Bürgermeister-Stellvertreter Rainer Scheck (links) ist einer der ersten Gratulanten und verkündete das Ergebnis. Für Franz Moser, mit Gattin Monika, bedeutet das starke Ergebnis zugleich Motivation und Bestätigung. Foto: Schönfelder

Der alte und neue Bürgermeister der Doppelgemeinde Eschbronn heißt Franz Moser. Klar setzte er sich am Sonntag mit 94,22 Prozent der Stimmen gegen den einzigen Gegenkandidaten, Samuel Speitelsbach durch, der 4,25 Prozent erhielt.

Eschbronn - Die Eschbronner stärkten dem Amtsinhaber mit diesem Votum den Rücken für seine zweite Amtsperiode. Es waren Wahlen unter besonderen Vorzeichen. Aber die Demokratie siegte über das Virus. Und das drückte sich in den Zahlen aus. Satte 69 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Rottweils Bürgermeister Christian Ruf nannte dies "herausragend". Wobei sich die Zustimmung für Moser in allen drei Wahlbezirken kaum unterschied.

Moser war gegen 19.30 Uhr mit Ehefrau Monika ins Rathaus gekommen. Rainer Scheck verkündete um 20.30 Uhr das Ergebnis. Vor dem Rathaus hatten sich coronakonform rund zwei Dutzend Gratulanten eingefunden, darunter die Bürgermeister Christian Ruf (Rottweil), Michael Moosmann (Hardt) und Peter Schumacher (Dunningen) sowie Gemeinderäte und Bürger.

Hohe Wahlbeteiligung

Moser räumte ein, dass das Ergebnis zwar erwartbar war, er die hohe Wahlbeteiligung und die große Zustimmung dennoch als starken Rückhalt für seine zweite Amtsperiode sieht. "Das Ergebnis ist für mich gleichzeitig Motivation und Bestätigung. Gleichwohl warten auf die Gemeinde noch große Aufgaben." Moser nannte beispielhaft die angedachte Flurneuordnung. Ebenso stehe eine Gebäudekonzeption der gemeindeeigenen Bauten angesichts der geplanten Zusammenlegung der beiden Kindergärten an. Hier erwarte er durchaus kontroverse Diskussionen. Die Erschließung des dritten Abschnitts des Baugebiets Sternendachsbühl beginne im Frühjahr, ebenso sei die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets Ob Heckenwald "auf dem Gleis". Auch die Zukunft des Ketterer-Areals in Locherhof werde die Gemeinde beschäftigen.

Moser wünschte sich, dass der Zusammenhalt in der Gemeinde weiter so stark bleibe und das bürgerschaftliche Engagement nicht nachlasse. Vor allem sehnte er Zeiten herbei, in denen er wieder direkt mit den Bürgern diskutieren könne. Die Aufgaben, die warteten, seien wichtig. Und den direkten Dialog mit den Bürgern könne eine Videokonferenz kaum ersetzen. Moser ist die Lust anzumerken, in der Gemeinde noch einiges zu bewegen. Sein klarer Sieg ist sicher keine Überraschung, aber besonders die hohe Wahlbeteiligung ist in solchen Wahl-Konstellationen bemerkenswert.

Ein Bewerber zieht zurück, ein anderer bleibt nicht auffindbar

Ein Mitbewerber zog zwischenzeitlich zurück. Ein anderer reichte die notwendigen Unterlagen nicht ein. Übrig blieb Samuel Speitelsbach, der sich bereits in mehr als einem Dutzend Kommunen als Bürgermeister beworben hatte. Er landete allerdings in der Gunst der Eschbronner unter "ferner liefen".

Der Wahlkampf hatte unter Pandemie-Bedingungen sicher besondere Voraussetzungen. Lediglich ein Flyer Mosers ließ erahnen, dass die Wahlen anstanden. Von Konkurrent Speitelsbach war nichts zu hören. So nahm die Wahl ihren Lauf.

Schon am frühen Nachmittag zeichnete sich eine respektable Wahlbeteiligung bei der Kür des Bürgermeisters ab. Mal kamen die Wähler nacheinander in die beiden Hallen in Mariazell und Locherhof, mal fühlte es sich an, als sei "gerade ein Bus angekommen". Der Betrieb war lebhaft. Manche Familie verband ihr Votum gleich mit einem Spaziergang. Und für manchen Jungwähler war es eine Premiere.

Zahl der Wahlberechtigten bei Bürgermeisterwahl etwas höher

Der eine oder andere Wähler war zwar zunächst gewohnheitsmäßig zum Rathaus in Mariazell gekommen, um seine Stimme abzugeben, die "Irrläufer" waren aber schnell zur Mühlbachhalle umgeleitet. In den beiden Hallen waren die Voraussetzungen geschaffen worden, die Hygienevorschriften penibel einzuhalten.

Sicher half bei der guten Wahlbeteiligung, dass die Wähler auch über das Landesparlament in Stuttgart entschieden. Und wer sich an der einen Wahl beteiligt, der füllt seinen Stimmzettel auch für die andere Wahl aus.

Wobei die Zahl der Wahlberechtigten bei der Bürgermeisterwahl sogar etwas höher ist, da dort schon die 16-Jährigen und auch EU-Bürger, die in Eschbronn wohnen, mitstimmen dürfen.

Schließlich begab man sich vors Rathaus, wo heftige Graupelschauer niedergingen. Als Rainer Scheck das Ergebnis bekanntgab, brandete Jubel und Applaus auf. Wenn das kein gutes Omen für Runde zwei ist.

Kommentar: Starkes Votum

Von Peter Schönfelder

Vorher hatte der alte und neue Bürgermeister der Gemeinde Eschbronn, Franz Moser, sicher keine schlaflosen Nächte. Als "Titelverteidiger" mit einem Gegenkandidaten, der nicht ernsthaft nach dem Amt strebt, und sich bereits in mehr als einem Dutzend Kommunen beworben hatte, konnte Moser der Wahl entspannt entgegensehen. Ein klarer Start-Ziel-Sieg also. Und einer unter Corona-Bedingungen. Doppelt so viele Wähler als sonst machten zu Hause ihr Kreuzchen, andere gingen unverdrossen mit Maske an die Urne. Das Wahlrecht siegte über das Virus, denn die Wahlbeteiligung ist für diese Bedingungen herausragend. Die Eschbronner sind mit ihrem Schultes augenscheinlich zufrieden. Moser hat in den vergangenen acht Jahren vieles angestoßen. Das wird von den Eschbronnern honoriert. Mit einem starken Votum.

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