Um im engen finanziellen Spielraum der Stadt dennoch gestalten zu können, möchte Bürgermeisterkandidat Sven Ketterer klare Prioritäten setzen. Foto: Jana Johnston

Nur noch wenige Tage, dann haben die Triberger die Wahl: Wer wird der neue Bürgermeister der Wasserfallstadt? Kandidat Sven Ketterer stellt sich im Interview vor.

Dass Triberg bald einen neuen Bürgermeister haben wird, ist bereits klar. Wer es sein wird, aber noch nicht. Denn am Sonntag, 9. November, stehen zwei Kandidaten zur Wahl.

 

Sven Ketterer, der auf dem Stimmzettel an erster Stelle steht, möchte finanzielle Spielräume schaffen, ohne Steuern zu erhöhen und klug und verantwortungsvoll an der Zukunft der Wasserfallstadt bauen, berichtet er im Interview.

Auf welche Themen und Projekte möchten Sie als Bürgermeister einen Schwerpunkt setzen?

Mein Schwerpunkt liegt auf einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Stadtentwicklung mit Augenmaß und Realitätssinn. Ich möchte Projekte umsetzen, die Bestand haben und für die Menschen spürbaren Nutzen bringen: die energetische Sanierung städtischer Gebäude, den Ausbau erneuerbarer Energien, eine moderne, digitale und transparente Verwaltung sowie eine verlässliche Kinderbetreuung und Schulwelt. Ebenso wichtig ist mir die Stärkung unserer Ortsteile Gremmelsbach und Nußbach, die Förderung des Ehrenamts und der Vereine und eine sorgsame Pflege unserer Infrastruktur wie Straßen, Wege, Spielplätze und öffentliche Einrichtungen.

Die Stadt hat wenig finanziellen Spielraum. Wo sehen Sie Einsparmöglichkeiten?

Einsparen heißt für mich: Prioritäten setzen und ehrlich mit Ressourcen umgehen, ohne Steuern erhöhen zu müssen, die unsere Bürger und Firmen mehr belasten. Erhalt vor Neubau, Sanierungen nach Plan. Wir prüfen Projekte auf Nutzen, Kosten und Wirkung. Fördermittel heben wir konsequent, Eigenanteile kalkulieren wir realistisch; gestartet wird erst bei gesicherter Finanzierung. Die Verwaltung wird schneller und digitaler: medienbruchfreie Prozesse, weniger Papier, klare Zuständigkeiten. Mit Energiemanagement, Photovoltaik und optimierten Abläufen senken wir Kosten und schaffen Spielräume.

Wo sehen Sie mittelfristig einen stärkeren Investitionsbedarf in Triberg?

Wir müssen gezielt dort investieren, wo es sich langfristig auszahlt. Das betrifft insbesondere Bildung und Betreuung, die Sanierung unserer Infrastruktur sowie nachhaltige Energieprojekte. Auch die Digitalisierung der Verwaltung oder eine Bürger-App sind wichtige Investitionen in Zukunftsfähigkeit und Bürgerfreundlichkeit. Darüber hinaus brauchen Handel, Tourismus und Wirtschaft gezielte Impulse, damit Triberg attraktiv bleibt, als Lebens-, Arbeits- und Erholungsort. Investieren heißt für mich nicht „mehr ausgeben“, sondern klug und verantwortungsvoll an der Zukunft bauen.

Welche Fähigkeiten und Kenntnisse möchten Sie ganz besonders einbringen?

Ich bringe eine seltene Kombination aus Handwerksverständnis, Führungserfahrung, Fachwissen und Verwaltungskompetenz mit. Als gelernter Handwerker und ehemalige Bundeswehr-Führungskraft kann ich anpacken, Verantwortung übernehmen und klar entscheiden. Über den Bautechniker habe ich mich zum Bachelor of Arts Architektur weiterentwickelt und bin nun Stadtbaumeister. An der Kehler Akademie habe ich die Befähigung für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst erworben. Diese Mischung aus Praxis, Führung und Verwaltung braucht es, um Entscheidungen fundiert vorzubereiten, transparent zu kommunizieren und verlässlich umzusetzen.

Angenommen Sie werden gewählt: Wo sehen Sie Triberg in acht Jahren, wenn Ihre erste Amtszeit endet?

Ich sehe ein Triberg, das sich bewegt. Eine Stadt, die gestaltet statt nur verwaltet. Ich wünsche mir ein Triberg, das stolz auf das Erreichte sein kann: Eine Unterstadt, die die Stadtsanierung vollends und gewinnbringend genutzt und umgesetzt hat. Eine solide finanzierte Kommune mit moderner Verwaltung, starker Wirtschaft, gepflegten Ortsteilen, engagierten Vereinen und intakter Natur. Eine Stadt, in der sich junge Familien ebenso wohlfühlen wie ältere Menschen, in der man sich kennt, unterstützt und miteinander Zukunft gestaltet. Ein lebendiges, menschliches Triberg, das mit Herz, Verstand und Zusammenhalt in die Zukunft blickt.