Bereits Tag des Airbus-Überflugs machte die Bürgerinitiative darauf aufmerksam, dass wertvolle Ackerflächen am Waldhof verloren gehen könnten. Foto: Schnurr

Aufwand verspürt die Bürgerinitative Waldhof für ihre Argumente gegen das geplante Fallschirmsprunggelände.

Geislingen/Rosenfeld - "Wir haben endlich Antworten auf unsere Briefe an Herrn Bundesminister Özdemir und Frau Bundesministerin Lambrecht erhalten", freut sich Annemarie Schneider. Die Beirätin der Bürgerinitiative (BI) Waldhof für Öffentlichkeitsarbeit berichtet, dass inzwischen sowohl das Verteidigungs- als auch das Landwirtschaftsministerium auf Fragen geantwortet haben, die die Aktivisten im Mai schriftlich stellten.

"Das Verteidigungsministerium nimmt die Windproblematik nicht ernst"

Nüchtern betrachtet fallen die Antworten der beiden Ministerien allerdings zwiespältig aus: "Das Verteidigungsministerium nimmt die Windproblematik nicht ernst", findet die Bürgerinitiative.

Ministerin Christine Lambrecht schreibt in ihrer Antwort, sie habe den Standort zwischen Geislingen und Rosenfeld prüfen lassen hinsichtlich der Argumente der BI. "Ein Ausschluss der Geeignetheit der Staatsdomäne Waldhof aufgrund der vorherrschenden Windgeschwindigkeiten liegt (...) nicht vor", endet das Schreiben aus Berlin. Anders die Antwort aus dem Landwirtschaftsministerium: Die Parlamentarische Staatssekretärin Ophelia Nick nimmt die Sorge der BI ernst, dass am Waldhof rund 40 Hektar ertragreiche Ackerflächen verloren gehen könnten.

Landwirtschaftsministerium befürchtet Verlust von 40 Hektar Ackerfläche

Aus ihrer Sicht sollte das unbedingt verhindert werden, das Ministerium wolle dementsprechend auf die baden-württembergischen Ministerien einwirken. "Das klingt doch schon mal ganz gut", kommentiert die BI-Sprecherin Schneider.

Übungssprünge nur bis zwölf Knoten

Am Thema Windgeschwindigkeiten ist die Initiative weiterhin dran und will mehr Daten zusammentragen: "Wir wissen, dass bereits in den ersten neun Tagen des Monats Juli an zwei Tagen mehr als zwölf Knoten gemessen wurden." Nur bis zu dieser Geschwindigkeit sind Fallschirmübungssprünge üblich.

Im Zollernalbkreis weiß die BI viel Sympathie auf ihrer Seite: Beim Fest des Obst- und Gartenbauvereins Dormettingen am Wochenende haben sich fast 100 Bürgerinnen und Bürger in die Petitionslisten eingetragen. 15 Personen sind der BI neu beigetreten, die inzwischen rund 765 Mitglieder zählt.

Unterstützung von Mesarosch, von Bareiß nichts mehr gehört

Hinsichtlich der Unterstützung durch die Parlamentarier aus der Region sieht Schneider hingegen Licht und Schatten: Die Antworten von den Bundesministerien hätten nur geklappt, weil der SPD-Abgeordnete Robin Mesarosch die Briefe persönlich übergeben und auch nachgefragt habe. "Von Herrn Bundestagsabgeordneten Bareiß haben wir nichts mehr gehört, außer dass er uns per Mail für die Waldhof-Aktion viel Erfolg gewünscht hat", sagt Schneider.