Fabian Schmitt möchte Bürgermeister von Bad Wildbad werden. Foto: Schmitt

Ein Sprung ins kalte Wasser? Nein, so möchte Fabian Schmitt seine Kandidatur nicht beschreiben. Bürgermeister von Bad Wildbad werden zu wollen, sei für den Betriebsleiter des Calmbacher Waldfreibads eine Herzensangelegenheit. Ganz oben auf seiner kommunalpolitischen Agenda: Nachhaltigkeit.

Bad Wildbad - Wasser ist das Element von Fabian Schmitt. Der 39-Jährige ist Rettungsschwimmer bei der DLRG in Pforzheim, stand elf Jahre lang im Kader der deutschen Unterwasserrugby-Nationalmannschaft, wurde mit ihr 2011 Vizeweltmeister in Helsinki, liebt Tauchen und Kitesurfen. Und so wundert es nicht, dass die Idee, sich für das Bürgermeisteramt in Bad Wildbad zu bewerben, im Calmbacher Waldfreibad entstand. Dort, wo der Birkenfelder seit 2017 Betriebsleiter ist. Denn als Bürgermeister Klaus Mack (CDU) im September in den Bundestag gewählt wurde und er seinen Rückzug aus dem Rathaus verkündete, sei Schmitt immer wieder von Badegästen angesprochen worden, ob er nicht kandidieren wolle. "Der Entscheidungsprozess hat gedauert", räumt Schmitt ein, der kurz vor Weihnachten seine Bewerbung einreichte. "Aber ich mache das jetzt einfach. Ich habe ein gutes Gefühl dabei."

 

Eine Herzensangelegenheit

Um im Bild zu bleiben: Als einen Sprung ins kalte Wasser möchte der Rettungsschwimmer seine Kandidatur nicht beschreiben. "Für mich ist das eine Herzensangelegenheit", unterstreicht Schmitt und zeigt auf: "Ich bin ein offener Mensch, ich gestalte gerne, arbeite gerne mit Menschen. Ich möchte meine Arbeitskraft in den Staatsdienst stellen."

Ganz oben auf Schmitts kommunalpolitischer Agenda steht das Thema Nachhaltigkeit. "Klimaneutralität – eine Stadtverwaltung muss das vorleben", sagt der 39-Jährige und rechnet vor: "Was wir heute machen, wird in 20, 30 Jahren ganz entscheidend sein." Immer wieder liest man in Schmitts Programm das Wort Holz. "Der Rohstoff der Zukunft", ist er sich sicher – und fordert unter anderem ein plastikfreies Bad Wildbad.

Moderner Dienstleister

Miteinander leben, reden, gestalten – so überschreibt der der Betriebsleiter des Waldfreibads sein Programm. Seine Forderung: "Die Verwaltung sollte ein moderner Dienstleister sein, mit dem Ziel, Bad Wildbad und das Obere Enztal als attraktiven Lebens- und Wirtschaftsraum nachhaltig weiterzuentwickeln, die Vielfalt der Natur und den Tourismus in Einklang zu bringen und die Belange der Bürgerinnen und Bürger in den Prozess einfließen zu lassen."

Schmitt setze sich ein für einen Schuldenabbau, was eine strategische Finanzplanung erforderlich mache. Förderprogramme müsse man "massiv angehen". Er wolle "zukunftsorientierte Investitionsmaßnahmen wie den Ausbau erneuerbarer Energien, E-Mobilität, ein Radwegenetz" realisieren. Den Tourismus betrachtet er als eine Säule von Bad Wildbad und er stehe für eine ökologische Entwicklung, will Investoren und den Sommerberg gezielt fördern, setzt sich ein für "Umweltschutz in der Stadt, im Wald, überall". Wirtschaftlich will Schmitt die Gründerszene in der Stadt unterstützen, neue Fachgeschäfte ansiedeln, Gewerbetreibende besser vernetzen. Bad Wildbad betrachte er neben Pforzheim und Nagold als den Wirtschaftsstandort im Nordschwarzwald. Auch Holz sei dabei ein Faktor. In puncto Infrastruktur setzt Schmitt auf eine Dringlichkeitsliste bei der Straßensanierung, möchte Wohnraum verdichten, hat den ÖPNV und die Freizeitmöglichkeiten im Blick.

"Fühle mich im Enztal wohl"

Es müsse Spaß machen, in Bad Wildbad zu leben und zu arbeiten. "Wohnen und leben im Grünen", formuliert es der gebürtige Pforzheimer. Schmitt selbst hat diesen Ansatz für sich ganz persönlich schon verinnerlicht. "Ich fühle mich im Enztal sehr wohl", sagt er.

Ein Parteibuch hat Schmitt übrigens nicht. Er steht am 23. Januar als parteiloser Kandidat zur Wahl. Und so soll es auch bleiben, falls er zum Bürgermeister gewählt wird. "Dann ist man freier", betont der begeisterte Schwimmer.