Wolfgang Graf will Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde Unterreichenbach werden. Foto: Wolfgang Krokauer

Am 13. Oktober ist Bürgermeisterwahl in Unterreichenbach. Wolfgang Graf will Rathauschef werden. Der 58-jährige Bewerber lebt seit 46 Jahren im Ort.

Der gebürtige Stuttgarter Graf lebte mit seinen Eltern zunächst acht Jahre in der Landeshauptstadt, dann vier Jahre in Vaihingen an der Enz, bevor er mit seinen Eltern nach Unterreichenbach kam.

 

Er lernte zuerst Flaschner und schulte dann zum Berufskraftfahrer um. Momentan ist er ohne Arbeit.

Graf war verheiratet. Zehn Jahre lang war er alleinerziehender Vater für seine drei Kinder.

Und warum will Graf Bürgermeister werden? Als Berufskraftfahrer ist er viel in der Welt herumgekommen. Jetzt sei es an der Zeit, etwas für die „Homebase“ zu tun, findet er: „Unterreichenbach ist meine Heimat und die Heimat meiner drei Kinder.“ An der Heimat hänge viel Herzblut.

Im Ort präsent sein

In einer Verwaltung hat Graf nie gearbeitet. Das sieht er nicht als Nachteil: „Ich weiß, wie Verwaltungen funktionieren, weil ich bei Schwertransporten Anträge für Genehmigungen erstellt habe.“ Er findet, dass ein Schultes kein Verwalter sein müsse: „Ich sehe den Bürgermeister als Bindeglied zwischen Verwaltung und Bürger.“ Der Rathauschef müsse im Ort präsent sein, ob im Kindergarten, im Bauhof, in der Schule, bei den Gewerbetreibenden oder wenn er im Ort zu Fuß unterwegs sei: „Viele Dinge erfährt man auf der Straße und nicht im Büro.“ Graf hält es deshalb auch für ganz wichtig, dass ein Bürgermeister im Ort wohnt.

Die Leute kennen ihn

Beim laufenden Wahlkampf hält Graf hält es für unnötig, sich zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten vorzustellen, wie es seine Konkurrenten um das Bürgermeisteramt, Lukas Klingenberg und Denis Scharwächter, tun: „Ich muss mich nicht vorstellen, weil die Leute mich kennen.“

Weil Graf schon viele Jahre im Ort lebt, glaubt er zu wissen, was die Menschen sich wünschen. Das ist zum Beispiel eine gewisse Grundversorgung. Es müsse mehr geben als einen wöchentlichen Markt. Ihm schwebt ein Lebensmittelladen mit Kiosk im Bahnhofsgebäude vor. Die Kunden hätten die Gelegenheit, die Zeitung, einen Kaffee und ein Brötchen zu kaufen. Ein Interessent könnte das Bahnhofsgebäude mieten oder kaufen.

Dort könne auch ein Bürgerbüro untergebracht werden. Gerade ältere Menschen mit Rollator oder Rollstuhlfahrer bräuchten auch im Tal eine Anlaufstelle. Das Bahnhofsgebäude wäre dafür gut geeignet. Das Rathaus sei oben im Ort und deshalb für manche schwer zu erreichen.

Auch für die Gewerbetreibenden will Graf etwas erreichen: „Wir haben kein Gewerbegebiet. Vielleicht findet sich was.“