Alpirsbach geht in die Stichwahl. Doch wer wird auf dem Stimmzettel stehen? Und tritt Norbert Beck überhaupt an? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Dicht gedrängt standen die Bürger am Sonntagabend im Foyer des Hauses des Gastes in Alpirsbach und beobachteten, wie auf einer Leinwand nach und nach das Ergebnis der bereits ausgezählten Wahlbezirke auftauchte. Schnell war klar: Alles läuft auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hinaus.
Teilweise lag Vanessa Schmidt sogar knapp über der 50-Prozent Marke, dicht gefolgt von Norbert Beck, den viele Wähler in die freie Zeile auf dem Stimmzettel geschrieben hatten. Am Ende erreichte keiner der beiden die erforderliche absolute Mehrheit. Schmidt holte 48,97 Prozent der Stimmen, Beck 42,41 Prozent. Das bedeutet: Es wird am Sonntag, 13. Juli, eine Stichwahl geben.
Doch wie geht es jetzt weiter? Wer wird bei der Stichwahl auf dem Stimmzettel stehen? Und was passiert, wenn Beck nicht antreten will? Für etwas Aufklärung sorgte Landrat Klaus Michael Rückert, der für die Wahl nach Alpirsbach gekommen war und sich kurzerhand das Mikrofon schnappte.
„Herr Norbert Beck hat drei Tage Zeit, um zu entscheiden, ob er bei der Stichwahl antritt“, erklärte Rückert. Sollte er sich dafür entscheiden, hätten die Alpirsbacher die Wahl zwischen Schmidt und Beck. Beide würden dann als Kandidaten auf dem Stimmzettel stehen.
Ohne Stichwahl geht es nicht
Und was, wenn Beck ablehnt? „Wenn er sich entscheidet, nicht anzutreten, gibt es eine Stichwahl zwischen Frau Schmidt und der freien Zeile“, so Rückert. Sprich: Auch wenn Beck verzichten würde, wäre Schmidt damit nicht automatisch Bürgermeisterin. „Da niemand mehr als 50 Prozent hat, ist eine Stichwahl zwingend erforderlich“, erklärte der Landrat.
Somit sind nun alle Augen auf Beck gerichtet. Wie wird er sich entscheiden? Am Wahlabend wollte sich der Amtsverwalter noch nicht festlegen. „Ich überlege es mir ernsthaft, ob ich in die zweite Runde gehe“, betonte Beck auf Nachfrage.
Beck will Entscheidung am Dienstag bekanntgeben
Und er verriet schon so viel: „Ich tendiere dazu, bei der Stichwahl mitzumachen.“ Vor einer endgültigen Entscheidung müsse er aber noch mit seinen Töchtern sprechen. Ob er antreten wird, will er dann bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend bekanntgeben.
Beck, der immer betont hatte, keine Ambitionen auf das Bürgermeisteramt zu haben, wirkte aber nicht unglücklich angesichts der überraschenden Wendung. „Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, erklärte Beck. „Wenn man nicht Kandidat ist und dann 42 Prozent der Stimmen bekommt, ist das ein Vertrauensbeweis und eine große Wertschätzung.“
Und offenbar beruht die Begeisterung vieler Alpirsbacher für Becks Arbeit als Amtsverwalter auf Gegenseitigkeit. „Die zwölf Monate als Amtsverwalter haben mir einen riesen Spaß gemacht“, meint Beck und lobte dabei sowohl die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat als auch mit der Verwaltung.
Sollte sich Beck nun tatsächlich entscheiden, bei der Stichwahl anzutreten, dürfte es noch mal richtig spannend werden. Denn bei der aktuellen Wahl trennten Schmidt und Beck nur 160 Stimmen. Schmidt erhielt 1193 Stimmen, Beck 1033.
Viele ungültige Stimmen eigentlich für Beck
Und nicht nur das: Denn laut dem stellvertretenden Wahlleiter Joachim Hermann stand auf den meisten der 125 als ungültig gewerteten Stimmzettel Becks Name. Die Stimmen waren nur deshalb ungültig, weil weitere Angaben wie zum Beispiel Wohnort oder Beruf fehlten, um die Stimmen eindeutig Beck zuordnen zu können. Rechnet man die ungültigen Wahlzettel dazu, trennen Schmidt und Beck also tatsächlich nur wenige dutzend Stimmen.
Und was meint Schmidt zu dem Ergebnis? Obwohl sie die meisten Stimmen holte, war sie nach Verkündung des Ergebnisses hin und hergerissen: „Ich bin schon etwas enttäuscht, dass es nicht für die 50 Prozent gereicht hat“, sagte Schmidt gegenüber unserer Redaktion. Gleichzeitig betonte sie: „Ich freue mich über das Ergebnis, weil so viele Leute mir ihre Stimme gegeben haben.“