In Althengstett gibt es eine Bürgerinitiative gegen die Erweiterung des KSK-Geländes in der geplanten Form. Bei der Infoveranstaltung zum Projekt in der Festhalle machte sie mit Stellwänden auf ihr Anliegen aufmerksam. Foto: Thomas Fritsch

Man sei nicht gegen die Bundeswehr an sich, wohl aber gegen den Standort für die geplante Erweiterung des Calwer Kasernengeländes – das sagen die beiden Initiatoren, die sich mit weiteren Grundstücksbesitzern klar gegen das Vorhaben in der jetzigen Form aussprechen.

Seit Mitte Dezember sind die beiden Althengstetter Andreas Flik und Jürgen Kopp, die selbst Ackerland im vorgesehenen Erweiterungsbereich besitzen, dabei, die weiteren Eigentümer hinter sich zu scharen. Ende des vergangenen Jahres waren die von den Erweiterungsplänen Betroffenen von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) schriftlich über das Vorhaben informiert worden. Insgesamt 23 Hektar Land sollen für eine Kasernen-Erweiterung gekauft werden. Dagegen regt sich nun Widerstand.

 

Nach kurzer Vorlaufzeit habe man am 9. Januar ein internes Treffen der Eigentümer einberufen. „An der Veranstaltung waren circa 40 Prozent der betroffenen Fläche von 23 Hektar durch Eigentümer vertreten“, berichten Flik und Kopp im Gespräch mit unserer Redaktion.

Zur Versammlung seien Nabu und BUND genauso eingeladen gewesen wie Bürgermeister Rüdiger Klahm und die Gemeinderäte. Es habe sich herausgestellt, dass die Eigentümer erst durch das Bima-Schreiben über das Vorhaben informiert worden seien. Nach der Diskussion sei klar gewesen, dass man sich gegen das Projekt wehren „und sich vor allem nicht kalt enteignen lassen will“.

In Sorge um ländlichen Charakter und die Natur

„Wir sind uns bewusst, dass wir das Vorhaben nicht komplett werden abwehren können. Es müssen aber bessere Lösungen her. Die jetzige ist noch nicht komplett durchdacht“, argumentieren die beiden Initiatoren der BI. Man sehe den ländlichen Charakter der Gemeinde Althengstett sowie gesetzlich geschützte Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete in Gefahr. „Die geplante Bebauung würde nicht nur die Natur erheblich beeinträchtigen, sondern auch das Ortsbild drastisch verändern“, teilt die BI mit. Besonders betroffen seien davon Landschaftsschutzgebiete, die von Naturschutzarealen wie dem „Würm-Heckengäu“ und „Im Hau“ umgeben seien. Zudem wolle die Bundeswehr der Gäukommune Ausgleichsflächen nehmen: „Die braucht Althengstett in Zukunft aber selbst“, ist Kopp sicher.

Zu sehr militärisch geprägt

Das Vorhaben umfasse nicht nur den Bau einzelner Gebäude, sondern eine massive Expansion auf einer Fläche von 23 Hektar. Die BI fordert dies auf einer wesentlich kleineren Fläche. „Die Pläne sehen eine Einzäunung des Geländes vor, was der Gemeinde eine neue, militärisch geprägte Erscheinung geben würde“, so die Initiative weiter. Angesichts der Größe und Tragweite des Projekts werde eine Prüfung von Alternativen gefordert.

Das schlägt die BI vor

Die BI schlägt nun eine Erweiterung auf dem bestehenden Bundeswehrübungsplatz südlich der Kaserne vor, ebenso einen Ausbau in westlicher Richtung zum Gewerbegebiet Kimmichwiesen und eine Verlagerung des KSK an einen zweiten Standort, weiter östlich gelegen – „respektive die Nutzung leerstehender Kasernengebäude“.

Kompromiss angestrebt

„Wir sind kompromissbereit“, betonen Flik und Kopp. Man wolle mit den weiteren Betroffenen, der Gemeindeverwaltung und der Bundeswehr in Kontakt und im Dialog bleiben. An einer langwierigen juristischen Auseinandersetzung sei schließlich niemandem gelegen. Ziel sei es, Enteignungen – wie vonseiten der Bundeswehr am Dienstagabend bei der Infoveranstaltung in Althengstett angekündigt – auf jeden Fall zu verhindern. „Noch ist ja nichts in Stein gemeißelt, wir sind offen für weitere Lösungen“, versichern Flik und Kopp.

Kontakt

Die Bürgerinitiative
kann per Mail unter Buergerinfo_Althengstett@t-online.de kontaktiert werden.