Der Wahlausschussvorsitzende Hans Vester (rechts) und Ehemann Thomas Viehweg (Mitte) gratulieren dem neuen und alten Bürgermeister Straubenhardts, Helge Viehweg, zu seiner Wiederwahl. Foto: Helbig

Nach acht Jahren Amtszeit in Straubenhardt wurde Bürgermeister Helge Viehweg am Wochenende in seinem Amt bestätigt. Mit überwältigender Mehrheit setzte sich der alte und neue Rathauschef gegen seinen Konkurrenten durch.

Straubenhardt - Es ist alles andere als eine Überraschung: Topfavorit Helge Viehweg setzt sich bei der Bürgermeisterwahl in Straubenhardt klar durch. 90,86 Prozent der Wähler stimmten bei der Wahl am Sonntag für den bisherigen Amtsinhaber. Das entspricht 2992 Stimmen. Auf seinen Herausforderer Samuel Speitelsbach entfielen zwar nur wenige Stimmen. Jedoch dürfte Speitelsbach mit 187 Stimmen, für den sich damit 5,68 Prozent der Wähler aussprachen, sein bislang bestes Wahlergebnis eingefahren haben. In Summe kamen noch einmal 3,46 Prozent der Stimmen für nicht auf dem Wahlbogen gelistete Kandidaten zusammen. Die Wahlbeteiligung lag bei 37,52 Prozent.

Wahlbeteiligung liegt lediglich bei 37,5 Prozent

Viehweg zeigte sich nach seiner Wiederwahl ausgesprochen zufrieden. Nach der Auszählung in der Turnhalle Conweilers sagte er: "Für mich war es heute eher ein ruhiger Tag, ich kann gut damit leben, dass wir einen eher ruhigen Wahlkampf hatten. Wichtig war mir, dass wir über die Inhalte, die wir die letzten Jahre vorangetrieben haben, im Wahlkampf sprechen und dass ich eine ehrliche Rückmeldung bekomme, und das beginnt bei mir, wenn wir eine ordentliche Wahlbeteiligung haben. Ich hatte mal gesagt, ich hätte gern so um die 40 Prozent, mit 37,5 Prozent bin ich sehr dicht dran und kann gut damit leben. Und das Wahlergebnis mit über 90 Prozent erfüllt mich mit großer Dankbarkeit." Unter den Gratulanten, an erster Stelle seine Familie, waren auch Landrat Bastian Rosenau und alle Bürgermeister der Umgebung.

Dass das Rennen um den Rathaus-Chefposten nicht gerade eng werden würde, hatte sich bereits im Vorfeld der Wahl angekündigt. Die Gemeinderatsfraktionen aller Couleur hatten sich geschlossen hinter den bisherigen Amtsinhaber gestellt und darauf verzichtet, einen Gegenkandidaten aufzustellen. Bis kurz vor Ende der Bewerbungsfrist hatte es danach ausgesehen, als würde Viehweg ohne Gegenkandidaten antreten. Erst kurz vor Bewerbungsschluss hatte schließlich Samuel Speitelsbach seine Bewerbungsunterlagen eingereicht.

Speitelsbachs bestes Wahlergebnis

Der 34-jährige Diplom-Ingenieur Speitelsbach aus Ravenstein (Neckar-Odenwald-Kreis) hatte sich zuvor bereits bei zig anderen Kommunen um den Bürgermeisterposten bemüht. Seit 2019 soll er eigenen Angaben zufolge mehr als 70 solcher Bewerbungen eingereicht haben. Bislang ohne Erfolg. Seine Ergebnisse beliefen sich überwiegend im Null-Komma-Bereich.

Auch in Straubenhardt hatte Speitelsbach bei der Kandidatenvorstellung teils für Verwirrung mit seinem Auftritt gesorgt. Bei seinem zehnminütigen Vortrag hat er den gut 60 Zuhörern vor Ort und mehr als 200 Zuhörern vor den Bildschirmen nicht nahebringen können, was Speitelsbach im Falle seiner Wahl anpacken möchte. Stattdessen schien dieser den Auftritt eher für die Partnersuche zu nutzen. Lediglich die Tatsache, dass Speitelsbach eine eigene Währung für die Gemeinde einführen wollte, dürfte den meisten der potenziellen Wähler klar geworden sein.

Bei Viehweg stehen für die kommenden acht Jahre folgende Punkte auf der Agenda: Digitalisierung, Glasfaserausbau, Schaffung von Wohn- und Gewerbeflächen, Stärkung der Wirtschaft sowie die Verbesserung der Mobilität – Stichworte Carsharing, Radwegekonzepte und S-Bahn-Anschluss.

Mit der bisherigen Arbeit der Verwaltung zeigte sich Viehweg bei der Kandidatenvorstellung zufrieden. Gemeinsam mit den Verwaltungsmitarbeitern und dem Gemeinderat habe man "viel erreicht" und "viel angepackt", wofür sich der Rathauschef bedankte. Unter anderem habe man die Flüchtlingssituation und die Integration im Jahr 2015 gut gemeistert, die Verwaltung modernisiert, Friedhöfe, Straßen und Kreisel saniert, die Bürgerbeteiligung vorangetrieben, die Innenverdichtung verbessert, den Jugendgemeinderat ins Leben gerufen und den Breitbandausbau gestartet. "Ist davon alles gelungen?", fragte Viehweg und gab sogleich die Antwort: "Sicherlich nicht." Doch Fehler seien dazu da, um aus ihnen zu lernen. Dieser Verantwortung wird sich Viehweg auch in Zukunft stellen müssen.

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