Vitali Klitschko wandte sich in dem 30-sekündigen Video an die Gemeinde Hofstetten und Bürgermeister Martin Aßmuth. Foto: Reinhard (Screenshot)

Das Engagement Hofstettens für die Ukraine hat neue Aufmerksamkeit erhalten. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko bedankte sich in einem persönlichen Video.

Was verbindet Vitali Klitschko mit der Gemeinde Hofstetten? Auf den ersten Blick nicht viel, auf den zweiten durchaus einiges. Denn Klitschko, der früher als Profiboxer in Deutschland lebte, ist heute der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew und die Kinzigtäler Gemeinde unterstützt seit Beginn des russischen Angriffskrieges ihre ukrainische Partnerstadt Trostjanez regelmäßig mit Hilfsgütern. Diese Verbindung hat nun dazu geführt, dass Klitschko sich in einem Video persönlich bei der Gemeinde Hofstetten sowie Bürgermeister Martin Aßmuth für deren Engagement bedankte.

 

„Lieber Martin, liebe Gemeinde Hofstetten! Vielen herzlichen Dank für eure Unterstützung. Das ist sehr, sehr wichtig für uns“, sagt der Kiewer Bürgermeister in dem etwa 30-sekündigen Video, in dem im Hintergrund sein Büro mit einer ukrainischen Flagge und der der Stadt Kiew neben Klitschkos Schreibtischstuhl zu sehen ist.

„Nicht alleine zu bleiben und Unterstützung zu haben, das bedeutet uns sehr viel. Noch einmal: Herzlichen Dank. Danke für die gemeinsame Position und unser gemeinsames Ziel, diesen Krieg endlich zu stoppen. Gemeinsam sind wir stark. Liebe Grüße aus Kiew, Vitali Klitschko“, sagt er.

Es ist nicht das erste Mal, dass Aßmuth und Klitschko miteinander zu tun haben. Wie der Hofstetter Bürgermeister im Gespräch mit unserer Redaktion berichtet, trafen die beiden 2023 in Leipzig schon einmal aufeinander. Der Kinzigtäler Bürgermeister war damals als Referent sowie Vorsitzender des Netzwerks junger Bürgermeister zur deutsch-ukrainischen kommunalen Partnerschaftskonferenz eingeladen worden. Auch Klitschko war dabei.

„Ich wurde ihm vorgestellt und wir haben uns dann kurz über die Situation in der Ukraine und Hofstettens Partnergemeinde Trostjanez unterhalten“, berichtet Aßmuth. Sein Eindruck von Klitschko: „Ein ganz feiner Mensch, der nicht müde wird, sich für die Ukraine einzusetzen.“

Neben ihrem Engagement für das Land haben Aßmuth und Klitschko auch noch viele Bekannte gemeinsam. Einer davon ist Vitali Mazor, der Kapitän der ukrainischen Nationalmannschaft der Bürgermeister.

Bürgermeister trafen sich 2023 zum ersten Mal

Er war auch bei dem Freundschaftsspiel zwischen seinem und dem deutschen Team im Sommer in Hofstetten dabei. „Er fand es sehr beeindruckend, was wir hier alles tun. Aus diesem Grund wandte er sich an Klitschko und berichtete ihm dies.“ Aßmuth steht seinen Angabe nach in beständigem Kontakt zu deutschen und ukrainischen Kollegen. So verwunderte es ihn nicht, als er die Nachricht „Ich habe da was für dich“ mit einem Video erhielt. Was dort enthalten war, war dann aber doch eine Überraschung: das Video mit Klitschko.

„Das ist natürlich ein tolles Zeichen der Wertschätzung für Hofstetten und seine Bürger, gerade weil explizit die Gemeinde und auch die gesamte Region erwähnt werden“, freut Aßmuth sich. Dass Klitschko sich bedankt, kommt nicht von ungefähr. Seit Beginn des Krieges wurden Hilfsgüter im Wert von circa 1,6 Millionen Euro und mehr als 650 Tonnen in die Ukraine gebracht, darunter Fahrzeuge, Schulbusse, Feuerwehrautos, Rettungswägen, Krankentransporter und sogar eine mobile Zahnarzt-Praxis. Und es sind weitere Transporte geplant, wie Aßmuth berichtet.

„Im Februar erhalten wir von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) eine Sachspende im Wert von 60 000 Euro. Schulmöbel und Lernmaterial für drei Schulkassen bringt dann eine Spedition nach Trostjanez“, so der Hofstetter Bürgermeister. Wie gut das Netzwerk mittlerweile ineinander greift, zeigt ein weiterer Umstand: Etliche seiner Bürgermeisterkollegen haben aus privaten Mitteln gespendet. Mit diesem Geld wird die Spedition bezahlt.

Die Initiative

Die Initiative „Hofstetten hilft!“ entstand 2022 unmittelbar nach Kriegsausbruch. Ziel ist es laut der Internetseite, „Menschen und Institutionen konkret vor Ort bedarfsgerecht mit dem zu unterstützen, was lokal benötigt wird“. Das Engagement kommt vor allem Feuerwehren, Kranken- und Waisenhäusern, Kindergärten und Schulen zugute. Die geleistete Hilfe reicht mittlerweile weit über die Partnergemeinde hinaus bis an die Front in der Ostukraine. Weitere Infos gibt es unter hofstetten-hilft.de.