Am Sonntag um kurz nach 19 Uhr steht es fest: Markus Keller bleibt Bürgermeister der Stadt Blumberg. Die Agenda für seine dritte Amtszeit ist lang. Das sind seine Pläne.
Bürgermeister Markus Keller bleibt im Amt. Das steht am Sonntagabend um kurz nach 19 Uhr fest, nachdem die 14 Wahlbezirke der Stadt Blumberg ausgezählt waren. Mit einem Ergebnis von knapp 98 Prozent und 2169 gültigen Stimmen wird Markus Keller, der als einziger Kandidat zur Wahl angetreten war, in seinem Amt bestätigt. Die Wahlbeteiligung lag allerdings nur bei vergleichsweise niedrigen 29,6 Prozent.
Der alte und neue Rathauschef startet nun in seine dritte Amtszeit. Im Gespräch mit unserer Redaktion erläutert er seinen Plan für die Stadt Blumberg. Für die Zukunft hat er einen klaren Kompass.
Herr Markus Keller, Glückwunsch zu Ihrer Wiederwahl. Die kommenden acht Jahre werden für Blumberg nicht einfach werden. Wie sehen Sie Blumberg dafür gerüstet?
Vielen Dank. Ich sehe Blumberg gut aufgestellt, weil wir in den vergangenen Jahren die richtigen Grundlagen geschaffen haben. Wir stehen unter dem gleichen Druck wie viele andere Kommunen: Die Pflichtaufgaben steigen, die finanziellen Mittel reichen oft nicht aus. Trotzdem kann ich mit Überzeugung sagen: Blumberg steht im landesweiten Vergleich finanziell noch recht gut da. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer klaren, vorausschauenden Haushaltspolitik. Wir setzen seit vielen Jahren auf Konsolidierung, langfristige Planung und gezielte Investitionen. Das verschafft uns heute die nötige Handlungsfähigkeit, um auch unter schwierigen Rahmenbedingungen unsere Aufgaben zu erfüllen.
Die kommunale Verantwortung, wie zum Beispiel ab kommendem Jahr das Recht auf Ganztagsschule, fordert für die Kommunen immer größere finanzielle und personelle Belastungen. Ist Blumberg dafür vorbereitet?
Ja, das ist eine große Herausforderung, aber wir bereiten uns darauf vor. Mit dem Neubau des Schulcampus haben wir die besten Grundlagen geschaffen, um dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung gerecht zu werden. Wir investieren weiter in qualifiziertes Personal, moderne Lernräume und flexible Betreuungsmodelle. Natürlich wird das finanziell anspruchsvoll, zumal viele dieser Aufgaben von Land und Bund an die Kommunen übertragen werden, ohne dass die notwendigen Finanzmittel mitgeliefert werden. Trotzdem gilt: Bildung und Betreuung sind zentrale Zukunftsaufgaben, die wir mit Augenmaß und klaren Prioritäten weiter ausbauen werden.
Nach dem Neubau des Schulcampus stehen weitere, größere Sanierungsarbeiten für die Eichberg- und Realschule an. Wie ist hier in finanziell schwierigen Zeiten Ihr weiterer Plan?
Wir müssen realistisch und strategisch zugleich handeln. Der Schulcampus war ein Meilenstein, aber die Sanierung der Bestandsgebäude bleibt notwendig. Wir planen, diese Projekte gestaffelt und fördermittelorientiert umzusetzen. Blumberg hat aktuell einen nahezu schuldenfreien Kernhaushalt – die Verschuldung liegt bei nur rund 200 000 Euro, gegenüber rund fünf Millionen Euro im Jahr 2010. Das gibt uns Spielräume, um wichtige Bildungsinvestitionen zu tätigen, ohne die finanzielle Stabilität zu gefährden. Auch bei den Eigenbetrieben haben wir Schulden deutlich reduziert – trotz Investitionen in Infrastruktur. Das zeigt: Wir investieren dort, wo es notwendig ist, und wirtschaften solide.
Eine starke Infrastruktur ist die Lebensader der Stadt. Wie sind hier für die kommenden Jahre die Aussichten?
Wir investieren weiter konsequent in unsere Infrastruktur – Straßen, Wege, Breitband, Wasser und Abwasser. In den letzten Jahren haben wir im Abwasserbereich gezielt Kredite aufgenommen, um notwendige Investitionen zu finanzieren: 2022 waren es 3 Millionen Euro, 2024 0,5 Millionen Euro. Diese Mittel fließen in die Erneuerung der Netze und Anlagen. Insgesamt gilt: Wir investieren mit Augenmaß, modernisieren mit Priorität und sichern so die langfristige Leistungsfähigkeit unserer Stadt – ohne neue Schulden im Verwaltungshaushalt.
Die Wirtschaft ist das Fundament für Arbeitsplätze. Wie kann hier die Struktur weiter gestärkt werden?
Unsere Wirtschaft ist breit aufgestellt. Wir schaffen verlässliche Rahmenbedingungen, kurze Wege und direkte Kommunikation mit den Unternehmen. Mit Initiativen wie dem Wirtschaftstag und der Unterstützung ansässiger Betriebe haben wir die Zusammenarbeit deutlich intensiviert. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten zeigt sich, wie wichtig stabile Finanzen sind: Sie geben uns die Möglichkeit, weiter in Standortentwicklung und Infrastruktur zu investieren. So sichern wir Arbeitsplätze, stärken die Wertschöpfung vor Ort und halten Blumberg wirtschaftlich attraktiv.
Die Sanierung des Werner-Gerber-Sportzentrums ist eine der nächsten größeren Herausforderungen. Gibt es bereits ein Konzept?
Ja. Für die Sanierung des Werner-Gerber-Sportzentrums haben wir bereits Zuschüsse in Höhe von fast einer Million Euro erhalten – ein großer Erfolg für Blumberg. Das zeigt, dass sich gründliche Vorbereitung und konsequente Förderarbeit lohnen. Das Stadion ist ein zentraler Ort für Schulen, Vereine und Freizeit. Wir werden die Sanierung schrittweise umsetzen, mit Fokus auf Funktionalität, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. So sichern wir eine moderne Anlage, die vielen Generationen zugutekommt.
Die Zusammenarbeit mit den Ortsteilen hat sich unter Ihrer Regie deutlich verbessert. Sehen Sie hier weiteres Potenzial?
Ja, auf jeden Fall. Der enge Austausch mit den Ortsteilen ist mir ein persönliches Anliegen. Wir haben durch regelmäßige Ortsrunden, transparente Kommunikation und viele kleine, aber wichtige Projekte Vertrauen aufgebaut. Diese enge Zusammenarbeit werden wir fortsetzen und weiterentwickeln – auch unter den finanziellen Rahmenbedingungen, die zunehmend enger werden. Gerade in solchen Zeiten ist ein starkes Miteinander der beste Weg, um gemeinsam Lösungen zu finden.
Sie haben in Blumberg mit vielen neuen Ideen, wie Wirtschaftstag, Blumberg on Ice, dem Street-Art-Festival bis zum gesamtstädtischen Seniorentag, viel bewegt. Haben Sie diesbezüglich weitere Visionen?
Ja, ich möchte, dass Blumberg eine lebendige und attraktive Stadt bleibt – mit Angeboten für alle Generationen. Veranstaltungen wie der Wirtschaftstag, Blumberg on Ice oder das Street-Art-Festival stärken nicht nur den Zusammenhalt, sondern auch die Identifikation mit unserer Stadt. Trotz angespannter Finanzen ist es mir wichtig, solche Angebote zu erhalten. Sie sind Investitionen in Gemeinschaft, Kultur und Lebensqualität. Kreativität und bürgerschaftliches Engagement sind Ressourcen, die keine Bilanz erfassen kann – aber die für das Zusammenleben unbezahlbar sind.
Unter welche Prämisse sehen Sie Ihren weiteren Auftrag für Blumberg?
Mein Kompass bleibt klar: „Mein Plan für Blumberg – Erfolg fortsetzen, Zukunft formen.“ Das bedeutet, Bewährtes zu bewahren, Neues mutig anzugehen und dabei immer solide zu wirtschaften. Wir haben in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt – finanziell, strukturell und gesellschaftlich. Jetzt geht es darum, diese Entwicklung fortzusetzen: mit Stabilität, Verantwortung und einem klaren Blick für die Zukunft.
Herr Bürgermeister Markus Keller, besten Dank für Ihre Ausführungen.
Ich danke Ihnen. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Blumbergs diesen Weg weiterzugehen.
Die dritte Amtszeit
Wahlergebnis
Markus Keller ist seit 2010 Bürgermeister der Stadt Blumberg und Mitglied der CDU. Keller absolvierte sein Abitur am Wirtschaftsgymnasium Villingen und studierte Public Management an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl. Nach Stationen in Tuttlingen und Bad Dürrheim übernahm er 2002 die Geschäftsführung der Kur- und Bäder GmbH Bad Dürrheim, bevor er 2010 ins Bürgermeisteramt gewählt wurde. Er wurde 2017 mit 98,1 Prozent der Stimmen wiedergewählt und trat am 19. Oktober 2025 als einziger Kandidat zur Wahl für eine dritte Amtszeit an. Er wurde mit knapp 98 Prozent und einer Wahlbeteiligung von 29,6 Prozent im Amt bestätigt.