Johannes Simon ist AfD-Fraktionschef im Hechinger Gemeinderat. Beisitzer im Gemeindewahlausschuss für die Bürgermeisterwahl 2026 wird er nicht. Foto: privat

Die Bürgermeisterwahl in Hechingen findet am Sonntag, 8. März 2026, statt. Dass AfD-Fraktionschef Johannes Simon Beisitzer im Gemeindewahlausschuss wird, wollte die SPD verhindern.

Eine Formalie war die Terminierung der Bürgermeisterwahl auf Sonntag, 8. März 2026, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Das Votum des Gremiums für den Vorschlag der Stadtverwaltung fiel einstimmig aus. Damit findet die Bürgermeisterwahl zeitgleich mit der Landtagswahl statt. „Aus mehrerlei Synergiegründen“ sollen die beiden Wahlen am gleichen Tag abgehalten werden, heißt es in den Sitzungsunterlagen.

 

Der Beschlussvorschlag der Verwaltung bestand aber aus fünf Ziffern – und nicht bei allen herrschte Konsens am Ratstisch. Unter Punkt fünf sollte über die Besetzung des Gemeindewahlausschusses abgestimmt werden. Diesem obliegt die Leitung der Wahl und die Feststellung des Wahlergebnisses. Gemäß der baden-württembergischen Kommunalwahlordnung besteht dieser aus dem Bürgermeister als Vorsitzendem beziehungsweise bei einer Bürgermeisterwahl dessen Stellvertreter sowie mindestens zwei Beisitzern mit Stellvertretern.

Verwaltung schlägt drei Beisitzer vor

In Hechingen fungiert als Vorsitzende die Erste Beigeordnete Dorothee Müllges. Als Beisitzer schlug die Verwaltung die Fraktionsvorsitzenden des Hechinger Gemeinderats in der Reihenfolge der Fraktionsstärke vor. Heißt: Erster Beisitzer sollte Stefan Hipp (CDU), zweiter Beisitzer Werner Beck (Freie Wähler) und dritter Beisitzer Johannes Simon (AfD) werden. Deren Stellvertreter Almut Petersen (Bunte Liste), Jürgen Fischer (SPD) und Matthias Linckersdorff (FDP).

Weil rechtlich aber nur zwei Beisitzer nötig sind, stellte die SPD-Fraktion den Antrag, es bei der Bürgermeisterwahl auch bei zwei Beisitzern für den Gemeindewahlausschuss zu belassen. Die Folge: Johannes Simon und dessen Stellvertreter Matthias Linckersdorff stünden mit leeren Händen da.

Und tatsächlich: Der Antrag der SPD-Fraktion fand bei 14 Ja-Stimmen, drei Enthaltungen und zwölf Gegenstimmen eine Mehrheit. Sehr zum Unmut von AfD-Stadtrat Johannes Simon: „Das ist eine Sauerei, wie sie im Buche steht“, so seine Reaktion. Das einzige Ziel der SPD-Fraktion sei es gewesen, die AfD vom Gemeindewahlausschuss auszuschließen.

Auch Matthias Linckersdorff merkte an, dass der Antrag ein „Geschmäckle“ habe. SPD-Stadträtin Margret Simoneit wiederum erklärte, dass ihre Fraktion lediglich die Form wahren wolle. Für den Ausgang der Bürgermeisterwahl ist die Besetzung des Gemeindewahlausschusses letztlich unbedeutend.

Mögliche Stichwahl am 22. März

Ebenfalls beschlossen wurde: Die Unterlagen von den Bewerbern müssen bis spätestens Dienstag, 10. Februar, 18 Uhr im Rathaus eingegangen sein. Eine Vorstellungsrunde der Kandidaten ist für Dienstag, 24. Februar, ab 18 Uhr im Europasaal der Stadthalle Museum vorgesehen. Sollte es zur Stichwahl kommen, findet diese am Sonntag, 22. März, statt. Die Amtszeit des neuen Rathauschefs beginnt dann am 1. Juni. Bürgermeister Philipp Hahn hat bereits angekündigt, erneut zu kandidieren.