Die Wahlhelfer hatten die 3986 Stimmen in Windeseile ausgezählt: Nicht einmal 40 Minuten nach Schließung der Wahllokale stand das vorläufige Ergebnis der Bürgermeisterwahl fest. Foto: Matthias Buchner

Altensteigs künftiger Bürgermeister Oliver Valha ist am Tag nach der Wahl glücklich über das klare Votum der Wähler, Noch-Bürgermeister Gerhard Feeß hochzufrieden mit dem Verlauf der Wahl, und in großen Teilen des Gemeinderats herrscht Vorfreude auf die Zusammenarbeit mit dem designierten Stadtoberhaupt.

Als Oliver Valha am Wahlabend den Altensteigerinnen und Altensteigern für das Vertrauen dankte, schwang auch ein wenig Erleichterung mit. Er habe gehofft, dass es vielleicht schon im ersten Wahlgang knapp reichen werde, sagte er, dass aber 78,4 Prozent der Stimmen auf ihn entfallen würden, habe er nicht erwartet – obwohl er bei seinen Bürgergesprächen immer „gutes Feedback“ erhalten habe. Dass so viele Altensteigerinnen und Altensteiger ihr Vertrauen in ihn setzten, sei „ein schönes Gefühl“.

 

Als etwas bedauerlich bezeichnete der 36-Jährige die mäßige Wahlbeteiligung von 47,7 Prozent. Da er aber ohnehin das Thema Kommunikation in Angriff nehmen will, ist er zuversichtlich, das Interesse der Bürger steigern zu können.

Nach einer kleinen Feier am Wahlabend in einem Altensteiger Gasthaus wird der Alltag Oliver Valha schnell wieder einholen: Er hat noch knapp drei Monate, um bei seinem Noch-Arbeitgeber, dem Freudenstädter Landratsamt, seine Geschäfte zu übergeben. Dann, so hofft er, reicht es vielleicht noch zu einem kurzen Urlaub mit der Familie, bevor er im Altensteiger Rathaus seinen Dienst antritt.

„Richtig gut organisiert“

In seiner Funktion als Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses zeigte sich Altensteigs Noch-Bürgermeister Gerhard Feeß ausgesprochen zufrieden mit dem Verlauf des Urnengangs: „Die Wahl war richtig gut organisiert.“ Alles sei überall glatt gelaufen, und auch die digitalen Abläufe – beispielsweise die direkte Online-Veröffentlichung der Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke – hätten reibungslos funktioniert.

Schwache Wahlbeteiligungen müsse man mittlerweile als ein grundsätzliches Thema begreifen, sagte Feeß weiter: „Ein wenig schade ist das schon, immerhin hat es sich um eine Neuwahl gehandelt und nicht darum, einen Amtsinhaber zu bestätigen.“

Berti Großmann, Sprecher der Freie-Wähler-Fraktion im Altensteiger Gemeinderat, begrüßte das eindeutige Wahlergebnis. Die Altensteiger haben sich nach seiner Einschätzung für einen sehr guten Bürgermeister entschieden, „bürgernah und kompetent“. Seine Fraktion freue sich jedenfalls auf die Zusammenarbeit.

Partei spielt „untergeordnete Rolle“

„Sehr zufrieden“ zeigt sich CDU-Fraktionssprecher Tobias Schmid mit dem klaren Votum für Oliver Valha. Der Wahlsieger sei jung und empathisch, und die CDU-Stadträte freuten sich auf die Zusammenarbeit. Dass der künftige Schultes CDU-Mitglied ist, ist für Schmid nicht so wichtig: Zwar sei es gut, auf ein Netzwerk zurückgreifen zu können, aber auf kommunaler Ebene spiele die Parteizugehörigkeit nur „eine sehr untergeordnete Rolle“.

Dass Oliver Valha über Kompetenz und Erfahrung für das Amt verfüge, sei schnell klar gewesen, stellte Albrecht Joos namens der Freien Bürger fest. Entscheidend sei aber, dass der Kandidat auch „als Mensch“ gut nach Altensteig zu passen scheine. Die schwache Wahlbeteiligung sei zwar schade, im Vergleich aber „nicht einmal so schlecht“. Als er vor acht Jahren gegen Amtsinhaber Gerhard Feeß kandidierte, sei sie im ersten Wahlgang mit 46,6 Prozent noch niedriger gewesen. „Nicht zu wählen“, so Joos, „ist letztlich genau so eine freie Entscheidung wie wählen zu gehen.“

Ergebnis „wenig überraschend“

Für die AfD-Fraktion ist das Wahlergebnis wenig überraschend, so deren Vorsitzender Marcus Lotzin. Immerhin sei Oliver Valha von einer Reihe von Fraktionen, „insbesondere der CDU“, unterstützt worden. In den kommenden Wochen und Monaten werde sich zeigen, „ob eine sachliche und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Herrn Valha und der AfD-Fraktion möglich sein wird“. Äußerungen bei Bürgergesprächen ließen da hoffen. Die geringe Wahlbeteiligung deutet für Lotzin auch darauf hin, „dass viele Bürgerinnen und Bürger der Wahl mit Zurückhaltung begegnet sind“.

„Es ist gut, dass das Ergebnis so eindeutig ist“, sagt Hartmut Hobler (SPD/Grüne). Oliver Valha habe einen sehr guten persönlichen Eindruck hinterlassen und bringe obendrein die richtige Ausbildung mit. Auf die Stadt Altensteig kämen wichtige Themen zu, „ein Schnellkurs reicht da nicht“.