Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, Bürgermeisterkollegen, Landrat, Gemeinderäte, und Ortsvorsteher sowie Bischoffs Familie warteten mit dem neu gewählten Bürgermeister in der Festhalle auf die Ergebnisse aus den einzelnen Wahlbezirken. Foto: Sabine Stadler

Das amtliche Endergebnis der Bürgermeisterwahl wurde gestern bis Redaktionsschluss vom Gemeindewahlausschuss nicht bestätigt. Doch schon das vorläufige Ergebnis zeigte deutliche Veränderungen zur Wahl im Jahr 2015.

5638 Bürger – 256 mehr als beim letzten Mal – waren diesmal berechtigt, eine Stimme abzugeben und den Rathauschef zu wählen. Mit 1206 Stimmen für Bischoff (88,68 Prozent) startet der Amtsinhaber nun in die vierte Wahlperiode. Die Wahlbeteiligung lag um ein halbes Prozent höher als vor acht Jahren. Doch während es bei der letzten Wahl lediglich zwölf gültige Stimmen für andere Personen gab, waren es dieses Mal 154.

Auch Wählerstimmen für den Hauptamtsleiter

Auffällig war, dass im Wahlbezirk Kälberbronn, der zusammen mit Edelweiler ausgezählt werden musste, insgesamt 35,59 Prozent der Stimmen auf andere Bewerber entfielen. Dieter Bischoff erreichte hier mit 64,41 Prozent das schlechteste Ergebnis aller elf Wahlbezirke einschließlich der Briefwahlbezirke. Erstaunlich oft – so war bei der öffentlichen Auszählung im Mehrzweckraum der Sporthalle zu beobachten – tauchte in der leeren Zeile der Name von Hauptamtsleiter Marco Kaupp auf. Insgesamt entfielen in diesem Wahlbezirk 19 Stimmen (13,77 Prozent) auf andere Personen. Im Wahlbezirk Kälberbronn/Edelweiler entschieden sich laut vorläufigem Endergebnis sogar 42 Wahlberechtigte nicht für den Amtsinhaber, der hier von 76 Bürgern wiedergewählt wurde.

Schwächeres Ergebnis als 2015

Dass der 62-Jährige bei seiner vierten Wahl mit einem schwächeren Ergebnis als 2015 rechnen musste, hatte sich bereits im Vorfeld bei den Bürgergesprächen in den Ortsteilen abgezeichnet. Oft bekam Bischoff, wie er sagt, den Satz zu hören: „Wozu sollen wir wählen gehen, es ist doch sowieso klar, wer gewinnt.“ Auch die Flüchtlingsunterbringung in den Containern beim Wasserturm habe möglicherweise einen Teil dazu beigetragen, vermutet er.

Landrat lobt erfolgreiche Arbeit

Insgesamt verlief der Wahlsonntag in allen Wahlbezirken sehr ruhig, da nur etwas mehr als ein Viertel aller Wahlberechtigten vom Wahlrecht Gebrauch machte. Die einzelnen Ergebnisse wurden dann in der Festhalle bekanntgegeben. Landrat Klaus Michael Rückert war neben mehreren Bürgermeisterkollegen, Gemeinderäten, Ortsvorstehern und Bürgern der erste offizielle Gratulant zur Wiederwahl. Er dankte Bischoff für die Bereitschaft, „weitere acht Jahre zu ackern und den Karren zu ziehen“. Der Landrat lobte die erfolgreiche Arbeit von Dieter Bischoff, der mit Stolz auf die letzten drei Amtsperioden in einer gut ausgestatteten sowie lebens- und liebenswerten Gemeinde blicken könne.

Bischoff wird emotional

Bischoff nahm die Worte des Landrats dankend entgegen und sagte: „Auch einem alten Gaul tut es gut, wenn er gestreichelt wird.“ Dank sagte er aber auch allen Wählern. Er bedauere, dass die Wahlhelfer einen „langweiligen“ Wahlsonntag mit viel Leerlauf hinter sich bringen mussten, so Bischoff. Dann wurde er emotional.

Bei dem Satz „Über allem steht der Rückhalt durch die Familie und ganz vorne meine Frau Petra“, versagte dem Bürgermeister die Stimme. Nach einem Kuss für seine Frau gab es für Bischoff Umarmungen seiner drei erwachsenen Kinder. In Shirts mit dem Aufdruck „Team Didi“ bewirteten die beiden Töchter Julia und Sandra sowie Sohn Markus die zahlreichen Gäste in der Festhalle, die mit Bischoff feierten und ihm zu seinem Wahlsieg gratulierten.