Mit dem neuen Bürgermeister Sven Ketterer freuen sich seine Frau Sabine und die Kinder Frieda und Theo. Foto: Helen Moser

Triberg hat einen neuen Bürgermeister – und braucht einen neuen Stadtbaumeister: Sven Ketterer entschied die Wahl am Sonntag vor Mitbewerber Tomasz Stuka für sich.

Es war Sonntagabend gegen 19 Uhr, als im großen Saal des Triberger Kurhauses Applaus aufbrandete – und das gleich wiederholt. Der Grund: Die Wasserfallstadt hat einen neuen Bürgermeister.

 

Zwei Kandidaten waren mit Sven Ketterer und Tomasz Stuka ins Rennen gegangen – gewinnen konnte nur einer. Schon recht bald, mit dem Eingang der ersten Schnellmeldungen, zeichnete sich am Sonntagabend ab, dass es wohl nicht besonders eng werden würde. Dennoch blickten die Menschen im gut gefüllten großen Saal des Kurhauses gespannt in Richtung Bühne. An die dahinterliegende Wand wurde das Ergebnis projiziert.

Um 18.56 Uhr war es an Bürgermeisterstellvertreter Reinhard Storz, das Wort an die Versammelten zu richten. Er hatte das vorläufige Endergebnis im Gepäck – und das fiel recht deutlich aus.

Zahlreiche Triberger sind zur Ergebnisverkündung ins Kurhaus gekommen. Foto: Helen Moser

Die 50-Prozent-Hürde für die absolute Stimmenmehrheit übersprang Ketterer, bislang Stadtbaumeister im Triberger Rathaus, scheinbar mit Leichtigkeit: 81,2 Prozent der Stimmen entfielen auf ihn. Das entspricht 1142 Wählern. Für Mitbewerber Tomasz Stuka stimmten 14,6 Prozent, also 206 Wähler.

Um 18 Uhr schließen die Wahllokale – direkt danach geht es ans Auszählen. Foto: Helen Moser

Weitere 4,2 Prozent der Stimmen entfielen über die dritte, leere Zeile auf dem Wahlzettel auf andere Kandidaten. Christian Birkle stand auf 13 Wahlzetteln, Susanne Muschal auf acht, wie aus dem vorläufigen Endergebnis hervorgeht. Beide hatten nicht für das Bürgermeisteramt kandidiert. Weitere 38 Wähler stimmten für andere Personen.

Wahlbeteiligung weit unter 50 Prozent

Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag bei 42,3 Prozent. Von 3418 Wahlberechtigten gaben 1447 ihre Stimme bei der Bürgermeisterwahl ab. Zum Vergleich: Eine Auswertung des statistischen Landesamts aus diesem Jahr ergab, dass bei Bürgermeisterwahlen, bei denen der Amtsinhaber nicht wieder antritt – wie in Triberg – die Wahlbeteiligung in Kommunen vergleichbarer Größe bei durchschnittlich 59,4 Prozent liegt. Die Wasserfallstadt bewegt sich recht deutlich unter diesem Wert.

Ketterer zollt Stuka seinen Respekt

Sven Ketterer blickte „mit großer Dankbarkeit, aber auch mit einer gewissen Ehrfurcht“ auf das Ergebnis. Er blickte auf einen intensiven Wahlkampf zurück – „lange Tage, volle Abende, manchmal Zweifel, manchmal auch Müdigkeit“ – aber auch schon einmal nach vorne: Er freue sich auf alles, „was wir nun zusammen anpacken werden“.

Die Trachtenkapellen aus Nußbach und Gremmelsbach sowie die Stadt- und Kurkapelle Triberg spielen gemeinsam auf. Foto: Helen Moser

Seinem Mitbewerber Stuka zollte Ketterer großen Respekt für das Engagement und den fairen Wahlkampf. In Zukunft hoffe er, das eine oder andere gemeinsam umsetzen zu können. Denn, fand auch Bürgermeisterstellvertreter Storz, Stuka habe im Wahlkampf sein Engagement für die Stadt unter Beweis gestellt.

Große Verantwortung

Dem angehenden Bürgermeister wünschte Storz, dass er das ihm geschenkte Vertrauen in gute Taten umsetzen könne. Man stehe vor großen Herausforderungen – „Zusammenhalt und gemeinsames Handeln mit dem Bürgermeister“ seien daher ein wichtiges Leitmotiv für die kommenden Jahre. Ketterer trage nun eine „große Verantwortung für die Zukunft unserer Stadt“.

Lang ist die Schlange der Gratulanten. Foto: Helen Moser

„Zu dem großartigen Ergebnis“ gratulierte Schonachs Bürgermeister Jörg Frey – in Vertretung des Landrats, der zeitgleich in Furtwangen weilte, aber auch als Vorsitzender der Bürgermeister im Kreis. Speziell für die Raumschaft hoffe er auf weiterhin gute Zusammenarbeit – denn die sei aktuell wichtiger denn je.

Ab Februar im Amt

Die Amtszeit von Noch-Bürgermeister Gallus Strobel, der nicht mehr kandidiert hatte, endet zum 31. Januar. Ketterer wird also ab Februar im Amt sein.