Für sein ehrenamtliches Engagement, besonders im Bereich Stadtführungen, wurde Peter Hugger von Oberbürgermeister Christian Ruf mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. Er darf sich gleich im Goldenen Buch der Stadt verewigen. Foto: Siegmeier

Für sein jahrzehntelanges Engagement als Stadtführer sowie im kirchlichen und im kulturellen Bereich wurde Peter Hugger mit der Bürgermedaille der Stadt Rottweil ausgezeichnet.

„Über die Bürgermedaille habe ich mich sehr gefreut. Das ist eine ganz besondere Auszeichnung“, sagt Peter Hugger dankbar und betont, dass er am Ehrenamt besonders die „Verbindung mit vielen anderen ehrenamtlich Tätigen“ schätze und die gemeinsamen Aktivitäten. „Das Miteinander gestalten für ein gemeinsames Ziel macht Ehrenamt für mich aus“, ergänzt er.

 

Über die Jahre sei er „so reingewachsen.“ Zunächst über eine Familiengruppe in der katholischen Kirchengemeinde, dann über den Förderverein Münsterbauhütte, das Zunftwesen und eben die Stadtführertätigkeit. „Stadtführer zu sein, macht Spaß und ist ein wunderbar erfüllendes Hobby“, schwärmt er und erzählt, wie er überhaupt dazu kam.

Inspiration bei Winfried Hecht

Früher habe er immer mal wieder Besuch die Stadt erklären wollen, dann aber festgestellt, dass er eigentlich gar nicht so viel über die Geschichte wisse. Und so belegte er, „eigentlich nur aus persönlichem Interesse“ Mitte der 1990er-Jahre einen Kurs beim damaligen Stadtarchivar Winfried Hecht, der die Stadt in all ihren Epochen ja nahezu aus eigenem Erleben zu kennen schien. So machte es zumindest den Anschein, wenn man ihm lauschte.

Ein „alter Hase“

Das faszinierte Peter Hugger, und er begann sein Wissen immer weiter zu vertiefen. Heute ist er ein „alter Hase“ in Sachen Stadtgeschichte und gibt sein Wissen gerne an jüngere Stadtführer weiter, entwickelt gemeinsam mit der städtischen Stadtmarketing- und Tourismusabteilung neue Führungsformate und sorgt gemeinsam mit vielen weiteren Gästeführern dafür, dass Besucher, die neugierig in die Stadt kommen, staunend, begeistert und mit einem Lächeln auf den Lippen, wieder abreisen.

Leidenschaft und Begeisterung

Peter Hugger ist in Rottweil verwurzelt und Rottweiler durch und durch. Er ist in der Oberndorfer Straße geboren und in der Schramberger Straße aufgewachsen. Zu Rottweil und seiner Geschichte habe er schon immer eine starke Verbindung gehabt, erzählt er und gerät über die Stadt gleich ins Schwärmen. Wer mit ihm eine Stadtführung gemacht hat, der weiß, dass man dabei auch als Einheimischer immer wieder Neues entdeckt, und die große Leidenschaft und Begeisterung Huggers für seine Heimatstadt sofort auf einen überschwappt.

Ein Erlebnis für die Augen

Wichtig ist ihm bei den Führungen, den Leuten schöne Winkel im Städtle aufzuzeigen. Die müssen nicht immer auch geschichtsträchtig sein. Peter Hugger schätzt in Rottweil sehr, dass jeder der Stadtführer seine Führung individuell gestalten darf.

Ganz wichtig sei zudem, den Besuchern ein „Erlebnis für die Augen zu bieten“. Und das sei in Rottweil kein Problem. „In Rottweil kann man seine Augen verwöhnen lassen“, schwärmt er weiter.

Huggers Lieblingsplätze

Zu Peter Huggers Lieblingsplätzen zählen die Predigerkirche, die Kapellenkirche, das Münster sowie der Bockshof mit Blick auf den Testturm – und bald auf die Hängebrücke. Aber auch das Schwarze Tor und der Hochturm faszinieren ihn. „Man muss so eine Führung, oder einen Rundgang auf jeden Fall ohne Hast und Eile machen. Und einfach mal den Blick schweifen lassen“, lädt er ein.

Wichtig ist ihm, nicht nur auf die Schönheit der Stadt hinzuweisen, sondern auch die Veränderungen aufzuzeigen, die Rottweil im Laufe der Jahrhunderte mitgemacht hat. Um aber überhaupt Stadtführer sein zu können „muss ganz viel Herzblut dabei sein“, ist sich Hugger sicher. Und man dürfe sich trotz der Liebe zur alten Stadt Neuem nicht verschließen. „Es liegt mir sehr am Herzen, dass sich Rottweil weiterentwickelt“, betont er.

Engagement für Herrenkramersche Krippe

Für die Herrenkramersche Krippe und das Leabigmachen, also das Bespielen des Kripples, engagiert er sich außerdem. Zunächst sei er über seine Enkel dazu gekommen, die als Krippleskinder mit dem Opa das Rottweiler Schwäbisch übten. Dann habe ihn Winfried Hecht um sein Mitengagement gebeten. Und so ist er seit ein paar Jahren dabei. „Und es macht viel Spaß“, sagt er.

Ein Zunftmeister durch und durch

In der Zunft der Müller und Fuhrleute ist er als Zunftmeister engagiert. Das mit Begeisterung. „Damals wurden Leute gesucht, die sich einbringen. Und da war ich mit dabei“, sagt er und betont, dass das Rottweiler Zunftwesen und vor allem die Vielfalt der Zunftlaternen weltweit einzigartig sei.

„Mit all ihrer Erfahrung sagen sie immer wieder einen Satz, der mir besonders im Gedächtnis geblieben ist: ‚Rottweil ist eine Schatztruhe – nutzt sie‘. Dahinter verbirgt sich ein klarer Appell, den ich voll und ganz unterstütze: Eine lebendige Stadt braucht Menschen, die sich einbringen, Verantwortung übernehmen und bereit sind, aktiv mitzuwirken“, hatte Oberbürgermeister Ruf bei der Verleihung der Bürgermedaille das Engagement Huggers gewürdigt.