Für seinen jahrzehntelangen Einsatz im Ehrenamt, vor allem im Bereich Kirche und Soziales, bekam Wolfgang Lehrke die Bürgermedaille der Gemeinde Vöhringen verliehen.
Wie viele Jahre an ehrenamtlichem Engagement kann ein einzelner Mensch in seinem Leben leisten? Diese Frage stellte sich bei der Verleihung der Bürgermedaille an Wolfgang Lehrke durch Vöhringens Bürgermeister Stefan Hammer.
Letzterer kam bei seiner detaillierten Aufzählung der zahlreichen Tätigkeiten des Geehrten auf insgesamt „141+x Jahre“ ehrenamtlicher Tätigkeit. „Bei einem heutigen Lebensalter von 72 Jahren hätten Sie dann – leicht gerundet – theoretisch in jedem Lebensjahr, vom Säugling bis heute, jedes Jahr zwei Jahre ehrenamtliches Engagement gezeigt“, rechnete der Bürgermeister leicht schmunzelnd vor.
Im Feuerwehrgerätehaus versammelten sich deshalb langjährige Wegbegleiter und Mitglieder der Verwaltung, um dem „Langstreckenläufer im Ehrenamt“ Respekt zu zollen. Feierlich umrahmt wurde die Feierstunde vom evangelischen Posaunenchor.
Viele Stationen durchlaufen
Nach der Einführung der Bürgermedaille durch einen Gemeinderatsbeschluss im Jahr 2009 sei es nun erst zum fünften Mal, dass diese Auszeichnung verliehen werde, so Hammer in seinen Ausführungen.
Besonders freute es den Bürgermeister, dass nun eine Persönlichkeit geehrt wird, deren Wirken schwerpunktmäßig im kirchlich-sozialen Bereich liegt. Doch auch als Gemeinde- und Kreisrat habe sich Lehrke verdient gemacht.
In seiner Rede warf Hammer einen Blick auf die vielen Stationen im Leben von Wolfgang Lehrke, der von seiner Frau Helga sowie seinen Kindern und Enkeln begleitet wurde.
Seit 1981 war der Geehrte im evangelischen Jugendwerk (ejw) engagiert. Von 1986 bis 1996 war er Vorsitzender des Bezirksjugendwerks. Ebenso war er von 1982 bis 1996 Leiter des Mitarbeiterkreises des ejw Vöhringen und von 1998 bis 2019 (Gründungs-)Mitglied im Vorstand des Fördervereins des evangelischen Bezirksjugendwerks Sulz, davon von 1998 bis 2008 Vorsitzender.
In der Kirchengemeinde und im Kirchenbezirk Vöhringen und Sulz hat sich der Geehrte vielfältig eingebracht. 20 Jahre lang war Lehrke im Kirchengemeinderat Vöhringen, dazu Mitglied im Kirchenbezirksausschuss und von 1995 bis 2001 sogar Mitglied der Landessynode der evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Außerdem bringt sich Lehrke seit 1999 im evangelischen Gemeinschaftsverband der „Apis“ als Prediger mit ein. Dort ist er auch im Leitungskreis und seit 2014 Gemeinschaftsleiter der Apis in Vöhringen. Auch im Tafelladen Sulz und in der Flüchtlingsarbeit habe sich Lehrke eingesetzt, so Hammer weiter.
Fünf Wahlperioden
Von 1994 bis 2019, also fünf volle Wahlperioden, war Wolfgang Lehrke Mitglied des Gemeinderats auf der Liste der Freien Bürger Vöhringens. Er sei damit das Mitglied mit der zweitlängsten Zugehörigkeit zum Gremium in der Nachkriegszeit.
Selbst bei den hitzigsten Diskussionen habe der gelernte Polizist stets einen klaren Kopf bewahrt und sein Fachwissen zum Wohle der Gemeinde eingebracht.
Ausführlich ging Hammer auch auf das Wirken im Kreistag ein, dem Lehrke von 1999 an für die FDP im Wahlbezirk Sulz/Dornhan/Vöhringen angehörte.
Bereits 2019 wurde Lehrke die Ehrennadel des baden-württembergischen Gemeindetags für 20 Jahre Mitgliedschaft in diversen Gremien durch die Gemeinde Vöhringen verliehen, erinnerte Hammer. Im selben Jahr habe er die bronzene Landkreismedaille des baden-württembergischen Landkreistages durch den Landkreis Rottweil verliehen bekommen.
Es sei die Liebe zur Heimat und die Verbundenheit mit Land und Leuten, die den Geehrten antrieb, folgerte der Bürgermeister. „Mein Herz schlägt für Jesus und die Menschen – vielen Dank“, brachte es der Geehrte zum Abschluss auf den Punkt. Es gab großen Applaus.