Pascal Weber strebt eine zweite Amtszeit als Bürgermeister von Ringsheim an. Foto: Piskadlo

Pascal Weber möchte Ringsheims Bürgermeister bleiben – und das, obwohl laut ihm schwierige Zeiten bevorstehen. Im Gespräch erklärt er, warum.

Ein großes Büro im Obergeschoss des Rathauses mit idyllischem Blick auf die Kirche: Seit 2017 darf Pascal Weber diesen Ort seinen Arbeitsplatz nennen. Vor acht Jahren wurde er mit 96 Prozent der Stimmen zum Ringsheimer Bürgermeister gewählt und strebt nun eine zweite Amtszeit an. Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, zeigt sich bei der Wahl am Sonntag, 12. Oktober. Er ist der einzige Kandidat auf dem Stimmzettel.

 

Guten Tag Herr Weber. Bei der Bürgermeisterwahl sind Sie der einzige Bewerber. Bestätigt Sie das in Ihrer Arbeit oder ist Ringsheim für Rathauschefs unattraktiv?

Es ist ein Zeichen, dass uns in den vergangenen acht Jahren einiges gelungen ist, viele Themen umgesetzt werden und Ringsheim eine funktionierende Gemeinde ist. Gleichzeitig ist es natürlich auch eine Rückmeldung an mich, dass ich wohl einen großen Teil dazu beitragen durfte.

Fühlen Sie sich als einziger Kandidat Ihrer Sache sicher oder sind Sie trotzdem aufgeregt?

Ich gehe schon davon aus, dass ich gewählt werde. Aber man ist trotzdem aufgeregt, da man sich natürlich ein gutes Ergebnis wünscht und auf eine große Wahlbeteiligung hofft. Gleichzeitig verstehe ich es als einziger Kandidat aber auch, dass es schwierig ist, die Bürger an die Urne zu bringen.

Lassen Sie uns zurückblicken: Wie haben Sie Ihre erste Amtszeit erlebt?

Sie ist vergangen wie im Flug. Wir haben gemeinsam vieles erreichen können. Was mir dabei immer wichtig ist, ist das Thema Bildung und Betreuung – die Ganztagesbetreuung in der Schule ist eines meiner Herzensprojekte, so aber auch die Naturkita. Außerdem haben wir mit zwei Gewerbegebieten – eines davon umgesetzt, das andere gerade im Bau – Duftmarken gesetzt. Wir haben aber auch Krisen durchstanden: Während Corona wurde vieles getan, um das dörfliche Leben aufrechtzuerhalten. Gestärkt wurde das auch durch das neue Feuerwehrhaus, dem neuen Bauhof und der Bäckerei.

Und welche Baustellen möchten Sie in Ihrer zweiten Amtszeit angehen?

Es gilt, das fortzuführen, was ich bereits in der ersten Amtszeit gemacht habe: Unsere Infrastruktur zu sanieren und intakt zu halten. Stichworte sind hier das Pfarrhaus, aber dann auch die Kahlenberghalle. Und gleichzeitig haben wir unseren Blick immer auf Klimaschutz. Wir sind dran an PV-Anlagen und Windkraft, damit wir irgendwann sagen können, dass der benötigte Strom auf unserer Gemarkung produziert wird. Aber auch die Weiterentwicklung von Gewerbe und Tourismus wird wichtig sein. Hierbei muss man jedoch vorsichtig und überlegt vorgehen, um den dörflichen Charakter zu behalten, beide Bereiche aber auch zu stärken.

Wie soll das genau funktionieren?

Bei den Wohngebieten östlich der Bahn gehen wir stringent vor: Wir nehmen ein Baugebiet nach dem anderen und schließen Ferienwohnungen aus. Wir wollen es schaffen, dass die Wohnnutzung in diesem Bereich erhalten bleibt. Auf der Westseite der Bahn, wo die Gewerbegebiete sind, möchten wir dagegen den Tourismus weiter fördern.

Sie haben in der Vergangenheit betont, dass schwierige Zeiten bevorstehen. Was löst das bei Ihnen aus? Bauchschmerzen oder Motivation?

Beides. Wir konnten die vergangenen Jahre gut nutzen, um schuldenfrei zu sein – die Zeiten werden jedoch enger. Bei uns wird es vielleicht etwas länger dauern als bei anderen Kommunen, aber es muss dringend etwas passieren. Die Wirtschaft muss wieder ins Laufen kommen, wir brauchen mehr Vertrauen in die Kommunen – und es muss aufhören, dass Aufgaben in Berlin und Stuttgart formuliert werden, die Umsetzung aber bei den Gemeinden liegt.

Apropos Vertrauen: Wie bewerten Sie das Verhältnis zwischen Bürgern und der Verwaltung?

Ich glaube, Gemeinderat und Bürgermeister genießen Respekt und Anerkennung. Wir versuchen, Dinge der Bürger aufzunehmen, was uns in der Vergangenheit auch gelungen ist. Ich denke hierbei an das hochumstrittene Feuerwehrhaus – da waren wir immer verlässlich und haben großen Rückhalt gespürt. Wir haben aber auch kleinere Dinge umgesetzt, sei es die Richtung der Straßenleuchten oder Lärmschutzmaßnahmen. Bei den allermeisten Projekten sagen viele Bürger, die damals vielleicht auch kritisch eingestellt waren: „Das passt jetzt.“

In herausfordernden Zeiten befinden sich derzeit auch die Winzer – Stichwort: Auflösung der WG Kippenheim. Wie steht es um den Weinbau in Ringsheim?

Wir brauchen den Weinbau ganz dringend – er gestaltet unsere Landschaft und prägt unsere Region. Die Gemeinde unterstützt bei der Instandhaltung der Wirtschaftswege oder beim Kreieren der besonderen Sorten wir das „Jubiläumströpfle“. Aber schlussendlich liegt die Zukunft beim Verbraucher, der vor dem Weinregal steht.

In der Hand haben die Bürger auch das Wahlergebnis. Was fühlen Sie, wenn Sie an den 12. Oktober denken?

Vorfreude, Aufregung – aber auch den Willen, weiterhin Verantwortung tragen zu dürfen.

Info – So läuft die Wahl ab

Gewählt werden kann am Sonntag, 12. Oktober, im Bürgerhaus von 8 bis 18 Uhr. Das Ergebnis wird voraussichtlich gegen 19 Uhr feststehen, danach wird es eine Feier geben. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.ringsheim.de.