Für Rohrdorf verlief das Jahr 2025 insgesamt gut, findet Bürgermeister Daniel Jendroska. Foto: Fritsch

Rohrdorfs Bürgermeister Daniel Jendroska blickt alles in allem zufrieden auf das Jahr 2025 zurück. Wichtigstes Projekt 2026 ist für ihn die Sanierung des Wasserwerks.

Vor nicht einmal einem Jahr wurde Daniel Jendroska zum neuen Bürgermeister von Rohrdorf gewählt. Im Rückblick bewertet er das vergangene Jahr als insgesamt positiv für die Gemeinde.

 

Ganz allgemein gefragt: War 2025 ein gutes Jahr für Rohrdorf? Und warum oder warum nicht?

Ja. 2025 war insgesamt ein positives Jahr für die Gemeinde. Es gab kein einzelnes dominierendes Krisen- oder Problemthema, vielmehr stand die geordnete Weiterentwicklung der kommunalen Aufgaben im Vordergrund.

Was war 2025 der wichtigste Meilenstein für Ihre Gemeinde?

Der Bürgermeisterwechsel. Er markierte einen personellen und organisatorischen Einschnitt und zugleich den Startpunkt für neue inhaltliche und strukturelle Schwerpunkte.

Welches Projekt wird für Ihre Gemeinde 2026 das wichtigste sein?

Die Sanierung des Wasserwerks. Sie ist zentral für die langfristige Sicherung der Trinkwasserversorgung und damit für die kommunale Daseinsvorsorge.

Was wird 2026 die größte Herausforderung für Rohrdorf?

Die Bereitstellung der notwendigen finanziellen Mittel. Die finanziellen Spielräume sind eng, während die Anforderungen an die Kommunen weiter steigen.

Ende Januar 2026 steht die erste Fahrt der Hesse-Bahn an. Welche Bedeutung hat das für Sie?

Für Rohrdorf hat die Hermann-Hesse-Bahn keine direkten Auswirkungen. Sie ist jedoch historisch bedeutsam, ein Gewinn für die Region und Ausdruck der gemeinsamen Verantwortung für den ÖPNV im Landkreis.

Daniel Jendroska wurde im vergangenen Frühjahr zum Bürgermeister von Rohrdorf gewählt. Foto: Thomas Fritsch

Der Job des Bürgermeisters scheint in den vergangenen Jahren immer härter geworden zu sein – mit allen negativen Konsequenzen. Auch im Kreis Calw ist das zu spüren. Und was macht Ihnen beruflich am meisten zu schaffen? Was müsste sich ändern, um das zu verbessern?

Es ist nicht ein einzelner Punkt, sondern die Summe: zunehmende Bürokratie, hohe Erwartungshaltungen, rechtliche Risiken und begrenzter Gestaltungsspielraum. Entlastung kann nur durch ein Zusammenspiel aus weniger Regulierung, klareren Zuständigkeiten und mehr Vertrauen in die kommunale Ebene entstehen.

Egal ob Windräder, Baugebiete oder Mobilfunkmast – immer öfter bildet sich organisierter Widerstand gegen größere Projekte in der Nachbarschaft. Halten Sie das für legitim? Oder greift hier eher das Sankt-Florian-Prinzip, das im englischsprachigen Raum auch als „not in my backyard“ (“nicht in meinem Hinterhof“) bekannt ist?

Widerspruch ist legitim. Unterschiedliche Meinungen gehören zur Demokratie, und Diskussionen sind notwendig, um gute Lösungen zu finden. Gleichzeitig darf es nicht sein, dass Minderheiten durch dauerhafte Blockaden zentrale Projekte verzögern oder verhindern. Entscheidungen – etwa durch Bürgerentscheide – müssen am Ende akzeptiert werden, unabhängig davon, ob man zu den Befürwortern oder Gegnern gehört.

Die Finanzlage der Kommunen ist schlecht, überall muss gespart werden. Zurückstecken will natürlich niemand. Ist die Erwartungshaltung der Bürger in dieser Situation realistisch?

Überwiegend ja. Viele Bürger zeigen Verständnis für die finanzielle Lage, wenn offen, transparent und auf Augenhöhe kommuniziert wird.

2026 wird der Landtag gewählt. Welchen Wunsch haben Sie an die neue Landesregierung?

Mehr finanzielle Ausstattung, weniger Aufgaben ohne Gegenfinanzierung, schnellere Verfahren und insgesamt mehr Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Kommunen.

Und zu guter Letzt noch etwas Persönliches: Was war Ihr schönster Moment 2025?

Meine Wahl zum Bürgermeister von Rohrdorf.