Bürgermeister Andreas Braun bleibt Rathauschef in Unterkirnach. Er wurde am Sonntag mit 66,8 Prozent der Stimmen erneut gewählt.
Unterkirnach - Nach einem fairen, aber trotzdem aufregenden Wahlkampf, stand es am Sonntag gegen 20.45 Uhr fest: Braun hat im ersten Wahlgang mit 66,8 Prozent, das sind 949 Stimmen, die Wahl für sich entschieden, seine Gegenkandidaten erhielten 263 Stimmen für Alexis Klausch, 151 Stimmen für Gerhard Graf, 30 für Bernd Uwe Ayasse und 14 für Samuel Speitelsbach.
Gemeinderat Horst Belz erklärte: "Es ist so gekommen, wie ich es erwartet habe, ich habe mit über 60 Prozent gerechnet und bin zufrieden." Seiner Meinung nach hatten die Unterschiede bei der Podiumsdiskussion den Ausschlag gegeben.
Franka Braun sprach klare Worte: "Die Geburt meiner drei Kinder war nicht so spannend wie diese Wahl. Sie war doch sehr existenziell. Ich war in den letzten Wochen sehr angespannt und hoffe, dass sich jetzt die Wogen glätten", betonte sie.
Der im Amt bestätigte Andreas Braun dankte allen Bürgern sowie allen Helfern und Gemeinderäten für dieses tolle Ergebnis: "Ich bin sehr demütig und danke auch den Kandidaten, die die Wahl spannend gemacht haben und sich auch als faire Wahlkämpfer gezeigt haben", so Braun. "Meine Familie und ich sind hier angekommen und wir sind sehr froh über die große Resonanz", unterstrich er.
Der Sechserclub – die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden – war zum Gratulieren gekommen und Villingen-Schwenningens Oberbürgermeister Jürgen Roth gratulierte Braun im Namen aller Bürgermeister.
Für die Gemeinderäte und Mitarbeiter des Rathauses war der Sonntag ein harter, langer Tag, mussten sie doch auch noch die Stimmen der Bundestagswahl auszählen.
"Wir mussten jeden Wahlzettel mehrmals in die Hand nehmen, immer wieder durchzählen und gegenkontrollieren, das war schon anstrengend", berichtete Belz.
Die Stimmen der Briefwahl wurden im Sitzungssaal ausgezählt, die aus der Wahlurne in der Tourist-Info. Interessierte Bürger schauten mal oben und mal unten nach, welches Wahlzettelhäufchen am schnellsten anwuchs.
Vor dem Rathaus hatte sich eine ansehnliche Anzahl von Bürgern versammelt. Bei so vielen Kandidaten war vielen nicht ganz klar, wie das Ergebnis ausschauen würde. Andere sagten, das sei eine klare Sache. Die Gerüchteküche brodelte seit dem 6. September, als alle Kandidaten ihre Unterlagen abgegeben hatten.
Alexis Klausch war im Reinen mit sich selbst und fühlte sich sehr gelassen: "Egal, wie die Wahl ausgeht, ich bin zufrieden. Ich habe sehr nette Menschen kennengelernt und viel dazugelernt", betonte er. Und da er die Zinken abgeradelt hatte, kennt er sich auch dort gut aus. "Alle Menschen, an deren Haustüre ich klingelte, waren sehr freundlich", betont er. Seine Partnerin Nicole meinte, Alexis sei kaum zuhause gewesen, aber er habe sich der Aufgabe gestellt, was sie sehr toll gefunden habe.
Gerhard Graf erklärte, er sei froh, dass die Unterkirnacher die Wahl zwischen mehreren Kandidaten hatten. Er danke allen, die ihm ihre Stimme gegeben hatten, auch danke er seiner Lebensgefährtin Swetlana, die ihn voll unterstützt habe: "Ich gratuliere Andreas Braun." Auch Bernd Uwe Ayasse schloss sich ihm an und gratulierte dem Amtsinhaber für seinen Sieg im ersten Wahlgang. Der Musikverein spielte das Badnerlied, und man sah ringsum, dass die Anspannung mehr und mehr von allen Beteiligten am Wahlkampf und den vielen Helfern abfiel.
Ein souveräner Sieg für den Amtsinhaber. Trotz vier Gegenkandidaten – davon drei, die einigermaßen ernst zu nehmen waren – hat Andreas Braun gleich im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erlangt und kann auch die nächsten acht Jahre auf dem Chefsessel im Rathaus Platz nehmen. Die Unterkirnacher wollten sich auf kein Experiment einlassen, sondern setzen auf Kontinuität. Insgesamt ist es aber eher ungewöhnlich, dass in einem kleinen Ort mehrere Kandidaten gegen den Amtsinhaber antreten und dann zusammengerechnet 32 Prozent der Stimmen auf sich vereinen können. Diese Tatsache zeigt, dass es doch einige im Dorf gibt, die mit der Arbeit von Andreas Braun nicht zufrieden sind. Dies sollte der Bürgermeister als Ansporn sehen, in seiner zweiten Amtszeit die Bürger mitzunehmen und besser auf deren Bedürfnisse einzugehen.