Am Sonntag wurde in Schömberg nicht nur eine Landtagswahl, sondern auch eine Bürgermeisterwahl ausgezählt. Foto: Wolfgang Krokauer

Als am Sonntagabend im Schömberger Rathaus die vorläufigen Zahlen für die Bürgermeisterwahl bekannt gegeben wurden, stimmten sie nicht ganz. Worin lag der Grund für die Abweichung?

Udo Bertsch, Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses, gab am Sonntagabend im Rathaus das vorläufige Ergebnis für die Bürgermeisterwahl in Schömberg bekannt. Michael Hopf lag bei 37,4 Prozent, Steffen Uwe Hoffmann bei 14,5 Prozent und Matthias Stepan bei 47,4 Prozent der Stimmen. Grundlage waren die aus den Wahlbezirken per Telefon durchgegebenen Schnellmeldungen.

 

Das später bekannt gegebene amtliche Endergebnis aber wich davon ab. An der Wahlbeteiligung von 61 Prozent änderte sich nichts. Es blieb auch bei den 47,4 Prozent der Stimmen für Stepan. Bei Hopf und Hoffmann dagegen änderten sich die Prozentzahlen.

So erhielt Hopf laut dem amtlichen Endergebnis 39,7 statt 37,4 Prozent der Stimmen, wie noch am Sonntagabend gemeldet worden war. Der Stimmenanteil von Hoffmann sank von 14,5 Prozent, wie noch am Sonntagabend gemeldet worden war, auf 12,2 Prozent der Stimmen. Auf sonstige Personen entfielen 0,7 Prozent der Stimmen, teilte die Gemeinde Schömberg in einer Presseerklärung mit.

Bei der Auszählung der Stimmen ist Konzentration wichtig. Auf dem Bild sind Wahlhelfer im Schömberger Rathaus zu sehen. Foto: Wolfgang Krokauer

Ein elektronisches Programm habe das Wahlergebnis nach Plausibilität überprüft und nichts gefunden, teilte Schömbergs Hauptamtsleiter Daniel Schabbach nun im Gespräch mit unserer Redaktion mit.

Fehler bei telefonischer Schnellmeldung

Wie kam es dann zu einem „Zahlendreher“? Nach Schabbachs Worten habe der Fehler nicht beim Programm und auch nicht an einem fehlerhaften Zählen gelegen. In einem Wahlbezirk habe eine Person bei der Übermittlung der Schnellmeldung per Telefon die Stimmen von Hopf und Hoffmann schlicht falsch zugeordnet.

Elektronisches Programm merkt nichts

So habe diese Person am Telefon für Hopf 46 und für Hoffmann 131 Stimmen gemeldet. Tatsächlich sei es genau umgekehrt gewesen, berichtete der Hauptamtsleiter. Da die Zahlen an sich richtig gewesen aber vertauscht worden seien, habe auch das elektronische Programm nichts gemerkt, so Schabbach gegenüber unserer Redaktion: „Es war der Faktor Mensch.“

In der Niederschrift seien in dem Wahlbezirk die Zahlen den jeweiligen Kandidaten aber korrekt zugeordnet worden, teilte Schabbach weiter mit. Deshalb sei der Fehler dann bei der Prüfung am Montag auch aufgefallen, so Schabbach.

Nach Informationen unserer Redaktion kam die fehlerhafte Schnellmeldung aus dem Wahlbezirk Bieselsberg. Dieser hatte am Sonntagabend am längsten gebraucht, bis er die Schnellmeldung durchgegeben hatte.

Schabbach ergänzte aber, dass der Wahlvorstand des entsprechenden Wahlbezirks später selbst den Fehler gemerkt und angerufen habe.