Die Charlottenhöhe ist verfallen. In einer erneuten Zwangsversteigerung soll ein neuer Eigentümer gefunden werden, mit dem die Gemeinde ins Gespräch kommen will. Foto: Krokauer

Am 5. Februar ist die Bürgermeisterwahl in Schömberg. Auf dem Stimmzettel gibt mit Bürgermeister Matthias Leyn nur einen Bewerber.

Schömberg - Gegenüber unserer Redaktion zog Bürgermeister Matthias Leyn Bilanz über seine erste Amtszeit und teilte mit, was er in der wahrscheinlichen zweiten vorhat.

 

Was waren die wichtigsten Projekte in Leyns erster Amtszeit?

Der Bürgermeister nennt als Beispiele den Neubau der Kita "Am Eulenbächle", die Erweiterung der Ludwig-Uhland-Schule, den Aussichtsturm Himmelsglück, den Ausbau der Breitbandversorgung in Oberlengenhardt und Bieselsberg sowie die technische Verbesserung in der Wasserversorgung. "Die Erarbeitung des Gemeindeentwicklungskonzeptes gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern erwies sich als sehr wertvoll und wird folgerichtig fortgeschrieben", so Leyn.

Wie soll das wichtigste Projekt der nächsten Jahre, eine Sporthalle, finanziert werden?

Inzwischen liege der Gemeinde für die Sporthalle eine Kostenschätzung vor, die auch mögliche Preissteigerungen berücksichtige, so Leyn. Jetzt kläre die Gemeinde zunächst, mit welchen Zuschüssen sie rechnen könne. "Erst wenn diese Zahlen vorliegen, treffen wir im Gemeinderat eine Entscheidung zu weiteren Schritten."

Die Gemeinde nimmt zwei Baugebiete in Angriff. Was soll beim sozialen Wohnungsbau passieren?

Die Gemeinde habe die Aufgabe, entweder Flächen für den Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen oder das erforderliche Planungsrecht zu schaffen, so Leyn. Dies habe die Kommune in den vergangenen Jahren erledigt. Die Investoren stünden bereit. "Für den sozialen Wohnungsbau bedarf es für mich des Handelns durch das Land und den Bund. Gemeinden unserer Größe können das alleine nicht tragen", machte der Bürgermeister deutlich.

Etliche Gebäude in privater Hand stehen leer und/oder sind in einem schlechten Zustand. Bekanntestes Beispiel ist die Charlottenhöhe. Wie sieht dort die Strategie für die nächste Zeit aus?

Natürlich liege dem Rathaus die Sanierung/Modernisierung von älteren Bestandsgebäuden in der Gemeinde am Herzen, wie nicht zuletzt die Ausweisung von Sanierungsgebieten, aktuell Ortszentrum III, zeige. "Mit diesem Instrument können auch private Eigentümer eine Verbesserung der Substanz und Steigerung der Wohnqualität erreichen. Gleichwohl obliegt es den privaten Besitzern, die Förderkulisse der städtebaulichen Erneuerung zu nutzen, für die unsere Verwaltung gerne Ansprechpartner ist", macht der Bürgermeister deutlich.

Die Charlottenhöhe sei ebenfalls in Privateigentum, so Leyn. Die Gemeinde sei natürlich nicht zufrieden, wie es derzeit um die Gebäude stehe, fügte er hinzu. "Wir hatten uns einen Impuls durch die Zwangsversteigerung erhofft. Leider kam es anders. In der Zwischenzeit haben wir die erneute Zwangsversteigerung beantragt. Dieses Verfahren gilt es abzuwarten, um dann mit einem neuen Eigentümer ins Gespräch zu kommen", so Leyn zur weiteren Strategie.

Schömberg bekommt zum 1. Februar mit Ulrich Döbereiner einen neuen Leiter für die Touristik und Kur. Im April übernimmt das Ehepaar Sadiqi das Kurhausrestaurant als Pächter. Gibt es inzwischen Konzepte, wie das Kurhaus für den Tourismus besser genutzt werden kann?

"Wir freuen uns auf den Start mit Herrn Döbereiner am 1. Februar. Er ist auf dem Gebiet der Touristik und Kur ein erfahrener Mann und wir werden mit ihm auch eine Belebung des Kurhauses erreichen", gibt sich Leyn zuversichtlich. "Allerdings sollte er, ebenso wie unsere neuen Restaurantpächter, auch Zeit für Einarbeitung und Orientierung bekommen. Unserer Linie folgend, entwickeln wir gemeinsam mit den themenbezogenen Akteuren, dem Gemeinderat und der Verwaltung potenzielle Konzepte oder Prozesse", so der Bürgermeister abschließend.