Aufmerksam wurde den Bewerber um das Bürgermeisteramt zugehört – und es gab natürlich auch Fragen an die Kandidaten. Foto: Lenski

Hätte man in der pickepackevollen Witthauhalle den künftigen Bürgermeister nach der Lautstärke des Applauses gewählt, die Sache wäre klar gewesen – der Tontechniker hätte mit weitem Abstand gewonnen.

Haigerloch - Denn die Mikrofontechnik machten bei der Vorstellungsrunde mit sechs Kandidaten – der siebte Bewerber Samuel Speitelsbach aus dem Neckar-Odenwald-Kreis war gar nicht erst nach Haigerloch angereist – den ganzen Abend Zicken und sorgte immer wieder für kuriose Momente.

Alle Beteiligten trugen es aber mit Fassung und Humor und der Techniker gab sich alle Mühe, die Rückkopplungen und Ausfälle in den Griff zu bekommen. Und dieser Einsatz hatte dann auch wirklich einen Applaus verdient.

Zehn Minuten Redezeit

Jeder der fünf Bewerber und die Bewerberin hatten zehn Minuten Zeit, sich selbst und ihre Vorstellungen zur Zukunft Haigerlochs zu präsentierten. Außer Heiko Lebherz und Ronny Biesinger überzog niemand dieses Zeitfenster – und die beiden auch nur um ein paar Sekunden. Direkt im Anschluss an jede Rede hatten die Zuhörer – in der Halle dürften grob geschätzt zwischen 700 und 800 Leute gewesen sein – Gelegenheit, dem jeweiligen Kandidaten Fragen zu stellen und auf den Zahn zu fühlen.

Viele Fragen an die Kandidaten

So fragte etwa Peter Zimmermann aus Stetten den ersten Kandidaten Peter Knöll, woher er das Geld zur Umsetzung seiner Visionen nehmen wolle. Etwa durch Neuansiedlung von Industrie, so Knöll. Marilena Hahn aus Bittelbronn sprach Themen wie Klimaschutz, Insektensterben und Flächenversiegelung an. Knöll will sich Bestandsgebäude ansehen, in erneuerbare Energien investieren und als Stadt Vorbild sein in Dingen, "die im Großen angedacht werden und im Kleinen passieren sollten".

Niklas Heim aus Trillfingen wollte von Anne Judersleben wissen, wie sie das Städtle attraktiver machen wolle. Judersleben setzt auf den Kauf alter Immobilien durch die Stadt und Innenentwicklung statt Flächenversiegelung.

Von Schulen bis hin zu Wahlmotiven

Siegbert Erat aus Haigerloch hakte bei Manuel Schmoll nach, ob er in Sachen Schulstandorte auch zu unpopulären Entscheidungen bereit wäre, um Kosten zu sparen. Schmoll will die Kosten im Blick behalten, hofft aber dennoch alle Schulstandorte erhalten zu können.

Warum er sich nicht in einer größeren Stadt als Oberbürgermeister bewerbe, wollte Valeska Kern aus Owingen von Heiko Lebherz wissen. Ähnlich äußerte sich ein Bürger aus Gruol "Sind wir sie in vier Jahren wieder los, wenn in Böblingen Wahlen sind?" wollte er wissen. Lebherz verneinte. Er wolle nicht in eine größere Stadt, Haigerloch habe mit 11 000 Einwohnern die ideale Größe, um als Bürgermeister noch den direkten Kontakt zu den Bürgern zu haben. Auch zu seinen Vorstellung über die Ansiedlung von Gewerbe wurde Lebherz gefragt.

Weder an Ronny Biesinger noch an Erich Löffler hatte das Publikum Fragen.