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Bürgermeisterwahl Loßburg Bürger löchern Kandidaten – und finden wunde Punkte

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Herausforderer Alexander Kebeck Foto: Privat

Loßburg - Jede Menge Fragen an die beiden Bürgermeister-Kandidaten waren bei der Gemeindeverwaltung Loßburg eingegangen. Einem Teil davon mussten sich Amtsinhaber Christoph Enderle und Herausforderer Alexander Kebeck am Freitag stellen.

Wie die beiden zur Windkraft auf Gemeindeflächen stehen, wollten Bürger wissen. Die Gemeinde werde auf ihren Grundstücken keine Flächen dafür ausweisen, machte Enderle klar. Es sei nicht die Aufgabe der Gemeinde, hier voranzugehen. Dennoch wolle die Kommune das Thema durch "gewisse Konzentrationsflächen steuern". Sein Herausforderer sieht das anders. Er findet, das Projekt sollte vorangetrieben werden und hat bereits mit Ortsvorstehern darüber gesprochen.

Einige Bürger sprachen von einer Zentralisierung im Mutterort und wollten wissen, wie die beiden die Teilorte stärken wollen. Kebeck zeigte sich enttäuscht über seinen Versuch vor zwei Jahren, ein "Ortsbussle" auf den Weg zu bringen, um vor allem ältere Menschen zu unterstützen. Doch es sei nichts geschehen. "Wir haben immer versucht, alle Teilorte gleich zu behandeln", sagte Enderle, der neben Wohnbauprojekten auch das Mitfahrbänkle in Wittendorf auflistete. Eine Art Ruftaxi sei auf dem Weg. "Wir sind eine Gesamtgemeinde und nicht zentral."

Auch die Radwege waren Thema. Nur zu gerne hätte Enderle einen nach Freudenstadt, doch die Planung sei Aufgabe des Landes. Sollte die Gemeinde die entsprechenden Flächen der Eigentümer bekommen, werde es auch einen nach Wittendorf geben. Zudem soll der Radweg nach Dottenweiler ausgebaut und der Flößerpfad radfreundlich werden. Kebeck hatte keine konkrete Antwort parat. Dafür fehle ihm der tiefere Einblick. Den bräuchte er auch, um die Frage, wie er die Ortsumfahrung voranbringen wolle, zu beantworten, so Kebeck. Auf alle Fälle müsse man "Druck aufbauen". Laut Enderle müsse das Land planen und der Bund das Geld bereit stellen. Die Gemeinde könne nicht nur Druck machen, sie müsse auch Vorarbeiten leisten und die Flächen für die Trasse aufkaufen. Es werde auch überlegt, ob die Gemeinde nicht auch für den Bau die finanzielle Vorleistung übernehmen sollte.

Attraktiver für Familien

Weshalb die Gemeinde 14 Millionen Euro für eine Sportanlage ausgeben wolle und ob auch ein Kunstrasenplatz geplant sei, wollten Bürger wissen. "Das kann ich nicht beantworten", sagte Kebeck. Das Projekt bezeichnete er aber als "sehr gut". Das Geld sei für die Sanierung des Hallenbads und für den Bau einer Dreifeldsporthalle, sagte Enderle. Einen Kunstrasenplatz könne er sich beim Kleinspielfeld der Schule vorstellen, versprechen könne er ihn aber nicht.

Bei der Frage, wie der Ortskern Loßburgs für Familien attraktiver werden könnte, verwies Enderle auf den Mehrgenerationenplatz, der 2021 gebaut werden soll. Kebeck fand das Vorhaben gut. Ein Mehrgenerationenplatz sei auch für den Tourismus wichtig. Auf die Frage, was er in Angriff nehmen möchte, antwortete Kebeck spontan: "Dass ich Schultes werde." Er versprach, dann die Allgemeinheit in seine Entscheidungen einzubeziehen. Enderle will die medizinische Versorgung verbessern und den Einzelhandel im Ort stärken. Wohnraum für junge Familien schaffen möchte Enderle schon, allerdings wolle er seitens der Gemeinde dafür keine Wohnbaugenossenschaft gründen. Das sah Kebeck anders. Loßburg sei eine "reiche Gemeinde" und es sei ihre Pflicht, dafür zu sorgen, dass sich auch Sozialhilfeempfänger in ihr wohl fühlen. Das Problem des Leerstands in den Geschäften will Kebeck durch Unterstützung derer, die man im Ort haben wolle, erreichen. Konkrete Vorschläge machte er nicht.

Anonyme Anzeige

Enderle verwies auf Gespräche mit dem HGV. Man habe bereits "Start-ups" angesiedelt und auch mit Eigentümern über eine Mietminderung geredet. Angesprochen auf die Anzeige im Staatsanzeiger, in der eine Interessengemeinschaft anonym für Bürgermeisterkandidaten in Loßburg geworben hatte, forderte Enderle diejenigen auf, die mit seiner Arbeit nicht zufrieden sind, mit ihm das Gespräch zu suchen. Kritisches musste sich auch Kebeck gefallen lassen: Wie oft er schon an einer Gemeinderatssitzung teilgenommen habe, wurde gefragt. Ungefähr an sieben, antwortete Kebeck, eine davon in Loßburg. Auf Nachfrage Enderles räumte er ein, aus beruflichen Gründen erst um 18.27 Uhr gekommen und nach dem Tagesordnungspunkt Kandidatenvorstellung wieder gegangen zu sein.

Die Videos zur Kandidatenvorstellung sind jetzt online.

Weitere Informationen auf der Homepage der Gemeinde und auf Youtube

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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