Bürgermeisterwahl: Gut 20 Besucher finden zur Wahlkampfveranstaltung Roman Waizeneggers im ehemaligen Schulhaus
Bisingen-Thanheim. Bei der Bürgermeisterwahl in Bisingen ist der Kandidat Samuel Speitelsbach zwar nicht ernst zu nehmen, der Amtsinhaber macht dennoch Wahlkampf. Bei fünf Terminen lädt er die Bürger zum Austausch ein und spricht bei diesen Gelegenheit über das, was er erreicht hat und das, was er in den kommenden Jahren vorhat. Ein Abriss über die Themen, die Bürger und Waizenegger am Montag in Thanheim angesprochen haben:
n NeubaugebietWie Waizenegger berichtete, machten inzwischen "alle Eigentümer" mit, er sprach aber auch von sehr zähen Verhandlungen. Das ist jedoch nur einer der Gründe, warum das Neubaugebiet Salenwiesen ein langwieriges Projekt ist: Wie Waizenegger erklärte, müsse das Gebiet ausführlich untersucht werden, etwa bei einer Starkregenkonzeption, denn nur dann wüssten künftige Häuslebauer, was auf sie zukommen wird.
n WaldDie Gemeinde habe großes Interesse, Waldgrundstücke zu kaufen. Der Waldbestand solle klimaresistent aufgestellt werden. Auch das ist langwieriges Projekt: Waizenegger rechnet mit effektiven Ergebnissen erst für die übernächste Generation. Bewusst rücke die Gemeinde damit vom "Wirtschaftswald" ab, mit dem das Ziel verfolgt wird, Geld zu verdienen.
n LärmaktionsplanOb es nie mehr eine Ortsumfahrung geben werde, wollte ein Bürger wissen. Waizenegger verwies auf die Erfahrungen seines Vaters, ehemals Bürgermeister von Schömberg. Dort sei die Ortsumfahrung 34 Jahre im Gespräch gewesen und der Nachfolger, der bereits 17 Jahre im Amt ist, hat das Thema noch immer nicht realisieren können. SOlche Projekte brauchten Jahrzehnte, wie dieses Beispiel zeigte. Waizenegger: "Viele Mühlen arbeiten sehr langsam." Generell zum Thema Bauprojekte sagte er: Es könne nicht sein, dass es in einem industrialisierten Land wie Deutschland so lange dauere, bis Projekte umgesetzt sind.
n SchülerbeförderungBekannt ist, dass sich der Landkreis aus der finanziellen Förderung der Schülerbeförderung von Thanheim zum Bisinger Schulzentrum zurückgezogen hatte. Nun muss die Gemeinde für die Kosten aufkommen, Waizenegger: "Ich will nicht dauerhaft in die Bresche springen." Besonders ärgerlich ist, dass die Gemeinde die Kosten in Höhe von 25 000 Euro pro Jahr rückwirkend zurückzahlen muss. "Wir zahlen Kreisumlage, da will ich was davon", machte Waizenegger klar. Bei einer Verkehrsschau mit Behördenvertretern soll die Lage nochmals genauer betrachtet werden. Diese Gelegenheit wolle Waizenegger nutzen, um weitere Argumente vorzubringen.
n RadwegekonzeptAuf Nachfrage eines Bürgers ging es um das Thema Radwege in Bisingen. Radfahrer haben es in der Kirchspielgemeinde bekanntermaßen nicht unbedingt leicht: Die Straßen sind oft zu schmal dimensioniert für einen Radstreifen, etwa am Heidelberg. "Wir werden schauen, wo es Optimierungsbedarf gibt." Bei dem Thema gehe es um die Frage: "Wo leiten wir den Fahrradverkehr innerorts?" n Ortskern ThanheimWo es Sinn mache, kaufe die Gemeinde Grundstücke. Für Thanheim biete das die Chance, den Ortskern zu entwickeln. Wie Waizenegger sagt, soll es ein Platz zur Begegnung werden.
n Bürger einbindenEin Bürger wollte wissen, welche Entscheidung Waizenegger bereue. "Nicht falsch" war, die Bürger bei den großen Projekten mit ins Boot zu holen, etwa mit Bürger-Infoabenden und Workshops. "Da hätte man viel früher ansetzen sollen." Wichtig sei Waizenegger, mit Bürgern "punktuell in Beteiligung zu gehen". n Chaos im Rathaus?Ein Bürger sprach in Thanheim vom "Chaos im Rathaus": Ansprechpartner seien nicht anwesend und Anfragen würden nicht beantwortet.
Waizenegger verwies darauf, dass im vergangenen Jahr sieben Mitarbeiterinnen wegen Schwangerschaft nicht da sein konnten. Dies entspricht etwa einem Drittel des Rathauspersonals. Von den sieben hätten vier im Hauptamt gearbeitet. Die offenen Stellen im Rathaus zu besetzen, sei eine Herausforderung, und weiterhin gebe es "Nachjustierungsbedarf", was "natürlich unerfreulich" sei, erklärte Waizenegger.