Die Schömberger wählen am 8. März einen neuen Bürgermeister. Eine mögliche Stichwahl ist am 22. März. Die Bevölkerung bekommt die Gelegenheit die drei Kandidaten näher kennenzulernen.
Am Dienstagabend hat in Schömberg der Gemeindewahlausschuss für Bürgermeisterwahl getagt. Das Gremium ließ alle drei Bewerber zu. Die Platzierung auf dem Stimmzettel richtet sich nach dem Zeitpunkt, an dem die jeweilige Bewerbung einging.
Vor der Bürgermeisterwahl am 8. März hat die Bevölkerung am Freitag, 27. Februar, ab 19 Uhr im Säulensaal des Kurhauses die Gelegenheit, die drei Bewerber näher kennenzulernen.
Interessierte können die Kandidatenvorstellung auch online mitverfolgen, teilte Stefanie Stocker, Pressesprecherin der Gemeinde Schömberg, am Mittwoch auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Den entsprechenden Link gibt die Gemeinde auf ihrer Homepage noch bekannt, fügte sie hinzu.
Michael Hopf Als erster Kandidat gab Michael Hopf seine Bewerbung ab. Der 44-jährige gebürtige Thüringer warf am Neujahrstag seine Bewerbung in den Briefkasten des Schömberger Rathauses. Hopf lebt seit 2017 in der Glücksgemeinde. Der Diplom-Verwaltungsökonom arbeitet seit 2007 in der öffentlichen Verwaltung. Er leitet derzeit die Abteilung Finanzen und Beteiligungen im Landratsamt Calw und ist Kreiskämmerer.
Vor seinem Wechsel ins Calwer Landratsamt arbeitete Hopf unter anderem im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Vor der Zeit im Ministerium leitete Hopf neun Jahre den Fachbereich Finanzen an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart.
Sollte er zum Bürgermeister gewählt werden, will Hopf den ohnehin schon gut aufgestellten Einzelhandel im Ort weiter fördern. Das gilt auch für die Handwerksbetriebe. Noch weiter an der Steuerschraube zu drehen, hält er dagegen nicht für sinnvoll.
Hopf ist nicht entgangen, dass Schömberg große finanzielle Probleme hat. Er ist sich darüber im Klaren, dass die Konsolidierung der Finanzen nicht von heute auf morgen passiert. Wenn Zuschüsse fließen, solle man zugreifen, findet Hopf. Er will sich aber nicht darauf verlassen.
Neue Baugebiete
Die Finanzkraft will Hopf dadurch stärken, indem die Zahl der Einwohner zunimmt. Das gehe über neue Baugebiete. Schömberg müsse attraktiv für junge Familien sein, sagte der Kandidat im Gespräch mit unserer Redaktion kurz nach der Abgabe seiner Bewerbung.
Auch der Tourismus und die Reha seien für einen Ort wie Schömberg wichtig, macht Hopf deutlich. Der Aussichtsturm solle mehr Besucher anziehen. Nach seiner Meinung wäre schon viel erreicht, wenn die derzeitige Infrastruktur erhalten werden könne. Hopf ist nicht generell gegen die Aufnahme von Krediten: „Investitionsschulden sind keine schlechten Schulden.“
Steffen Uwe Hoffmann Am 9. Januar gab Steffen Uwe Hoffmann seine Bewerbung als Bürgermeisterkandidat im Rathaus von Schömberg ab.
Der 33-jährige gebürtige Pforzheimer wohnt in Bad Teinach-Zavelstein, ist verheiratet und Vater eines einjährigen Sohnes. Nach dem Gymnasium begann er eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker in Pforzheim, die er nach einer verkürzten Lehre bestanden habe, berichtete er kurz nach der Abgabe seiner Bewerbung gegenüber unserer Redaktion.
Als Geselle habe er in der Abendschule seinen Handwerksmeister absolviert, erzählte er. Dem Ausbildungsbetrieb sei er treu geblieben und nach einer Beförderung zum stellvertretenden Abteilungsleiter, als Expat, im Oktober 2023 nach Mexiko entsandt worden.
In Mexiko kümmere er sich zuständig, den technischen Bereich in allen Tätigkeiten aufzubauen – technisch, personell wie auch wirtschaftlich.
Für junge Leute attraktiv bleiben
Schömberg sei ihm seit vielen Jahren vertraut. Er fühle sich der Gemeinde persönlich verbunden. Sein Freundeskreis lebt hier. „Mir ist wichtig, dass unsere Gemeinde auch für junge Leute attraktiv bleibt und Raum zum Mitgestalten bietet“, sagt Hoffmann. Als Familienvater wisse er, wie wichtig verlässliche Entscheidungen, funktionierende Strukturen und eine klare Zukunftsperspektive seien. „Ich möchte Verantwortung übernehmen und aktiv dazu beitragen, dass Schömberg heute gut funktioniert und auch morgen lebenswert bleibt“, erklärt der 33-Jährige.
„Als Werkzeugmachermeister trage ich täglich Verantwortung – für Qualität, Termine, Abläufe und Ergebnisse. Präzision, Zuverlässigkeit und lösungsorientiertes Denken sind für mich keine Schlagworte, sondern gelebter Alltag“, meint Hoffmann.
Matthias Stepan Als dritter Kandidat gab Matthias Stepan am 30. Januar seine Bewerbung im Schömberger Rathaus ab. Der gebürtige Calwer ist 43 Jahre alt und lebt in Maisenbach-Zainen.
Stepan wurde nach der Kommunalwahl 2024 zum Ortsvorsteher von Maisenbach-Zainen gewählt. Dort sammelte er erste kommunalpolitische Erfahrungen.
Stepan kennt die Politik auch von der wissenschaftlichen Seite her. 2007 machte er seinen Bachelor in Politik- und Verwaltungswissenschaften an der Universität in Konstanz. Es folgte 2008 der Master an der Universität in Rotterdam. Seit 2023 ist er Doktor der Sozialwissenschaften. Seine Dissertation schrieb er an der Universität in Amsterdam.Seit 2023 ist Stepan Referent im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg in Stuttgart. Zuvor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität in Bochum. Er leitete das Vertretungsbüro der Stiftung Mercator in Peking. Im Wirtschaftsministerium des Landes kümmert sich Stepan um die Themen Photovoltaik, Rohstoffe und klimaneutrale Produktion. Er begleitet den Dialog etwa mit Unternehmen und Vertretern der angewandten Wissenschaften.
Moderator und Impulsgeber
In einer Gemeinde sei ein Bürgermeister als Moderator und Impulsgeber gefragt, so Stepan. Am Ende gehe es aber auch darum, Ideen umzusetzen. Stepan lobt Schömbergs Einzelhandel.
Da wenig Geld vorhanden sei, gehe es darum, die vorhandenen Mittel bestmöglich einzusetzen. Er will dafür sorgen, dass sich zusätzliche Betriebe im Interkom in Langenbrand und im Gewerbegebiet in Schwarzenberg ansiedeln. Bei der Energieversorgung könne manches im Kleinen angestoßen werden.
Auch beim Tourismus sieht Stepan noch Potenzial. Für Kurzurlauber gebe es im Ort und in der Region zahlreiche Angebote gerade für Familien. Vielleicht sei es möglich, dass sich in Sachen Gastronomie noch etwas tue.