Acht Kandidaten bewerben sich – wer auf dem Stuhl des Bürgermeisters von Bad Wildbad Platz nehmen wird, entscheidet sich frühestens bei der ersten Wahl am 23. Januar. Foto: Rabsteyn

Paukenschlag kurz vor der Wahl: CDU und SPD sprechen sich für Marco Gauger als neuen Bürgermeister aus. Was sagt er und die anderen Kandidaten dazu?

Bad Wildbad - Langsam aber sicher beginnt die heiße Phase vor der Bürgermeisterwahl in Bad Wildbad. Und genau einen Tag vor der offiziellen Kandidatenvorstellung gibt es in der Bäderstadt eine eher ungewöhnliche Koalition: Gemeinsam sprechen sich SPD und CDU für Marco Gauger als neuen Bürgermeister aus.

Am Sonntag, 23. Januar, wählen die Bad Wildbader ihr neues Stadtoberhaupt. Knapp eine Woche davor steigt nun die Spannung und die Kandidaten befinden sich mitten in ihrem Wahlkampf. Just einen Tag vor der offiziellen Kandidatenvorstellung am Freitag, 14. Januar, ab 18 Uhr – zeitgleich im Wildbader Kursaal und der Enztalhalle in Calmbach – gab es nun einen Paukenschlag.

Bislang keine Empfehlung

Bislang hielten sich die im Gemeinderat vertretenen Fraktionen mit einer Wahlempfehlung noch zurück. Jetzt aber gehen CDU und SPD aus der Deckung – und das auch noch gemeinsam. Laut einer Pressemitteilung sprechen sich der SPD-Ortsverein und der CDU-Stadtverband gemeinsam für Marco Gauger als neuen Bürgermeister aus.

CDU und SPD: "Immer wieder werden in diesen Tagen Vertreter der Bad Wildbader CDU und SPD danach gefragt, welche Person am 23. Januar zum Bürgermeister gewählt werden sollte. Nachdem wir mit einem Großteil der Kandidaten gesprochen haben, würden wir uns sehr darüber freuen, wenn der Referent des Freudenstädter Oberbürgermeisters, Marco Gauger, zum neuen Stadtoberhaupt gewählt werden würde", teilt der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Thomas Gischer im Auftrag beider Parteien mit. Weiter heißt es: "Er scheint uns besonders dafür geeignet zu sein, in einem konstruktiven, zielführenden Miteinander im Gemeinderat die anstehenden großen Aufgaben der Stadt zu meistern. Auch sein beruflicher Werdegang und die Tatsache, dass er als Stabsstelle des Oberbürgermeisters die kommunalpolitischen Geschicke der Großen Kreisstadt Freudenstadt maßgeblich mitgestaltet, unterstreichen seine besondere Eignung für dieses Amt."

Wahlrecht wahrnehmen

Die Parteien bedanken sich des Weiteren dafür, "dass sich auch weitere sechs Bewerber und eine Bewerberin zur Verfügung stellen und respektieren selbstverständlich auch andere Entscheidungen. In jedem Fall bitten wir darum, das Wahlrecht am 23. Januar wahrzunehmen", ist weiter zu lesen.

Gemeinsame Ziele

Marco Gauger: Und was sagt der empfohlene Kandidat? "Ich finde es toll, das freut mich natürlich", sagt Gauger im Gespräch mit unserer Redaktion. Diese Empfehlung zeige, "dass die Gespräche dazu geführt haben, dass man sich auf gemeinsame Ziele für Bad Wildbad verständigt hat", so Gauger weiter.

Parteien können machen, was sie wollen

Fabian Schmitt: Weniger enthusiastisch fallen naturgemäß die Antworten der anderen Kandidaten aus. "Die Parteien können machen, was sie wollen, das ist eine demokratische Wahl", kommentierte Fabian Schmitt diese Wahlempfehlung. Die Parteien könnten das kundtun, wenn sie meinen, "dass er der richtige Kandidat ist". Er sei nicht böse, stellte aber klar: "Mit mir haben sie nicht gesprochen."

Thomas Anhalt: Kurz und knapp fiel dagegen die offizielle Antwort von Thomas Anhalt aus: "Kein Kommentar."

Belange der Bürger umsetzen

Dietmar Fischer legt Wert darauf, dass er als "freier und unabhängiger Kandidat" antritt, auch wenn er für die CDU im Kreistag sitze. "Ich möchte Vertreter der Bürger sein, denn die Bürger wählen den Bürgermeister und die sollen sich bei mir aufgehoben fühlen." Er will kein Vertreter der Fraktionen sein, sondern ein Vertreter der Bürger. Die Fraktionen wünschten sich einen harmonischen Gemeinderat. Aber das sei wie in einer Ehe: "Da muss auch mal diskutiert werden." Aus allen Standpunkten und Meinungen forme sich meist ein besseres Ergebnis, als wenn dies schon vorher feststehe. "Man muss auch Meinungen austauschen dürfen, und da geht es nicht um streiten", so Fischer, der weiter sagt, dass es in der Kommunalpolitik darum gehe, die Belange der Bürger umzusetzen und nicht darum, parteipolitische Ideen in die Kommunalpolitik zu tragen.

Keine Marionette sein

Frank Drollinger: "Letztendlich entscheidet der Bürger", sagt Frank Drollinger. Der unterstützte Kandidat sei "sicher ein netter Kerl, aber er ist Soziologe". Er sieht die anstehende Wahl als "Schicksalswahl" für Bad Wildbad, "da muss man auch die berufliche Qualifikation beachten". Es sei "von extremer Bedeutung, dass der, der das macht, berufliche Kompetenz und ein Konzept hat". Klar macht Drollinger zudem: "Ich möchte keine Marionette von Parteien sein."

Mit niemand in Verbindung stehen

Fabian Weiler: "Nichts Neues" ist diese Wahlempfehlung für Fabian Weiler, der in den sozialen Medien verfolgt hat, "wer was liked". Für ihn sei diese Empfehlung aber auch nicht schlimm: "Ich bin von Anfang an als unabhängiger Kandidat angetreten. Mit ist es sehr wichtig, mit niemand in Verbindung zu stehen, um diese Unabhängigkeit zu wahren."

Egon Nagel: Kurz und knapp fiel auch die offizielle Mitteilung von Egon Nagel aus: "Ich enthalte mich eines Kommentares."

Die Mitteilung von SPD und CDU ging am Donnerstagnachmittag bei unserer Redaktion ein. Bis Redaktionsschluss war die weitere Kandidatin Viola Knaus nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

FWV/FDP: Wähler unbeeinträchtigt lassen

Keine Empfehlung gibt es dagegen weiterhin von der FWV/FDP-Fraktion im Gemeinderat: "Unsere Fraktion wird zum jetzigen Zeitpunkt keine Empfehlung für einen der acht Kandidaten abgeben. Wir wollen dem Wähler die Entscheidung unbeeinträchtigt überlassen, zumal am Freitagabend die offizielle Kandidatenvorstellung stattfinden wird. Alle unsere Fraktionsmitglieder sind jederzeit offen für einen Austausch mit den Wählern und wir muntern alle auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen", teilt die Fraktionsvorsitzende Rita Locher auf Anfrage unserer Redaktion mit.