Beinahe 4000 Tests gaben den "Kunden" im Dunninger Testzentrum seit März Gewissheit. Jetzt ist Schluss.(Symbol-Foto) Foto: AdobeStock_Racle Foto

Die Nase hin- und den Tränenfluss zurückhalten ist zur Routine geworden. Mancher der Tester kannte die Nase seiner "Kunden" am Ende wohl besser als die Besitzer selbst. Nach 15 Minuten konnte man sein (Negativ-)Ergebnis nach Hause tragen. Aber das war einmal.

Dunningen - Eine bequeme Sache, als die Inzidenzen in die Höhe schossen. Aber diese Zeiten sind vorbei. Das kommunale Corona-Testzentrum in der Dunninger Festhalle ist seit dem Wochenende geschlossen. Bürgermeister Peter Schumacher zieht im Gespräch mit unserer Zeitung insgesamt eine positive Bilanz. Die Einrichtung hat sich bewährt. Dunningen hatte mit der Eröffnung Anfang März das erste kommunale Test-Zentrum im Kreis Rottweil und war wohl auch ein Vorbild für manche Nachbargemeinde.

 

In wenigen Tagen waren im Frühjahr die Voraussetzungen geschaffen worden, Massentests vorzunehmen. DRK-Ortsverein und die Feuerwehr stellten die Helfer, die Logistik und der Test-Ablauf funktionierten reibungslos. Die Atmosphäre war freundlich und die Tester waren gründlich.

Bleibt das Zentrum für immer geschlossen?

Für viele war er inzwischen zur Gewohnheit geworden, der wöchentliche Besuch im kommunalen Corona-Testzentrum in der Dunninger Festhalle. Damit ist seit dem Wochenende Schluss. Das Zentrum ist geschlossen. Für immer?

"Die Nachfrage hat massiv nachgelassen", liefert Schumacher eine Erklärung für das Ende. Die zunehmende Impfquote habe unter anderem dazu beigetragen, dass die Zahl der Testungen sehr zurückgegangen sei.

Zudem habe das Bürokratie-Monster wieder seine Zähne gezeigt. Inzwischen verlange das Gesundheitsamt eine Anbindung an die Warn-App. Am Anfang habe man ein solches Testzentrum lediglich dem Gesundheitsamt melden müssen, nun erfolge eine förmliche Beauftragung durch das Amt. "Das Land hat die Zügel merklich angezogen", konstatiert der Bürgermeister. Auch die Diskussion um kostenpflichtige Tests werde die Anzahl der Testungen in den kommunalen Zentren sicher weiter verringern.

Der Betrieb selbst sei glatt gelaufen. Die Helfer von Feuerwehr und DRK waren schnell eingespielt. Beinahe 4000 Tests wurden in der Festhalle Dunningen und zeitweise in der Eschachtalhalle in Lackendorf durchgeführt. Auch die Abstimmung von Details zwischen den Gemeinden habe durch die Kreisvereinigung des Gemeindetages unter Vorsitz des Dornhaner Bürgermeisters Markus Huber gut geklappt, lobt Schumacher seine Kollegen.

"Ich denke, es ist der richtige Zeitpunkt aufzuhören"

Wenn es um die Kosten für die Gemeinde geht, so spricht Schumacher von einem "Nullsummenspiel". Die Gemeinde erhalte von der Kassenärztlichen Vereinigung eine Pauschale je Test. Die Abrechnung sei allerdings noch nicht fertig, so Schumacher am Mittwoch.

Inzwischen sieht der Bürgermeister die Kommunen beim Testen nicht mehr so sehr in der Pflicht. "Ich denke, es ist der richtige Zeitpunkt aufzuhören." Er geht auch davon aus, dass der Betrieb nicht wieder aufgenommen wird. Aber das betrifft die Zukunft.

Sollten solche Test-Zentren irgendwann wieder gebraucht werden, würden DRK und Feuerwehr aus Dunningen sicher wieder bereitstehen, zeigt sich Schumacher überzeugt.