Felix Hezel bei der Burgruine Herrenzimmern. Foto: Hezel

Drei Kandidaten möchten die Bürgermeisterwahl in Bösingen gewinnen: der Amtsinhaber und zwei Herausforderer. Wie ist das Befinden sieben Wochen davor?

Bösingen - Fünf Wochen nach dem Startschuss am 23. Juli ist die Zeit reif für ein erstes Zwischenfazit des Bürgermeisterwahlkampfes in Bösingen. Gewählt wird am 16. Oktober. Felix Hezel antwortet auf fünf Fragen.

Wie liefen die ersten Wochen Ihres Wahlkampfes?

Mit dem bisherigen Verlauf bin ich sehr zufrieden. Obwohl meine Arbeitsstätte nicht gerade um die Ecke liegt, konnte ich durch Home-Office schon mehr in Sachen Wahlkampf unternehmen, als zu Beginn gedacht.

Bis zur Bewerbung war ich sehr bemüht, mein Vorhaben geheim zu halten und habe es erst mit dem Abgeben der Bewerbung publik gemacht. Umso gespannter war ich auf die ersten Reaktionen, die im näheren Umfeld zuerst mit positiver Verwunderung, aber dann Begeisterung ausfielen.

Was haben Sie bisher in Sachen Wahlkampf unternommen?

Da ich mein Wahlprogramm – von mir lieber als "Meine Visionen" bezeichnet, da mögliche Investitionen ja stark vom Gemeindehaushalt abhängen – schon seit längerem erstellt habe, konnte ich die bisherige Zeit der Bewerbung für die Erstellung des Flyers, der Homepage und der Social-Media-Auftritte nutzen, auf denen ich laufend über den Wahlkampf berichte.

Zudem konnte ich schon die ersten von vielen Unternehmen besuchen und in den Gesprächen erfahren, was diese bewegt und für sie in Zukunft wichtig ist.

Auf welche Resonanz sind Sie gestoßen – in Bösingen und in Herrenzimmern?

Wie vorhin erwähnt, habe ich in persönlichen Gesprächen Zuspruch erhalten und Respekt für diesen Schritt gezollt bekommen.

Beim Buschfunk kristallisieren sich hauptsächlich zwei Themen heraus. Erstens: Mein junges Alter, zu dem ich als Antwort habe, dass sich Herr Bürgermeister a. D. Alfred Weiss bei seiner ersten Amtsperiode in selbigem Alter befand.

Und zweitens: Dass ich das nur aufgrund meiner Ablehnung gegen das Vorhaben "Norma" mache. Hierzu lässt sich von meiner Seite nur sagen, dass dieser Zug für mich abgefahren ist.

Aussagen, wie "Felix, ich war seit langer Zeit nicht mehr wählen. Aber dieses Mal werde ich gehen!", sind hier wieder Balsam für die Seele und stärken die Motivation für mein Vorhaben.

Welche Themen beschäftigen die Bürger am meisten?

Passend zum Interview würde ich spontan behaupten, dass die anstehende Wahl aktuell viele Leute in der Gemeinde beschäftigt. Ungeachtet dessen sind Themen wie Kindergarten/Grundschule, Windkraft, steigende Energiepreise, Fördermöglichkeiten, aber auch Wohnraum für Jung und Alt und viele mehr zu nennen. Gerade bei letzteren zahlt sich meine Tätigkeit in der Landwirtschaftsverwaltung, mit dem Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz als oberste Landesbehörde, der diese Themen zugeordnet sind, aus.

Was planen Sie für die kommenden Wochen bis zum Bewerbungsschluss Mitte September?

Die kommenden Wochen werde ich weitere Unternehmen und Vereine besuchen, um noch mehr über deren Belange zu erfahren und weitere Ideen zu sammeln, aber auch die Teilnahme an passenden Fortbildungen zu meinem Wahlprogramm.

Außerdem stehe ich gerade mit der Gemeinde Braunsbach in Kontakt, um mich bei deren Bürgermeister in einem Vor-Ort-Termin über die dortigen Windräder zu informieren. Diese wurden dort 2017, mit demselben Modell welches für die Anlage in Herrenzimmern geplant ist, errichtet.

Zu guter Letzt steht dann noch das Verteilen meiner Flyer bei den Einwohnern an, das erst in den Wochen vor der Wahl gemacht wird.  Das Gespräch führte Andreas Pfannes.