Mit einer Windkraft-Firma wollen Calw, Gechingen und Wildberg im Gebiet Lindenrain einen Windpark bauen. Die Auseinandersetzung darum wird immer schärfer.
Riccardo Richter aus Gechingen hat die Bürgerinitiative „Gechingen bewahren“ mitgegründet. Dort gehört er dem siebenköpfigen Organisationsteam an. Die Bürgerinitiative wendet sich gegen den von Gechingen, Calw und Wildberg mit einer Windkraft-Firma geplanten Windpark im Gebiet Lindenrain. Fünf bis acht Windräder sind zwischen Stammheim, Holzbronn, Gechingen und Gültlingen geplant.
Am Montag, 7. Juli, ist dazu zwischen 18 und 20.30 Uhr im Maria von Linden-Gymnasium in Stammheim eine Info-Veranstaltung geplant.
Im Privatwald aufgestellt
Am Dienstag, 17. Juni, hat die Bürgerinitiative „Gechingen bewahren“ ein Plakat in einem Privatwald in Gechingen aufgestellt. Darauf stand „Wenn sie stehen, ist es zu spät“. Darauf war unter anderem ein Windrad abgebildet und daneben die Zahl 266. So hoch sollen die geplanten Windräder einschließlich Rotorblatt werden.
In der Nacht zu Mittwoch, 18. Juni, sei das Plakat von der Größe eines Bauzaunes verschwunden, berichtet Richter weiter. Am Samstag, 21. Juni, sei der Diebstahl angezeigt worden, berichtet Richter. Die Polizei habe Kenntnis von dem Diebstahl, bestätigte auf Nachfrage ein Sprecher des Polizeipräsidiums Pforzheim.
„Gegner von Windkraftanlagen im Lindenrain werden es wohl nicht gewesen sein. Denn das Plakat zeigte maßstabsgetreu lediglich die Größenverhältnisse der geplanten Windkraftanlagen. Sie werden höher als der Stuttgarter Fernsehturm sein und damit weithin sichtbar und hörbar“, äußert Richter einen Verdacht.
Der Mitbegründer der Bürgerinitiative spricht von einem merkwürdigen Demokratieverständnis. „Offenbar gelingt es manchen Mitbürgern mangels sachlicher Argumente nicht, in einen Diskurs mit Andersdenkenden zu gehen“, so Richter erbost: „Daher beschädigen sie Privateigentum anderer und begehen kriminelle Taten unter dem Deckmantel, das Weltklima retten zu wollen. Das Beschmieren oder Stehlen von Plakaten trägt aber nicht zum intellektuellen Austausch bei, schon gar nicht zur Klimaänderung.“
Nicht der erste Vorfall
Richter spricht von undemokratischen Kräften, die im Vorfeld eines möglichen Bürgerentscheides zur Verhinderung eines Windparks das Plakat gestohlen hätten. Es sei nicht der erste Vorfall, der gegen die Bürgerinitiative „Gechingen bewahren“ gerichtet sei, so Richter erbost. „Diese Art des Vorgehens sagt weit mehr über diese Menschen aus, als sie denken. Gleichzeitig demonstriert es doch auch, wie radikal eine kleine Minderheit von Bürgern vorgehen kann, wenn ihnen die Argumente ausgehen und ihre Philosophie ins Wanken gerät“, macht Richter gegenüber unserer Redaktion deutlich.
Hinweise erbeten
„Als Bürgerinitiative für Gechingen verurteilen wir diese Tat aufs Schärfste und betonen noch einmal unsere Dialogbereitschaft. Sprechen Sie gerne mit uns am 27.6.2025 im Sportheim Gechingen“, so Richter.
Hinweise auf die Tat erbittet die Bürgerinitiative unter https://gechingen-bewahren.de/kontakt.