Rafael Mathis, Bürgermeister von Biederbach, hat die Petition zur stambulanten Pflege initiiert. Foto: Kienzler

Meßstettens Bürgermeister Frank Schroft und der Biederbacher Rafael Mathis haben eine Petition für stambulante Pflege initiiert. Auch Davide Licht sagt: „Wir bleiben da dran!“

Tatsächlich sind von den 34 Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern die zu den Erstunterzeichnern der Online-Petition zu Gunsten der stambulanten Pflege gehören, viele aus dem Zollernalbkreis.

 

Da ist, so bestätigte es der Initiator Rafael Mathis aus Biederbach im Gespräch mit unserer Redaktion, als Mitinitiator neben ihm vor allem der Meßstetter Bürgermeister Frank Schroft dabei. Aber auch Roland Tralmer, Oberbürgermeister von Albstadt und Davide Licht aus Burladingen gehören unter anderem zu den Erstunterzeichnern. Ebenfalls angeschlossen haben sich die Stadtoberhäupter aus Mössingen und Hettingen. Mit der Online-Petition wollen die Stadtchefs die Politik-Macher in Berlin unter Druck setzen und fordern in einer Pressemitteilung: „Keine Ausreden mehr – stambulante Pflege endlich anerkennen“.

Längst erprobt und evaluiert

„Das stambulante Konzept ist längst erprobt und vielfach evaluiert und braucht jetzt dringend die Verankerung im Sozialgesetzbuch als anerkannte Regelleistung“, betont Mathis. Die stambulante Pflege – eine Reform der Altenpflege des in der Region ansässigen Unternehmens BeneVit und seines Chefs Kaspar Pfister ist ein „Mitmachheim“, dass die Lasten auf Angehörige, pflegendes Fachpersonal und die Betreuten selber verteilt und könnte der sich abzeichnenden Pflegekatastrophe nach Meinung vieler Experten endlich etwas entgegen setzen. Trotzdem gibt es seit Jahren ein Tauziehen zwischen den Befürwortern und der Politik.

„Pflegebedürftige, Angehörige und Fachkräfte gestalten den Alltag gemeinschaftlich. Studien zeigen, dass Pflegekassen dadurch etwa 30 Prozent Kosten sparen, Pflegebedürftige deutlich geringere Eigenanteile zahlen und sowohl Bewohner als auch Pflegekräfte zufriedener und gesünder sind“, heißt es in der Pressemitteilung zur Petition.

Licht: „Wir lassen nicht locker“

„Wir bleiben da dran, wir lassen nicht locker, für die gesetzliche Verankerung zu kämpfen, da braucht es dringend eine Reform“, sagt Burladingens Bürgermeister Davide Licht im Gespräch mit unserer Redaktion. „Die stambulant geführten Mitmachheime, wären ein Gewinn da sie Kosten sparen, die Senioren teilweise wieder aktivieren und die Lasten der Pflege besser verteilen. Da haben doch alles was davon, das wäre eine Win-Win-Situation“, sagt er und schüttelt wie seine Amtskollegen den Kopf über das schwerfällige Berlin.

Die Online-Petition, vor Kurzem erst gestartet, hat mittlerweile fast zweieinhalbtausend Unterstützer und ist im Netz unter www.change.org/stambulantjetzt zu finden.