Sie will etwas gegen den Leerstand im Einzelhandel tun und einen Sanierungsstau verhindern: Für diese und weitere Ziele tritt Vanessa Schmidt bei der Bürgermeisterwahl an.
Bei der anstehenden Bürgermeisterwahl in Alpirsbach sind nur noch zwei Kandidatinnen im Rennen. Eine von ihnen ist Vanessa Schmidt. Derzeit arbeitet sie bei der Schwarz-Gruppe in Neckarsulm – als Objektleiterin im Gebäudebetrieb. „Ich betreue mehrere Kitas, eine Schule und ein Autohaus“, berichtet Schmidt.
Dabei sei sie vor allem für die Instandhaltung der Gebäude und die Verkehrssicherungspflicht verantwortlich. Dementsprechend hat sie auch Pläne für die Gebäude der Stadt Alpirsbach. „Ich werde die Instandhaltungskosten senken“, kündigt Schmidt für den Fall ihrer Wahl an.
So wolle sie Energiesparmaßnahmen einführen – zum Beispiel durch die Verwendung von LED-Leuchten. Auch beabsichtige sie, Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Gebäuden zu installieren. Zudem schwebt ihr die Einführung einer Software vor, mit der Bürger Schäden an der Infrastruktur unbürokratisch melden können. „Damit sich kein Sanierungsstau aufbaut.“
Mehreinnahmen durch Unternehmensansiedlungen
Doch würde ein solches Maßnahmenpaket nicht eher Geld kosten statt einzusparen? „Ich denke, man darf nicht am falschen Ende sparen“, erwidert Schmidt. „Die Infrastruktur muss verbessert werden.“ Finanzieren will Schmidt das durch Mehreinnahmen, die sich ergeben würden, wenn wieder mehr Menschen nach Alpirsbach ziehen und sich neue Unternehmen ansiedeln würden.
Zudem will sie durch effizientere Abläufe in der Verwaltung Kosten sparen. Allerdings nicht durch Personalabbau, wie Schmidt betont. Vielmehr soll durch eine Steigerung der Effizienz erreicht werden, dass die Mitarbeiter mehr Zeit haben, nach geeigneten Subventionen und Fördermitteln zu suchen und diese optimal zu nutzen.
Höhere Grund- oder Gewerbesteuern schließt Schmidt hingegen kategorisch aus. „Da bin ich absolut kein Fan von“, stellt die Kandidatin klar. „Denn was die Gewerbesteuer angeht, glaube ich, dass wir uns an unseren Nachbarkommunen orientieren müssen. Wenn wir die Steuern noch höher machen, haben weniger Unternehmen einen Anreiz, zu uns zu kommen.“ Ähnlich sei es auch bei der Grundsteuer.
Darüber hinaus möchte Schmidt etwas gegen den Leerstand in der Stadt unternehmen. „Ich kann mir Pop-up-Läden gut vorstellen wie es sie schon in Freudenstadt gibt. Damit sich auch kleinere Läden etablieren können.“
Maßnahmen gegen Wohnraummangel
Um dem Wohnraummangel zu begegnen, möchte Schmidt, dass die Stadt leerstehende Immobilien kauft, renoviert und dann wieder vermarktet. Auch sagt Schmidt: „Wir sollten auf die Eigentümer zugehen und schauen, ob man da Lösungen finden kann, um neuen Wohnraum zu schaffen.“
Und Schmidt hat noch ein Projekt: „Ich möchte gerne einen runden Tisch mit den Vereinen gründen, wo deren Ideen im Fokus stehen, was gemeinsame Veranstaltungen angeht.“ Die Kandidatin ist überzeugt: „Es gibt sehr viele Bürger, die sich in der Stadt engagieren wollen.“
„Ich bringe frischen Wind in die Verwaltung“
Dabei hat Schmidt auch die Jugend im Blick. „Das Thema Jugendgemeinderat kann ich mir sehr gut vorstellen, weil es schon eine entsprechende Satzung gibt. Ich weiß auch nicht, warum das nicht umgesetzt wurde.“
Dass sie keine Verwaltungserfahrung hat, hält Schmidt für kein Problem. „Ich glaube, dass das kein Nachteil ist, weil ich einen anderen Blick auf die Dinge habe“, zeigt sie sich überzeugt. „Ich glaube, ich bringe frischen Wind in die Verwaltung.“ So könne sie dann zum Beispiel Optimierungspotenziale schnell erkennen.