Ralf Argast würde gerne Bürgermeister von Malsburg-Marzell werden. Foto: Argast

Ralf Argast, der bei der Malsburg-Marzeller Bürgermeisterwahl kandidiert, stellt sich den Fragen der Redaktion.

Welche Schwerpunkte wollen Sie in Ihrer künftigen Arbeit setzen?

 

Mein Ziel ist ein modernes Malsburg-Marzell, das seine Identität bewahrt. Ich setze auf eine solide Infrastruktur und eine bürgernahe, digitale Verwaltung, um die Wege ins Rathaus zu verkürzen. Die konsequente Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an kommunalen Entscheidungen ist mir wichtig. Unsere intakte Natur verdient besonderen Schutz – insbesondere vor der Errichtung von Windrädern an sensiblen Standorten.

Die finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinde ist stark eingeschränkt. Was können Sie noch gestalten?

In Zeiten knapper Kassen ist eine klare Priorisierung mein wichtigstes Werkzeug. Wir können zwar nicht alles gleichzeitig umsetzen, aber wir können durch kluge Investitionen viel erreichen. Mein Ansatz ist ein aktives Fördermittel-Management: Ich werde gezielt nach geeigneten Förderprogrammen suchen, um jedes Projekt bestmöglich zu hebeln. Zudem setze ich auf eine engere interkommunale Zusammenarbeit mit anderen Kommunen, um Kosten zu teilen und neue Spielräume für das Dorfleben zu gewinnen.

Sehen Sie Malsburg-Marzell als Teil des ländlichen Raums im Landkreis finanziell angemessen berücksichtigt?

Malsburg-Marzell ist ein unverzichtbarer Teil des Landkreises. Wir bieten eine hohe Lebensqualität und einen wichtigen Erholungswert für die gesamte Region. Doch die Verteilung der Ressourcen muss die besonderen Bedürfnisse unserer weitläufigen Gemeinde stärker berücksichtigen. Ich werde mich im Kreistag mit Nachdruck dafür einsetzen, dass Investitionen nicht an den städtischen Zentren haltmachen. Unsere Heimat verdient eine faire Wertschätzung und eine angemessene finanzielle Berücksichtigung.

Was kann der Landkreis tun, damit die ländliche Region gefördert und nicht abgehängt wird?

Der Landkreis muss die Daseinsvorsorge in der Fläche garantieren, was vor allem einen besseren Ausbau der Busanbindungen erfordert. Zudem muss der Kreis helfen, den Tourismus anzukurbeln, um Malsburg-Marzell als Erholungsort wieder attraktiver zu gestalten. Nur durch gezielte Unterstützung unserer Infrastruktur bleibt unsere Heimat langfristig lebenswert und zukunftssicher.

Was müsste sich in Sachen Verkehrsanbindung der Gemeinde verbessern?

Eine verlässliche Schülerbeförderung, die ihren Namen verdient, hat für mich oberste Priorität: Kinder in Malsburg-Marzell müssen sicher, pünktlich und ohne Ausfälle zur Schule kommen. Ein genereller Ausbau der Buslinien ist absolut sinnvoll. Ebenfalls sollte eine direkte Verbindung nach Zell im Wiesental geprüft werden, um eine bessere Anbindung an das Wiesental und die S-Bahn zu schaffen.

Wie stehen Sie zum Thema Windkrafträder im Südschwarzwald?

Windkraft ist ein wichtiger Baustein der Energiewende, doch der Schutz unseres Landschaftsbildes im Südschwarzwald ist für unsere Identität und den Tourismus essenziell. Es ist wichtig, Mensch und Natur nicht übermäßig zu belasten. Da unsere Gemeinde als Erholungsort von ihrer unberührten Natur lebt, stelle ich mich gegen die Umsetzung von Windkraftanlagen direkt in Malsburg-Marzell.

Kann sich Malsburg-Marzell im Tourismusgebiet Südschwarzwald noch besser positionieren?

Durch den Ausbau von Themenwanderwegen und eine bessere digitale Vermarktung können wir gezielt Kurzurlauber und Naturfreunde ansprechen. Meine Idee ist eine deutlich engere Kooperation mit der Schwarzwald Tourismus GmbH, die entscheidend ist, um Malsburg-Marzell überregional attraktiver zu positionieren. Investitionen in die lokale Infrastruktur sind nötig, um unsere Gemeinde als festes Ziel im Südschwarzwald zu etablieren und den Erholungswert für Gäste wie Bürger nachhaltig zu steigern.

Stichwort Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder: Was kann Malsburg-Marzell leisten?

Malsburg-Marzell kann sich eine Ganztagesbetreuung nur leisten, wenn Angebote bedarfsgerecht modular und finanziell tragfähig aufgebaut werden. Priorität haben verlässliche Kernzeiten, Kooperationen mit Vereinen und externen Trägern sowie effiziente Nutzung vorhandener Räume. Ein schrittweiser Ausbau sichert Qualität und Kostenkontrolle.

Warum sollten junge Familien nach Malsburg-Marzell ziehen?

Malsburg-Marzell bietet ein sicheres, naturnahes Umfeld mit starkem dörflichem Zusammenhalt und liegt ideal am Wirtschaftsraum Dreiländereck. Es ist ein Ort, an dem Kinder behütet aufwachsen können und Familien eine echte Gemeinschaft finden. Durch die gezielte Verbesserung der digitalen Infrastruktur und der Verkehrsanbindung lässt sich hier die ideale Basis für modernes Wohnen und Arbeiten im Grünen schaffen.

Welche Ursache hat aus Ihrer Sicht das hohe AfD-Ergebnis bei der Landtagswahl?

Ein wesentlicher Grund für dieses Ergebnis ist, dass die Diskussionskultur in unserer Gesellschaft zunehmend verloren geht. Zuhören, sachlich streiten und die eigene Meinung zu überdenken, wird seltener. Wenn Fronten verhärten, entsteht Frust. Als Bürgermeisterkandidat sehe ich es als meine Aufgabe, durch Transparenz und Bürgernähe Vertrauen zurückzugewinnen und Menschen wieder aktiv einzubinden.