Mario Singer würde gerne Bürgermeister von Malsburg-Marzell bleiben. Foto: Singer

Amtsinhaber Mario Singer, der erneut bei der Malsburg-Marzeller Bürgermeisterwahl kandidiert, stellt sich den Fragen der Redaktion.

Welche Schwerpunkte wollen Sie in Ihrer künftigen Arbeit setzen?

 

Meine Schwerpunkte liegen auf dem, was für Malsburg-Marzell in den kommenden Jahren entscheidend ist: eine verlässliche Wasser- und Abwasserinfrastruktur, der Erhalt und die Sanierung der Straßen und Wege, die Weiterentwicklung von Kindergarten und Grundschule sowie eine bessere Verkehrsanbindung. Zudem ist es mir wichtig, die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft zu schützen und die Gemeinde im stetigen Austausch gemeinsam verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.

Die finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinde ist stark eingeschränkt. Was können Sie noch gestalten?

Die Haushaltslage schränkt die Gemeinde ein – das ist die Realität. Umso wichtiger ist es, klare Prioritäten zu setzen. Genau das werde ich umsetzen. Fördermittel müssen konsequent genutzt und Investitionen auf das Wesentliche konzentriert werden. So bleibt die Gemeinde trotz knapper Mittel handlungsfähig.

Sehen Sie Malsburg-Marzell als Teil des ländlichen Raums im Landkreis finanziell angemessen berücksichtigt?

Nein, aus meiner Sicht liegt hier ein klares Missverhältnis vor: Gemeinden wie Malsburg-Marzell tragen eine besondere Verantwortung für den Erhalt umfassender Natur- und Kulturlandschaften. Diese vielfältigen Leistungen kommen der gesamten Region zugute. Deshalb müssen wir für den Erhalt der naturnahen Landschaft deutlich stärker finanziell unterstützt werden.

Was kann der Landkreis tun, damit die ländliche Region gefördert und nicht abgehängt wird?

Der Landkreis muss den ländlichen Raum, so auch Malsburg-Marzell, stärker in den Blick nehmen wie beispielsweise beim Ausbau der Infrastruktur, der Mobilität, der medizinischen Versorgung und den Genehmigungsverfahren. Die extrem hohen Belastungen von ländlich geprägten Flächengemeinden sind finanziell zu würdigen. Diese Punkte werde ich aktiv einfordern und konsequent vertreten.

Was müsste sich in Sachen Verkehrsanbindung der Gemeinde verbessern?

Eine bessere Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist entscheidend. Ich werde mich für verlässliche Taktungen und den Ausbau flexibler Angebote, wie zum Beispiel Rufbusse, einsetzen. Mobilität ist eine Grundvoraussetzung für die Zukunft von Malsburg-Marzell.

Wie stehen Sie zum Thema Windkrafträder im Südschwarzwald?

Der Energiewende darf sich die Gemeinde nicht verschließen. Für mich gilt aber ganz klar: Der Schutz von Trinkwasser, Natur- und Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger hat Vorrang. Es darf keinen Ausverkauf der Landschaft geben. Entscheidungen müssen transparent getroffen und alle Bürgerinnen und Bürgern frühzeitig einbezogen werden.

Kann sich Malsburg-Marzell im Tourismusgebiet Südschwarzwald noch besser positionieren?

Ich setze auf einen nachhaltigen Tourismus, der die Natur, die Erholung und die regionale Identität stärkt. Diesen Weg werde ich gemeinsam mit dem Naturpark Südschwarzwald konsequent weiterentwickeln.

Stichwort Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder: Was kann Malsburg-Marzell leisten?

Wir werden die Ganztagsbetreuung dort ausbauen, wo Bedarf besteht und es organisatorisch sowie finanziell sinnvoll und tragbar ist. Ich stehe für realistische Lösungen.

Warum sollten junge Familien nach Malsburg-Marzell ziehen?

Malsburg-Marzell bietet eine hohe Lebensqualität: eine naturnahe Umgebung, eine starke Gemeinschaft und gute Entwicklungsmöglichkeiten für Kinder. Diese Stärken werde ich sichern und gezielt weiter ausbauen.

Welche Ursache hat aus Ihrer Sicht das hohe AfD-Ergebnis bei der Landtagswahl?

Viele Bürgerinnen und Bürger fühlen sich mit ihren Sorgen nicht ausreichend gehört. Mein Ansatz ist klar: Zuhören, ernst nehmen und konkrete Lösungen liefern. Nur so kann Vertrauen in eine stabile, demokratische Gemeinschaft geschaffen werden.