Auto-, Flugzeug- und Dinosauerierquartett – diese Kartenspiele hat wohl jeder schon einmal in der Hand gehabt. Eine Rarität ist das Bürgermeisterquartett des Netzerwerks Junge Bürgermeister. Der Hofstetter Gemeindechef Martin Aßmuth ist auf einer besonderen Karte dabei.
Ein Exemplar des Kartenspiels liegt in Martin Aßmuths Büro im Rathaus auf dem Tisch. Ganz oben auf dem Stapel: Er selbst. Er ist nämlich der Superstich. „Das Quartett ist dieses Jahr bei der Jahreskonferenz des Netzwerks Junge Bürgermeister im Juni in Berlin verteilt worden“, erzählt Aßmuth, der seit drei Jahren Mitglied im Netzwerk und auch Gründungsmitglied ist. Außerdem ist er der Ukraine-Beauftragte. Das Netzwerk sei, so Aßmuth, ursprünglich eine lose Interessensgemeinschaft mit dem Ziel des gemeinsamem Austausches gewesen. „Ich schätze an ihm, dass wir alle etwa gleich alt sind und dass wir uns nicht als Verwaltungsmenschen wahrnehmen, sondern als Menschen“, so der Hofstetter Bürgermeister. Durch den Kontakt zueinander sei schon viel auf den weg gebracht worden, zum Beispiel bei der Sirenenförderung oder auch bei Hilfslieferungen an die Ukraine.
So ist es kein Wunder, dass die Zahl der Mitglieder rasant anstieg, und der Verbund 2022 als Verein mit einem Verbandsgeschäftsführer eingetragen wurde. Der hatte dann auch die Idee für das Quartett.
Henning Witzel beschreibt das Kartenspiel als „Community-Management-Mittel mit einem Augenzwinkern“. „Ich war hin- und hergerissen zwischen einem Sticker-Album und einem Quartett und habe mich dann für das Quartett entschieden“, berichtet er auf Anfrage der Redaktion. „Und als ich im Dezember ein paar Überstunden abfeierte, hatte ich Zeit, es zu entwerfen.“ In einer Excel-Datei bestimmte er Werte, recherchierte Daten und Zahlen, sofern sie ihm nicht schon bekannt waren. „Da hat man ja eine gewisse Routine“, so Witzel.
Bei 150 Vereinsmitgliedern ist nicht für jeden Platz
Er legte bei der Wahl der Bürgermeister – schließlich konnten bei rund 150 Mitgliedern nicht alle Platz im Quartett finden – Wert auf eine gute Mischung. Es sollten möglichst alle Parteien und Bundesländer zu finden sein. Witzel achtete auch darauf, dass das Verhältnis zwischen Frauen und Männern einigermaßen ausgewogen blieb. Drucken ließ er das Quartett bei einem speziellen Anbieter, die für Geburtstage und Firmenfeiern auch Kleinstauflagen übernehmen. Bevor er allerdings die 200 Exemplare an die Bürgermeister brachte, spielte er es mit seinem Sohn Probe – mit Erfolg.
So gut wie bei seinem kam das Kartenspiel dann auch bei der Konferenz an. Jeder Teilnehmer erhielt ein Exemplar. Die in dem Quartett präsentierten Bürgermeister hätten sich gefreut, einige hätten ihre Karten auch stolz in den sozialen Medien präsentiert, berichtet Witzel. „Ich fand es sehr witzig“, sagt auch Aßmuth, dessen Karte mit seinem Wahlergebnis von 2018 der Superstich ist. Er wurde damals mit 97,7 Prozent zu Hofstettens Bürgermeister gewählt. „Ich bin bei den jungen Bürgermeister vielleicht nicht mehr der jüngste, aber immerhin der Superstich“, amüsiert Aßmuth sich.
Auch seine Mitarbeiter im Rathaus belustige dieser Umstand regelmäßig. Bürger, die ihn in seinem Büro besuchen und das Quartett entdecken, reagierten genau so positiv. „Die finden das cool, dass ihr Bürgermeister in einem Quartett ist“, sagt Aßmuth. Manchmal spiele er es auch mit seiner siebenjährigen Tochter, die es toll fände, ihren Papa auf einer der Karten zu sehen ist.
Eine zweite Auflage des Spiels ist laut Witzel geplant, denn: „Es gibt einige Voranmeldungen von Bürgermeistern, die auch gerne ins Quartett kämen“, lacht der Geschäftsführer.
Kuriose Quartetts
Auf dem Markt sind jede Menge außergewöhnliche Quartetts zu finden. So kann ein Quartett mit den hässlichsten Städten Deutschlands ebenso erworben werden wie eines über Diktatoren. Außerdem gibt es Quartetts zu Dirndl, Junkfood, Seuchen, Serienmörder n und Schnurrbärten.