Samuel Speitelsbach tritt auch bei der Bürgermeisterwahl in Bad Liebenzell am 17. Oktober an. (Archivfoto) Foto: Jänsch

Es wäre eine Überraschung gewesen, hätte er sich nicht beworben: Dauerkandidat Samuel Speitelsbach aus Ravenstein-Hüngheim im Neckar-Odenwald-Kreis tritt bei der Bürgermeisterwahl am 17. Oktober in Bad Liebenzell an.

Bad Liebenzell - Speitelsbach ist der zweite Kandidat. Amtsinhaber Dietmar Fischer hatte seine Bewerbung bereits im Mai abgegeben. Die entsprechende Stellenanzeige im Staatsanzeiger war schon am 14. Mai erschienen. Seit 15. Mai haben Interessenten die Möglichkeit, ihre Bewerbung beim Rathaus abzugeben. Die Unterlagen müssen bis Montag, 20. September, 18 Uhr beim Vorsitzenden des Gemeindewahlausschusses der Stadt Bad Liebenzell eingereicht sein. Damit kann noch vor der Bundestagswahl ein Zulassungsbescheid im Hinblick auf die Kandidaten gefasst werden.

Aufgabe kommt nicht infrage

Volker Kliewer, Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses, bestätigte auf Anfrage des Schwarzwälder Boten, dass die Bewerbung von Speitelsbach im Rathaus von Bad Liebenzell eingegangen sei. Speitelsbach war bereits in mehr als 70 Bürgermeisterwahlen in ganz Baden-Württemberg gescheitert. So trat er unter anderem in Bad Herrenalb und Straubenhardt an.

Weshalb versucht er es auch in Bad Liebenzell, fragte ihn unsere Zeitung. "Wenn ich aufgeben würde, würde man mich beseitigen, wie man es immer mit Ketzern und Oppositionellen tat", schreibt er in einer Wahlrede, die er dem Schwarzwälder Boten nach der Anfrage zuschickte. "Meine einzige Chance ist zu meiner Meinung zu stehen und weiterzumachen, vielleicht habe ich Glück wie Luther", ist in dieser Wahlrede zu lesen. "Ich trete hier an, dass niemand von euch vor dem Jüngsten Gericht sagen kann, er hätte keine andere Wahl gehabt. Die Nazipolizisten wollen sich immer dadurch absichern, dass der örtliche Bürgermeister unterschreiben muss, wenn sie mal wieder jemanden wegen minderwertiger Gene oder seines jüdischen Namens abführen", heißt es darin. "Wenn ihr mich nicht wählt, stimmt ihr dafür, dass willkürlich Menschen mit minderwertigen Genen verhaftet und gefoltert werden", so Speitelsbach.