Kandidatin im Porträt: Bei der Bürgermeisterwahl in Alpirsbach am Sonntag möchte Diplom-Verwaltungswirtin Tanja Ewert (53) mit ihrer Berufserfahrung punkten.
Der Wahlkampf in Alpirsbach läuft aktuell auf Hochtouren. Nachdem Robert Vogler seine Kandidatur überraschend zurückgezogen hat, sind derzeit nur noch zwei Frauen im Rennen. Tanja Ewert aus Zweibrücken (Rheinland-Pfalz) ist eine von ihnen.
Was sie mitbringt – und womit sie Stimmen gewinnen will –, ist ihre langjährige Verwaltungserfahrung. Nicht die allerschlechteste Voraussetzung für den Job als Bürgermeisterin. Seit 1990 ist Ewert in der Verwaltung tätig und arbeitet seit vielen Jahren im Rathaus ihrer Heimatstadt Zweibrücken. Im Steuerwesen kümmert sie sich dort – nach weiteren Stationen im Personalamt und in der Straßenverkehrsbehörde, die sie geleitet hat – um das Steuerwesen und die Einnahmen in der Stadt.
„Meine Motivation ist es, Kümmerer und Problemlöser zu sein“, sagt Ewert über die Gründe für ihre Kandidatur und die Lust, noch einmal einen Neuanfang zu wagen. Dabei will sie Alpirsbach nicht aus den Angeln heben und auch nicht alles auf den Kopf stellen. Für sie sei wichtig, Bewährtes weiterzuführen, auszubauen und zu intensivieren, sagt Ewert.
Ansatzpunkte: Baugebiete und Telekommunikation
Gleichzeitig will sie der Stadt durch Umsetzung vieler guter Ideen wieder zu einer „Glanz- und Blütezeit“ verhelfen. Beginnen will Ewert dabei mit den Punkten, an denen es derzeit am meisten hakt. Für sie sind das die dringend benötigten Bau- und Gewerbegebiete, bestehende Funklöcher und das mitunter instabile Internet. „Eines meiner großen Ziele ist es, künftigen und bestehenden Unternehmen und deren Beschäftigten die benötigte Infrastruktur zur Verfügung zu stellen beziehungsweise diese zu verbessern“, sagt Ewert. Das sei das „A und O“ einer guten Wirtschaftsförderung.
In vielen Einzelgesprächen – sei es in der Gastronomie, bei Firmen oder auch im Seniorenzentrum – habe sie erfahren, wo der Schuh drückt. Für den Fall des Wahlsiegs hat Ewert deshalb bereits einige Ideen und Projekte, die sie auf Grundlage dieser Gespräche anpacken will. So sollen beispielsweise Barrieren für Gehandicapte – zuerst rund um das Bahnhofsareal, aber auch darüber hinaus – abgebaut werden. Beim Aufhübschen und dem Erhalt des Freibads setzt Ewert auf Eigenleistung und will dabei mit Ehemann Martin auch selbst mit anpacken. Mit ihm gemeinsam wolle sie in Alpirsbach vorleben, wie gut Eigenleistung und Gemeinschaft, gepaart mit Sparsamkeit, funktionieren könne.
An diesem Punkt verweist Ewert auf Erfahrungen des Ehemanns bei der DLRG und bei der Feuerwehr. Sie selbst engagiere sich im Gegenzug im Musikverein, in einem Akkordeonorchester und im Chor. Von ihren musikalischen Fähigkeiten am Akkordeon konnten sich die Alpirsbacher bereits bei ihren Wahlkampfauftritten überzeugen.
Unabhängige Kandidatin mit SPD-Parteibuch
Bürgermeister oder Bürgermeisterin zu sein, sei nicht leicht, sondern harte Arbeit, für die man ein gutes Rüstzeug brauche, sagt die Kandidatin. Das bringe sie mit. Ausdauer, Beharrlichkeit und die Fähigkeit, dicke Bretter zu bohren, ebenfalls.
Tanja Ewert hofft deshalb, mit ihrer – im Vergleich zur Mitkonkurrentin – größeren beruflichen Erfahrung und der Lebenserfahrung am kommenden Sonntag zu überzeugen. Angetreten ist Ewert, Mitglied der SPD, als unabhängige Kandidatin. Kämpfen werde sie bis zuletzt, sagt sie und ergänzt: „Wer nämlich vorher aufgibt, der hat bereits verloren.“