortsvorsteher, Gemeinderäte, Bürgermeister aus Nachbargemeinden und Landrat Klaus Michael Rückert waren in die Festhalle gekommen, um Bischoff zu gratulieren.

Zu wenige Urnenwähler in Edelweiler

Dass es bis zur Verkündung des Ergebnisses ein wenig länger dauerte, als im Vorfeld gedacht, hatte sich bereits eine halbe Stunde vor Schließung der Wahllokale abgezeichnet – in Edelweiler. Da dort den ganzen Tag über insgesamt nur 37 Wähler ins Schulhaus gekommen waren, trat ein umständliches, gesetzlich aber so vorgeschriebenes Prozedere in Kraft, das bei unter 50 Urnenwählern in einem Wahlraum greift.

Hauptamtsleiter Marco Kaupp musste also zunächst nach Edelweiler fahren, um diesen Umstand offiziell festzustellen. Dann wurden die Stimmzettel aus Edelweiler nach Kälberbronn gebracht und erst dort für beide Ortsteile zusammen ausgezählt. Anschließend mussten Ergebnisse und Stimmzettel von Kälberbronn nach Pfalzgrafenweiler transportiert werden, wo das Ergebnis noch bestätigt werden musste, bevor es offiziell verkündet wurde.

Bischoffs Ergebnisse in den Wahlbezirken

Hier die Stimmenanteile für Bischoff in den einzelnen Wahlbezirken:

Pfalzgrafenweiler I (Kinderkrippe): 91,79 Prozent

Pfalzgrafenweiler II (Jugendraum): 90,13 Prozent

Pfalzgrafenweiler III + Neu-Nuifra (katholischer Gemeindesaal): 87,6 Prozent

Pfalzgrafenweiler IV (Sporthalle): 86,23 Prozent

Bösingen (Rathaus): 91,98 Prozent

Durrweiler (Gästehaus Leib): 91,21 Prozent

Herzogsweiler (Bürgerhaus): 93,5 Prozent

Kälberbronn (Rathaus) zusammen mit Edelweiler (Schulhaus): 64,41 Prozent

Briefwahl I (Pfalzgrafenweiler und Neu-Nuifra: 91,39 Prozent

Briefwahl II (Ortsteile): 95,54 Prozent