Florian Merz und Isolde Grieshaber reichen sich ganz im Sinn eines fairen Wahlkampfs die Hand. Doch jeder von ihnen wird in den nächsten drei Wochen um jede Stimme für sich kämpfen. Am 9. November entscheidet sich dann, wer von ihnen Bürgermeister wird. Foto: Markus Reutter

Furtwangen hat gewählt – und noch keinen neuen Bürgermeister. Keiner der fünf Kandidaten erhielt eine absolute Mehrheit. Eine Entscheidung fällt bei der Stichwahl am 9. November.

Stimmenkönig wurde am Sonntagabend der aktuelle Hauptamtsleiter Florian Merz mit 46,22 Prozent. An zweiter Stelle folgte die im Gemeinderat engagierte und in Furtwangen gut vernetzte Isolde Grieshaber mit 26,39 Prozent.

 

Nach der Änderung der Gemeindeordnung dürfen in die Stichwahl nur die zwei Kandidaten mit den meisten Stimmen, also im Fall von Furtwangen Florian Merz und Isolde Grieshaber.

Die anderen drei Kandidaten sind seit Sonntagabend außen vor. Das drittbeste Ergebnis hat Mario Ketterer mit 24,49 Prozent erhalten. Auf Platz vier kam Alexander Wilke mit 2,33 Prozent. Der fünfte Kandidat, Gerhard Jehle, brachte es auf 0,35 Prozent.

Was die Kandidaten sagen

Die Wahlbeteiligung bei den 6694 Wahlberechtigten lag bei 56,01 Prozent, das sind 3749 Wähler, die ihre Stimme abgeben haben.

Wie haben die Kandidaten das Ergebnis aufgenommen? Florian Merz freut sich über das gute Abschneiden, das für ihn Ansporn ist, auch in den verbleibenden drei Wochen bis zur Stichwahl mit dem Wahlkampf weiterzumachen. Dabei möchte er versuchen, noch weitere Wähler von sich zu überzeugen. Er geht davon aus, dass er durch seine fachlichen Fähigkeiten und sich als Person viele überzeugen konnte. „Darauf möchte ich aufbauen.“

Fleißig am Auszählen sind die Wahlkampfteams. Um 18.50 Uhr steht schon das vorläufige Ergebnis fest. Foto: Markus Reutter

Isolde Grieshaber liegt knapp 20 Prozent hinter Merz auf Platz zwei. Sie sei enttäuscht über das Ergebnis, nachdem sie in den vergangenen Wochen ihres Wahlkampfs so viel Zuspruch erhalten habe. Sie habe sich deshalb eine bessere Ausgangsposition erhofft. Doch sie gibt sich kämpferisch: „Ich überlasse ihm sicherlich nicht das Feld“, meint sie im Gespräch mit unserer Redaktion in Bezug auf Merz. Noch am Sonntagabend wollte sie sich mit ihrem Wahlkampfteam zusammensetzen und den Wahlkampf in den verbleibenden drei Wochen fortsetzen. Dabei setze sie auch auf Einzelgespräche an Haustüren.

Merz wollte sich am Sonntagabend mit seinem Wahlkampfteam „gemütlich“ zusammensetzen und vor allem für deren Engagement danken.

Mario Ketterer resümiert am Sonntagabend, er habe während seines Wahlkampfs „alles versucht“. Das Ergebnis müsse er nun akzeptieren. „Und das ist auch völlig in Ordnung“, zeigt er sich versöhnt.

Gespannt verfolgen die Besucher im Bürgersaal das Eintreffen der Schnellmeldungen auf dem Monitor. Foto: Markus Reutter

Ähnlich äußert sich Alexander Wilke: „Es ist gut so, wie es ist. Wir sind nicht bei Wünsch-dir-was“, nimmt er sein Abschneiden an. Er lobt ausdrücklich den fairen Wahlkampf, den sich er und seine Mitbewerber geliefert hätten.

Gespannte Stimmung

Alle diese vier Kandidaten waren am Sonntagabend im Bürgersaal des Rathauses versammelt und verfolgten auf dem dortigen Monitor und im Gespräch mit weiteren Bürgern das Eintreffen der Wahlergebnisse aus den verschiedenen Bezirken. Die zwölf Wahlbezirke waren gegen 18.50 Uhr ausgezählt. Die für die Wahlen zuständige stellvertretende Hauptamtsleiterin Nicole Quendt hatte bereits vor Tagen erklärt, dass sie von einer Stichwahl ausgeht. Das lehre die Erfahrung bei einem breiten Teilnehmerfeld an Bürgermeisterkandidaten wie in Furtwangen. Sie sollte Recht behalten.

Bürgermeister Josef Herdner (64 Jahre), der nach zwei Amtsperioden nicht mehr antrat, fasste das Ergebnis am Sonntagabend kurz zusammen und rief auf, sich an der Stichwahl am 9. November zu beteiligen. Noch einige Zeit standen die Besucher im Bürgersaal oder vor dem Rathaus zusammen und diskutierten das Ergebnis. Es bleibt spannend.