Katja Anton-Kalbfell will Bürgermeisterin von Horb werden. Sie ist parteilos, hat schon ein Rathaus neu strukturiert und kämpft für mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt.
Jetzt wird es spannend bei der Bürgermeister- und vielleicht auch bei der OB-Wahl in Horb: Die parteilose Katja Anton-Kalbfell bewirbt sich als Bürgermeisterin, wie Insider dieser Redaktion bestätigen. Was kann sie? Ist sie eine Alternative zum Amtsinhaber Ralph Zimmermann (FDP)?
Fakt ist, so bestätigen zuverlässige Quellen dieser Redaktion: Katja Anton-Kalbfell hat sich schon vor der Auswahlkommission des Gemeinderates vorgestellt. Der Gemeinderat hat damit am 27. Mai die Wahl: Amtsinhaber Ralph Zimmermann (FDP) oder Katja Anton-Kalbfell.
Wer ist die Neue?
Anton-Kalbfell war zunächst Hauptamtsleiterin in Pfullingen (bei Reutlingen). Hier hat sie unter anderem die Umstrukturierung des Rathauses mit vorbereitet. Im Jahr 2016 wurde die damals 43-jährige Mutter zweier Kinder als Hauptamtsleiterin eingestellt. Als das Rathaus in den Jahren 2018/19 dort umstrukturiert wurde – unter anderem mit Fachbereichen und -leitern wie in Horb – wurde sie Stabstellenleiterin für Projekte, Konzepte und Kooperationen. Sie gestaltete auch die Ausschreibung für die Organisationsberatung für die neue Struktur des Rathauses.
2021 wechselte sie nach Filderstadt, wurde hier Amtsleiterin für Familie, Schulen und Vereine. Sorgt hier für eine gute kommunale Kinderbetreuung, arbeitete jüngst am Masterplan für die Sportstätten mit. Unter anderem bei der Bürgerbeteiligung. Zuletzt kämpfte sie für mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt von Filderstadt. Mit mehr Grün und Gestaltung. In Horb steht das noch an – nicht nur die Umgestaltung der Kernstadt, sondern auch der Neubau der Stadionsporthallen auf dem Leuco-Areal.
Zimmermann und Anton-Kalbfell: Zwei unterschiedliche Profile
Im November 2024 sickerte durch, dass sich Anton-Kalbfell auch als Bürgermeisterin in Ravensburg beworben hatte. Hier zog sie ihre Kandidatur zurück. Offenbar, weil der Gegenkandidat bessere Chancen hatte.
Katja Anton-Kalbfell – ein komplett anderes Profil als der Horber Amtsinhaber Ralph Zimmermann (FDP). Der ehemalige Landesbeamte und gelernte Vermessungstechniker hat sich in Horb vor allem als Controller, Manager für Grundstücksgeschäfte und Restrukturierer der Stadtwerke profiliert. Heftig in die Kritik gelangte Zimmermann für das Nahwärme-Desaster in Rexingen.
Welche Chancen hat Anton-Kalbfell?
Die CDU hatte sich schon bei der Diskussion, ob man den Bürgermeister einsparen könnte, für Ralph Zimmermann eingesetzt. Auch die AfD-Fraktion hatte sich für Zimmermann ausgesprochen, weil er gut mit allen zusammenarbeite. ULH-Gemeinderat Hermann Walz: „Ich kann mir ein Szenario vorstellen: Angesichts des OB-Wechsels in Horb wählt man Zimmermann als Bürgermeister, damit man einen ortskundigen an der Stadtspitze behält.“ Rosenberger hatte in der Januar-Gemeinderatsitzung erklärt, dass er nicht mehr für eine dritte Amtszeit antritt.
Fakt ist, so erklärt Rosenberger gegenüber dieser Zeitung, dass er nicht als Nachfolger von Freudenstadts Landrat Klaus-Michael Rückert (CDU) antritt. Rosenberger: „Ich bin zwar offen für neue Aufgaben. Aber nicht dort, wo ich die Strukturen schon kenne.“
Gut möglich, dass diese Kandidatur als Bürgermeister in Horb für Katja Anton-Kalbfell als Test dienen könnte. Um zu schauen, ob sie Chancen hat, sich als OB zu bewerben. Dann könnte sie die erste Frau der Stadt an der Spitze werden.