Die Bürgerinitiative Waldhof kämpft weiter gegen das geplante KS-Absprunggelände in Geislingen. Foto: Meene

Die Bürgerinitiative Waldhof ist weiter im Kampf gegen das geplante KSK-Absprunggelände in Geislingen. Die Aktivisten kritisieren vor allem die fehlende Kommunikation mit der Landesregierung. 700 Unterstützer sind zur Infoveranstaltung gekommen.

„Jetzt die Reißleine ziehen“, forderte die Bürgerinitiative Waldhof bei einer Infoveranstaltung in der Schlossparkhalle Geislingen. Über den aktuellen Stand im Kampf gegen das geplante KSK-Absprunggelände auf dem Waldhof-Areal informierten die Aktiven die rund 700 Bürgerinnen und Bürger, die zur Veranstaltung gekommen waren.

Dass die Bürgerinitiative (BI) ihren „kollektiven Aufstand“ – wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Initiative in einem Interview nannte – weiter fortführen wird, das wurde wieder einmal deutlich. „Die Halle ist voll, das zeigt, dass es vielen Leuten wichtig ist, was auf dem Waldhof passiert“, betonte Tobias Vötsch zu Beginn.

Landesregierung: „Das Buch ist zu“

Die Aktivisten beklagen vor allem die Kommunikation der Landesregierung mit der BI. Seit der letzten Bürgersprechstunde im November hat es laut Annemarie Schneider keine Antworten mehr auf die vielen Fragen gegeben. Damals habe es von Seiten der Landesregierung geheißen: „Das Buch ist zu.“ Die Entscheidung, das Vorhaben auf dem landeseigenen Waldhof umsetzen zu wollen, sei gefallen. Das 77 Fußballfelder große Gelände stehe alternativlos im Fokus für ein Absprunggelände der Bundeswehr, inklusive Start- und Landebahn. In der Zwischenzeit seien von der BI zahlreiche Briefe geschrieben worden: An Ministerien auf Landes- und Bundesebene. Antworten seien nur spärlich zurückgekommen – und wenn, dann „unzureichend“, so Schneider. Dass auf dem Waldhof-Areal künftig Flieger landen sollen, das verunsichert insbesondere die Landwirte vor Ort. Hühner und Pferde, die auf den benachbarten Höfen angesiedelt sind, seien Fluchttiere, betont Ulrich Stemle. Durch den Fluglärm würden die Tiere panisch, es bestehe die Gefahr von „schweren Verletzungen“. Für die Landwirte heißt das: „Umsatzverluste bis hin zur Insolvenz. “ Auch die geplanten Straßensperrungen, die hohe Kosten wegen Standzeiten bei Ernte- oder Düngeketten mit sich bringen könnten, seien für die betroffenen Landwirte „ein riesen Problem“.

Rund 700 Personen sind zur Infoveranstaltung der Bürgerinitiative Waldhof in der Schlossparkhalle Geislingen gekommen. Foto: Meene

Doch nicht nur die Landwirte fühlen sich von der Landesregierung „im Stich gelassen“. Rund 800 Mitglieder zählt die BI aktuell, Tendenz steigend. Viele Bürgerinnen und Bürger befürchten durch das KSK-Gelände eine Wertminderung der gesamten Region.

Kreistag steht einstimmig hinter der BI

Geislingens Bürgermeister Oliver Schmid betonte: „Die Art und Weise, wie hier fruchtbares Ackerland und langjährige landwirtschaftliche Nutzungen beiseitegeschoben werden sollen, widerspricht jeder Kultur des Bürgerdialogs.“ Auch der Kreistag des Zollernalbkreises habe sich einstimmig hinter die BI gestellt.

Unterstützung erhält die Initiative auch von dem SPD-Bundestagsabgeordneten Robin Mesarosch. Die Landesregierung mache es sich bei der Standortsuche zu bequem, kritisiert er. „Der Zollernalbkreis ist kein Abstellplatz für Projekte, für die es anderswo keinen Platz mehr gibt.“ Maserosch bat die Versammelten um Unterstützung für die Bürgerinitiative Waldhof und regte an: „Wenn sich das Land entscheidet, bequem zu sein, müssen wir uns entscheiden, unbequem zu sein.“