Neuweilers Bürgermeister Martin Buchwald erzählt im Gespräch mit unserer Redaktion, was 2024 gut gelaufen ist, was 2025 kommt und warum die Verwaltung keine Angst vor KI hat.
Wir haben Neuweilers Bürgermeister Martin Buchwald gebeten, 2024 noch einmal Revue passieren zu lassen. Und ihn gefragt, was 2025 seiner Meinung nach in Neuweiler Priorität hat.
Ganz allgemein gefragt: War 2024 ein gutes Jahr für Ihre Gemeinde? Und warum oder warum nicht?
Uneingeschränkt: Ja. Wir konnten den Ausbau der Breitbandversorgung im Bereich der Weißen Flecken abschließen und im Dezember in Agenbach festhalten, dass alle nach diesen Richtlinien umzusetzenden Anschlüsse für ein zukunftsfähiges Glasfasernetz in der Gemeinde Neuweiler gebaut sind. Der Bau des Feuerwehrgerätehauses in Neuweiler schreitet mit großen Schritten voran und neben dem neuen Sendemasten zwischen Oberkollwangen und Breitenberg der im kommenden Jahr in Betrieb gehen soll zeichnet sich eine Lösung für die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Oberkollwangen ab.
Was war 2024 der wichtigste Meilenstein für Ihre Gemeinde?
Der Breitbandausbau und der Neubau des Feuerwehrgerätehauses.
Welche Projekte werden für Ihre Gemeinde 2025 am wichtigsten sein?
Der Breitbandausbau, die Sanierung des Gemeindegebäudes Nagolder Straße 9, der Beginn der Rathaussanierung und das Neubaugebiet „Steigäcker“.
2025 ist Bundestagswahl. Was für eine Regierung wünschen Sie sich?
Eine funktionierende, die nicht nur von Bürokratieabbau spricht und gleichzeitig die Grundlagen für eine funktionierende Wirtschaft legt, so dass wir uns unsere Projekte, die wir als Kommunen umsetzen dürfen, auch leisten können.
Wenn Sie plötzlich Bundeskanzler wären – würden Sie das Amt annehmen? Und worum würden Sie sich zuerst kümmern wollen?
Die Fragestellung beinhaltet, dass man das bereits hätte. Ich finde es unangebracht, hierauf zu antworten. Zumal es in Parlament und Regierung gilt, gemeinsam den optimalen Weg zu finden und nicht „Wünsch Dir was“ Einzelner zu betreiben.
Keine Angst vor KI
Ständig ist seit einiger Zeit die Rede von künstlicher Intelligenz (KI). Was glauben Sie: Welche Aufgaben kann eine KI bis 2030 in Rathäusern übernehmen?
KI ist keine Glaubensfrage. Es hängt davon ab welche positiven Entwicklungen und damit anwendbare Möglichkeiten sich bis dahin ergeben. Am Ende des Tages oder besser noch am Anfang stehen allerdings die Bürgerinnen und Bürger, um deren persönliche Anliegen wir uns im Rathaus kümmern. Das wird KI vermutlich nicht leisten können.
Hesse-Bahn und Krankenhaus Calw sollen 2025 fertig werden. Sind diese Projekte für Ihre Stadt und deren Bürger eher Bereicherung oder finanzielle Belastung?
Leider bekommen die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Neuweiler dadurch keinen besseren ÖPNV. Ein starker zukunftssicherer Krankenhausstandort ist von entscheidender Bedeutung für den Landkreis.
Miteinander reden
Was sollte der Kreis Calw unbedingt haben – an Gebäuden, Angeboten oder auch Freizeitmöglichkeiten (lassen wir dabei mal außer acht, ob das realistisch wäre)?
Das was wir uns alle nicht einfach nur wünschen sondern auch gerne nutzen und sich damit wirtschaftlich trägt.
Überall fehlt es an Geld, die Konjunktur schwächelt, die Ausgaben sind hoch. Schnell heißt es in solchen Zeiten, Städte und Gemeinden würden die Kassen mit Bußgeldern füllen. Aber mal in Zahlen: Wie viel nimmt Ihre Gemeinde eigentlich pro Jahr tatsächlich mit Bußgeldern ein? Und wie viel Prozent der Haushaltserträge macht das aus?
Wir bewegen uns da im niedrigen dreistelligen Bereich oder in Prozent deutlich etwas unter einem. Weil wir mit unserer Bürgerschaft reden, wenn Probleme bestehen – und nicht gleich zum Owi-Blöckchen greifen.
Enger Zeitplan
Was wird 2025 die größte Herausforderung für Ihre Gemeinde?
Das Projekt Nagolder Straße im Zeitplan abzuschließen.
Und zu guter Letzt noch etwas Persönliches: Was war Ihr schönster Moment 2024?
Der 10. März, 6.49 Uhr.